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Arbeitgeber-Service Barnim und ein Ruhlsdorfer Unternehmen informieren über den regionalen Ausbildungsmarkt

Ausbildungsbetriebe
Griffige Vorstellung vom künftigen Beruf

Olav Schröder / 20.03.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 01.04.2019, 17:11
Ruhlsdorf (MOZ) Es ist schwieriger geworden, geeignete Auszubildende zu finden. Das Handwerk bildet dabei keine Ausnahme. Die Arbeitsagentur und der Ruhlsdorfer Modulhaus-Hersteller Max-Haus haben ihre Strategien zu diesem Thema vorgestellt.

"In der Woche der Ausbildung haben wird uns gezielt dem Handwerk gewidmet", sagt Oliver Pester, Leiter des gemeinsamen Arbeitgeber-Service Barnim der Arbeitsagentur und des Jobcenters. Angesichts von rund 380 Ausbildungsberufen komme es auch im Handwerk darauf an, "den Beruf möglichst griffig vorzustellen". Denn im Alter von 15 Jahren hätten Jugendliche oft, wie sie sagen, "keinen Plan, was hinter den Berufsbildern steckt".

Hier setzt das Ruhlsdorfer Unternehmen an, wie Personalleiterin Jana Wegemund erläutert. Es stellt vor allem Einfamilienhäuser in modularer Holzbauweise her, die in der Region Berlin-Brandenburg, beispielsweise aber auch auf Rügen aufgestellt werden. In den drei Bereichen Max-Haus, Max-Holz und Max-Technik werden rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Jährlich sind zwei Ausbildungsplätze zu vergeben, einer als Holzmechaniker und einer als Zimmerer.

Bei der Vergabe der Ausbildungsplätze werde eine Balance zwischen Noten, Fähigkeiten und Motivation angestrebt, erläutert Jana Wegemund. Die Schulnoten allein könnten bei Auswahl eines Azubi nicht das alleinige Kriterium sein. "Sie geben aber wichtige Anhaltspunkte für die Lernbereitschaft", sagt sie und fügt hinzu: "Schließlich ist während der Ausbildung auch theoretischer Stoff zu erlernen."

Um eine möglichst genaue Vorstellung von dem künftigen Beruf zu vermitteln, bietet Max-Haus schon vor einer Bewerbung die Möglichkeit, entweder über die Schule oder in den Ferien ein Praktikum zu absolvieren. Darüber hinaus stellt es sich nicht nur auf Lehrstellenbörsen wie beispielsweise der Jobaktiv der Arbeitsagentur oder der Industrie- und Handelskammer vor. Es wird zum Beispiel auch die Klosterfelder Oberschule besucht. "Interessierte Jugendliche", so Jana Wegemund, "laden wir dann gezielt zu einer Werksbesichtigung ein und holen sie auch mit einem Fahrzeug von der Schule ab." Nicht zuletzt werden auch Einstiegsqualifizierungen durchgeführt. Dies ist gleichsam eine halbjährige "Lehre auf Testbasis", die von der Arbeitsagentur gefördert wird.

Bei all diesen Möglichkeiten, da sind sich Jana Wegemund und Oliver Pester einig, können sich beide Seiten kennenlernen. Bewerber finden heraus, ob ihnen der Beruf liegt und die Unternehmen können sich überzeugen, ob so wichtige Einstellungskriterien für einen Handwerksberuf wie Zuverlässigkeit, handwerkliches Geschick und technisches Talent, Motivation und Lernbereitschaft erfüllt werden.

Unternehmen können für sich Punkte sammeln, wenn sie den Wertewandel im Auge behalten, der sich bei jungen Leuten vollzieht, greift Oliver Pester an anderes Thema auf. Dazu gehöre die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Ruhlsdorfer Unternehmen strebt in jedem Fall die Übernahme eines Auszubildenden an, sagt Jana Wegemund. So wird eine längerfristige Perspektive für die Lebensplanung eröffnet. Ebenfalls wichtig seien ein gutes Betriebsklima und die Anerkennung von guten Leistungen der Azubis.

"Handwerksberufe werden im Hinblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten leider oft unterschätzt", sagt Zimmerer-Meister Thomas Koch und verweist zum Beispiel auf die Aufstiegsmöglichkeiten als Meister.

Ob familiäre und berufliche Interessen sich ent- oder widersprechen, liegt nicht allein in der Hand von Unternehmen. Die Mehrheit der Mitarbeiter von Max-Haus wohnt im Bereich Bernau/Klosterfelde, sagt Jana Wegemund. Denn es dauere sehr lange, mit dem Bus von Eberswalde nach Ruhlsdorf zu kommen. Vor allem für junge Familien mit Kindern seien kurze Fahrzeiten wichtig.

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