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Gründerprojekt setzt auf Angebots-Palette von Lebensmittel über Frischemarkt bis Kunst und Handwerk

Neugründung
Dorfladen in Kienitzer "Kaserne"

Wagen den Neuanfang: Frank Städler und Odette Bollfras vor dem künftigen Dorfladeneingang. In diesen Räumlichkeiten der einstigen Kienitzer "Grenzpolizeikaserne" waren auch schon der Hort, eine Arztpraxis und ein Friseursalon beheimatet.
Wagen den Neuanfang: Frank Städler und Odette Bollfras vor dem künftigen Dorfladeneingang. In diesen Räumlichkeiten der einstigen Kienitzer "Grenzpolizeikaserne" waren auch schon der Hort, eine Arztpraxis und ein Friseursalon beheimatet. © Foto: Ulf Grieger/MOZ
Ulf Grieger / 20.03.2019, 06:30 Uhr
Kienitz (MOZ) In das 1952 als Grenzpolizei-Kaserne erbaute und nun als Wohnhaus genutzte Gebäude am südlichen Ortsausgang von Kienitz richten Frank Städler und Odette Bollfras einen Dorfladen ein. Er soll neben Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs auch Kunstgewerbe aus der Region anbieten.

Vor 30 Jahren hatte Kienitz noch alles, was man zur Versorgung brauchte, vor Ort: den Dorfkonsum, den Industriewarenladen, den Bäcker, den Fleischer und den Laden von Erika Stock. Nach der Wende schlossen diese Läden nach und nach. Zum Einkauf fährt man nach Letschin. Ärgerlich nur, wenn man dann feststellt, was wieder vergessen wurde. Touristen müssen in die Pedale treten, um den Radlergarten in Groß Neuendorf zu erreichen, wo man die Trinkflaschen auftanken kann. Besser ist es für Kienitzer wie für Touristen, einen Tante-Emma-Laden im Dorf zu haben. So etwas wollen Odette Bollfras und Frank Städler in dem Mehrfamilienhaus einrichten, das die Kienitzer nur "die Kaserne" oder "den alten Hort" nennen. Beides war in dem grauen Haus einst beheimatet. Mann kann das Gebäude schon vom Panzerdenkmal aus gut erkennen. Es trägt noch den Charme der 1950er Jahre, als es für die Grenzpolizei gebaut wurde. "Wir haben hier unter der Tapete sowohl Kinderzeichnungen aus den Hortzeiten als auch den grünen Ölsockel aus Grenzerzeiten gefunden", erzählt Odette Bollfras.

In dieser Woche haben sie den kreisrunden Sockel freigelegt, in dem einstmals ein Springbrunnen plätschern sollte und der dann doch nur bepflanzt wurde. Der künftige Laden öffnet malerisch unter dem Storchennest und vis a vis der kleinen Gartenfigurensammlung der berühmten Kienitzer Pfarrfrau Erna Roder.

Die beiden waren ursprünglich auch nur Mieter in dem Haus. Sie wollten dort eine gemeinsame Freundin besuchen, die nach Kienitz gezogen war. Das Haus samt 4000 Quadratmeter großem Grundstück gehörte einer Familie, deren Vorfahren hier mal eine Bauernwirtschaft hatte. Dieser Hof ist im Krieg zerstört worden. "Als wir überlegten, das Haus zu kaufen, waren die Besitzer sofort einverstanden", erzählt Frank Städler, der den Schritt aus Potsdam nach Kienitz nicht bereut hat.

Dort, wo einmal die Woche der Arzt praktiziere und eine Friseurin ihren Salon hatte, sollen ab diesem Jahr sowohl Lebensmittel angeboten werden als auch Produkte der Künstler und Kunsthandwerker aus der Region. Odette Bollfras, die eigentlich ausgebildete Apotheken-Fachfrau und umgeschulte Tischlerin ist, ist nun leidenschaftliche Näherin. Sie entwirft Kleidungsstücke. Auch die will sie natürlich in dem neuen Laden verkaufen.

Die beiden Ladengründer sind froh, nun die bürokratischen  Hürden überwunden zu haben, die es bedeutete, aus den Gewerberäumen für Arzt und Friseur einen Lebensmittel- und Kunstgewerbeladen machen zu können. Nun verzögern lediglich bauliche Schwierigkeiten den Eröffnungstermin. Eigentlich sollte der zu Ostern sein, wenn ringsum im Oderbruch Saisonbeginn gefeiert wird. Aber das werde nicht zu schaffen sein, schätzen die Gründer ein. Über das Gründerzentrum des STIC in Letschin und das Coworking-Café von Torsten Kohn haben sie viele Kontakte geknüpft. "Das ist für uns wirklich eine ganz tolle Starthilfe", erzählen sie. Viele Bekanntschaften  sind auch über die Kunstloose-Tage entstanden. Zudem sollen Frischprodukte aus der Region direkt vermarktet werden. Eier zu Beispiel können dort über den Ladentisch, wenn sie gestempelt sind. Bei Obst und Gemüse bestünden da kaum Schwierigkeiten, erklärte Amtstierarzt Dr. Ralph Bötticher.

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