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Strategie contra Neophyten

Ständige Ausstellung: Dieser Anblick im Besucherzentrum des Naturparks wird bald Vergangenheit sein. Sie wird moderner.
Ständige Ausstellung: Dieser Anblick im Besucherzentrum des Naturparks wird bald Vergangenheit sein. Sie wird moderner. © Foto: Gabriele Rataj
Gabriele Rataj / 19.03.2019, 09:00 Uhr
Buckow (MOZ) Buckow. Seit geraumer Zeit tagt das Kuratorium des Naturparks Märkische Schweiz öffentlich und an verschiedenen Orten. Zur jüngsten Sitzung im Besucherzentrum des Naturparks "Schweizer Haus" ging es u. a. um den Umgang mit invasiven Arten und die Umgestaltung des Ausstellungsraumes.

Riesen-Bärenklau, Drüsiges Springkraut und Japanischer Staudenknöterich bilden das gefährlich schöne Trio von eingewanderten und sich auch in der Märkischen Schweiz ausbreitenden Pflanzen – sogenannte invasive Arten –, die die biologische Vielfalt im Naturpark bedrohen. Diesem Thema widmete sich Sandro Knick, einer der drei Mitarbeiter der Naturparkverwaltung, zur jüngsten Kuratoriumssitzung. In einer Power-Point-Präsentation ging er auf Umgang, Folgen und das Management in dieser Sache ein.

Ungeachtet der teils stolzen Größe und optischen Attraktivität dieser Arten, sind gesundheitliche Auswirkungen gerade des giftigen Bärenklaus (Quaddelbildung, Atemnot und mehr) für Wanderer und Besucher im Naturpark nicht zu unterschätzen. Auch unter dem Gesichtspunkt sind im Vorjahr bereits mit Präventions- und Managementmaßnahmen begonnen worden.

Das begann zunächst mit Lokalisieren der Standorte im näheren Buckower Umfeld. Erfassungsbögen wurden entwickelt, auf denen Fläche, Eigentümer, empfohlene und durchgeführte Maßnahmen festgehalten werden. Ein Faltblatt zu diesen Neophyten mit Fotos, Merkmalen, Gefahren und Hinweisen zur Bekämpfung ist mit dem Landesumweltamt entstanden, das sich jedermann von der Internetseite des Naturparks herunterladen kann.

Dem überlebensgroßen Riesen-Bärenklau, der unter anderem unweit des Besucherzent­rums wie ein Wald stand, musste in Ganzkörper-Schutzkleidung mit der Sense zu Leibe gerückt werden. Unterstützung gaben dabei 2017 Bundesfreiwillige, wobei allerdings 2018 zwei solche Stellen unbesetzt geblieben waren. Am Hopfengraben konnten Wasserbüffel über den Vertragsnaturschutz Hilfe leisten.

Bei der Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts, das zum Beispiel nahe dem Kleinbahnhof wucherte, half 2017 auch ein internationales Jugendprojekt, in Kooperation zwischen Naturpark, Umweltbesucherzent­rum Drei Eichen und LAG Märkische Seen geboren.

Diese eher noch punktuellen und mühsamen Aktivitäten fortzuführen und auszubauen, ist Ziel des weiteren Managements. Dazu soll ein Netzwerk von sachkundigen Personen für einzelne Gebiete aufgebaut und die Zusammenarbeit mit Landwirten, Vereinen und privaten Nutztierhaltern forciert werden.

Sabine Pohl, Leiterin der Naturparkverwaltung, informierte in der Sitzung auch über den Stand in Sachen Umgestaltung der ständigen Ausstellung des Naturpark-Besucherzentrums, mit der man sich seit Ende 2016 gedanklich und planerisch befasst. Mehrere Workshops seien dazu durchgeführt worden, sagte sie, in deren Ergebnis ein Vorkonzept entstanden war, auf dessen Grundlage der Antrag auf Förderunterstützung basierte. Im April würden weitere Experten-Workshops stattfinden. Leitgedanke für die neue Ausstellung sei Das Thema "Expedition Märkische Schweiz" in ganz unterschiedlichen Facetten.

Das Themenspektrum der Kuratoriumssitzung war noch deutlich breiter, wozu die Diskussion  reichlich Ansatzpunkte lieferte, auf die noch einzugehen ist. Auch das Interesse an den Sitzungen habe zugenommen, meinen Vertreter der Naturparkverwaltung registriert zu haben.

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