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Woran sich in Eberswalde der Beginn der wärmeren Jahreszeit erkennen lässt / Test vom Wochenmarkt bis zum Zoo

Frühling
Dem Lenz auf der Spur

Sven Klamann / 19.03.2019, 21:03 Uhr
Eberswalde (MOZ) Bei Höchsttemperaturen zwischen 8 und 11 Grad geht es in der Barnimer Kreisstadt zum Frühlingsauftakt noch nicht wirklich frühlingshaft zu. Doch die Märkische Oderzeitung hat sich auf die Suche nach Anzeichen dafür begeben, dass die graue und kalte Zeit endlich vorüber ist.

"Ich kann nur vor zu viel Optimismus warnen", dämpft Roland Krenz allerdings jede aufkeimende Lenz-Euphorie. Der Vorsitzende der Kleingarten-Sparte "Zur guten Hoffnung", die im Leibnizviertel in Eberswalde zu finden ist und über 179 Parzellen verfügt, verweist darauf, dass die Eisheiligen erst noch bevorstehen. Laut Kalender sei es in diesem Jahr erst vom 11. bis zum 15. Mai so weit, dass die Temperaturen noch einmal tief in den Keller gehen könnten. "Deswegen machen vernünftige Kleingärtner derzeit noch nicht viel mehr, als Beete umzugraben oder erste Blumenzwiebeln einzustecken", sagt Roland Krenz, dessen Verein zum Bezirksverband der Kleingärtner für Eberswalde und Umgebung gehört, in dem alles in alles 67 Vereine vertreten sind, die über mehr als 3600 Parzellen verfügen.

Hingegen vertraut Matthäus Schubert, Mitinhaber der Grüntaler Gärtnerei Schubert, seinem Bauchgefühl und der Wetter-App auf seinem Smartphone, die beide das Ende des Winters verkünden würden. "Morgens und abends höre ich schon die Vögel zwitschern. Das gibt mir Zuversicht", sagt der Gärtnermeister, an dessen Stand auf dem Eberswalder Wochenmarkt zahlreiche Frühblüher zu bekommen sind. "Und wenn es doch noch Nachtfröste geben sollte, ist das gar nicht schlimm", findet Matthäus Schubert. So würden Stiefmütterchen bis zu minus 20 Grad aushalten. Und auch Gemüsepflanzen wie Kohlrabi, Blumenkohl oder Sellerie würden zumindest leichte Kälte locker überstehen. "Wer jetzt Erdbeerpflanzen in die Erde bringt, kann bereits im Mai oder Juni die ersten süßen Früchte ernten", lockt er.

Auf dem Wochenmarkt ist auch die Landfleischerei Lunow anzutreffen, für die Christian Stein Kunden bedient. "Wenn es kalt ist, haben die Leute Appetit auf Eisbein oder Grützwurst, wenn es wärmer wird, steigt die Nachfrage nach Grillfleisch", sagt er. Saison sei also eigentlich immer.

Falls der Beginn des Eisverkaufes als Beleg dafür gilt, ist der Frühling in Eberswalde schon Ende Februar ausgebrochen. Da hat die Eismanufaktur Uckerland ihren Laden in der Friedrich-Ebert-Straße das erste Mal 2019 geöffnet. "Aktuell gehen neben den Klassikern Schoko, Vanille und Erdbeere gerade Milchreis mit Zimt, Weiße Schokolade mit Maracuja und New York Cheese Cake am besten", verrät Inhaberin Susann Jecht.

Im Forstbotanischen Garten findet Candy Pflugmacher, die Technische Leiterin, dass die Natur dem Kalender um zwei, drei Wochen voraus sei. "In der Anlage blühen schon die Zaubernüsse ab. Bei uns lässt sich nicht nur im Frühling jeden Tag Neues entdecken", sagt sie.

Wenigstens Bernd Hensch, Direktor des Eberswalder Zoos, ist sich sicher. "Der Frühling ist da", betont er. Dies lasse sich auch auf der Internetseite des Zoo erkennen, für die Webkameras Live-Bilder liefern würden, auf denen zum Beispiel zu sehen gewesen sei, wie die Weißkopfadler ihr drittes Ei gelegt hätten. Was die Weißbüscheläffchen mit sich herumtragen würden, seien keine Streichholzschachteln, sondern der erste Nachwuchs. "Und vor lauter Frühlingsgefühlen versucht der Nandu-Hahn, um seinen Weibchen zu imponieren, den Lama-Hengst im Gehege zu jagen", sagt er.

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