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Seit 50 Jahren engagieren sich ehrenamtliche Ornithologen in der Märkischen Schweiz im Vogelschutz

Vereinsleben
Vogelkundler aus Leidenschaft

Gabriele Rataj / 18.03.2019, 07:00 Uhr
Buckow (MOZ) Ein halbes Jahrhundert schon sind Menschen aus Buckow und der Region Märkische Schweiz in ihrer Freizeit als engagierte Vogelkundler unterwegs. Am Sonnabend trafen sie sich in der Gaststätte "Märkische Schweiz", um 50 Jahre Ornithologie im Naturpark-Gebiet gemeinsam zu feiern.

Für die ehrenamtlichen Ornithologen aus Buckow und Umgebung gibt das Jahr 2019 Anlass zur Freude. Vor nunmehr 50 Jahren ist von Karl-Heinz Köhn an der Buckower Schule die Arbeitsgruppe Ornithologie und Vogelschutz aus der Taufe gehoben worden. Nicht nur, dass sich unter den Teilnehmern der festlichen Zusammenkunft am Sonnabend in der Gaststätte "Märkische Schweiz" noch etliche der Gründungsmitglieder – damals zumeist Schüler und noch heute aktiv – befanden, ist bemerkenswert. Auch die Tatsache, dass dieses zeitaufwändige und  schwer ersetzbare Hobby im Vogelschutz und zur Vogelbeobachtung in all den Jahren nie nachgelassen hat, verdient Anerkennung und Respekt.

Das wusste Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), sehr wohl zu würdigen, der für die langjährige Arbeit herzlich dankte. Ein eindrucksvolles Spektrum der Vereinsarbeit sei auf der Webseite der Ornithologen-Gruppe ablesbar, sagte er, das von Beobachten und Beringen bis zu Biotoppflege und bemerkenswerten publizistischen Arbeiten reiche. Für die in vier Wochen startende Volksinitiative zum Artenschutz und Erhalt der biologischen Vielfalt sah er überdies einen wesentlichen Rückhalt in dem besonders aktiven Verein.

Einen Rückblick auf die vergangenen Jahre konnte Jörg Leue werfen, der wie Torsten Bade oder Helmut Mittelstädt dabei war, als der unvergessene Lehrer Köhn Schüler am Samstagnachmittag so begeisterte, dass die beliebte Westfernsehserie Nebensache wurde. Nistkastenpflege, nächtliche Rundgänge um den Klobichsee, Expeditionen an die Oder gehörten dazu.

Später wurden aus den Schwarz-Weiß-Bildern für die akribisch geführte Chronik Schmalfilme, gedreht von Jürgen Kage und bis heute fortgeführt von Vereinsmitgliedern, die sich neben Ornithologie noch mit Hingabe der Fotografie und dem Filmen verschrieben haben. Statt Ferngläsern mit 42facher beginne es heute nicht unter 60facher Vergrößerung, machte Leue Entwicklung deutlich. Karteikartensammlung gibt es heute digitale erfasste Tabellen, doch die Arbeit in der Natur bleibt das Wichtigste – praktischer Artenschutz, der bei der Mahd von Inseln im Kietzer Teich bei Altfriedland beginnt, das Beringen von Vögeln betrifft und bis zum Nistkastenbau reicht.

Gäste hatte sich der aus der AG später gegründete Verein Ornithologie und Vogelschutz zwar eingeladen, doch Feiern sieht bei aktiven Vogelkundlern anders aus als vielleicht gedacht. So hörten und sahen die Vereinsmitglieder und Eingeladenen an diesem Nachmittag fünf hoch interessante Vorträge unterlegt durch Bild-Präsentationen und aussagekräftige statistische Angaben.

Franco Ehlert, der sich seit vielen Jahren besonders mit den Kranichen befasst, setzte historisch bei der Bezeichnung Kranichluch nahe Waldsieversdorf auf einem preußischen Urmesstischblatt an, um den Nachweis von Kranichen zu belegen. Heute sind es fast 2500 Kraniche, die winters am Mühlenfließ im MOL-LOS-Grenzgebiet schlafen.

Oliver Büxler, zugleich Ranger im Naturpark, berichtete unter anderem von vielfältigen Möglichkeiten, auch heute bei Sanierungen Quartiere und Nistmöglichkeiten für verschiedenste Vögel und Fledermäuse einzurichten  jüngstes Beispiel ist die Ihlower Dorfkirche, wozu er auch Führungen anbietet.

Wie eng extensive Landschaftspflege und Biodiversität zusammenhängen und zu Artenvielfalt beitragen können, machte Jürgen Haase am Beispiel der Heckrinderherde in den Lange Dammwiesen/Unteres Annatal sichtbar. Vereinsvorsitzender Jörg Hoffmann gab den Regionalausblick zu Agrarvögeln im Rückgang. Ganz still aber wurde es, als Steffen Fahls Fotos und ein Film der Mitglieder Martin und Rainer Fiddecke gezeigt wurden.

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