Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Zu laut
Eltern wollen Feuerwehrsirene von Kita-Dach verbannen

Ärgernis: Die Sirene auf dem Dach sorgt zuweilen für kullernde Tränen bei erschrockenen Kita-Kindern.
Ärgernis: Die Sirene auf dem Dach sorgt zuweilen für kullernde Tränen bei erschrockenen Kita-Kindern. © Foto: Jürgen Rammelt
Brian Kehnscherper / 22.03.2019, 06:00 Uhr
Linow (MOZ) Seit Jahr und Tag steht auf dem Dach der Linower Kita "Wiesenwichtel" eine Feuerwehrsirene. Zuweilen bringt das Heulen der Signalanlage Kinder zum Weinen. Nun wollen Eltern, dass die Sirene verschwindet. Doch das ist nicht so leicht umzusetzen.

Die Feuerwehrsirene bringt der Kita "Wiesenwichtel" derzeit einige mediale Aufmerksamkeit. Weil Eltern sich darüber beschwert haben, dass das Heulen Kinder aus dem Mittagsschlaf weckt und sie zum Weinen bringt, hat die CDU-Fraktion der Rheinsberger Stadtverordnetenversammlung den Antrag gestellt, einen anderen Standort zu suchen. Dadurch wurde die Presse auf das Thema aufmerksam. Kita-Leiterin Franziska Hennig kann sich seitdem vor Anfragen kaum retten. Selbst das Fernsehen habe schon angefragt.

Wie Hennig sagt, geht die Sirene üblicherweise nur selten während der Öffnungszeiten der Kita los. Durch die vielen Brände im vergangenen Rekordsommer habe sie jedoch vermehrt geheult. Normalerweise störe das die Kinder nicht. Allerdings ist es laut Hennig zuletzt oft vorgekommen, das der Alarm ausgerechnet während des Mittagsschlafs ausgelöst wurde und die Kinder abrupt aus dem Schlaf riss. Dann gebe es schon mal Tränen. Die Eltern hatten daher eine Unterschriftenaktion gestartet. Hennig selbst stört sich gar nicht so sehr an der Sirene. "Sie war ja schon immer da. Es ist störend, aber wir haben uns damit arrangiert. Wenn es eine Möglichkeit gibt, dass das Ding nicht mehr hier steht, wäre es aber schön." Linows Ortsvorsteher Burkhardt Stranz (CDU), der auch in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, steht dem Ganzen ambivalent gegenüber. "Wir haben die Sirene da schon 50 oder 60 Jahre. Sie war schon da, als ich noch in den Kindergarten gegangen bin. Meine Kinder sind auch in die Kita gegangen. Es gab nie Beschwerden. Keiner hier ist psychisch gestört. Doch nun kann es keiner mehr ertragen. Wenn es so ist, dann soll es sein", sagt er. Deshalb hat seine Fraktion das Anliegen der Eltern aufgenommen und den Antrag gestellt.

Allerdings lässt sich das Ansinnen nur schwer umsetzen. Weil kaum jemand eine Sirene auf seinem Dach haben möchte, kommt wohl nur ein Mast in Frage. Der Ort hat aber keine Masten. Zudem dürfte der neue Standort vom jetzigen nicht zu weit entfernt sein. Wegen der hügeligen Topografie Linows könnte sonst der Funkempfang, durch den der Alarm ausgelöst wird,  gestört sein. Zudem seien die neuen Anlagen laut Stranz dreimal so laut wie die alten Modelle. Der Ortsvorsteher weist außerdem darauf hin, dass die Räume durch das Obergeschoss getrennt unterhalb der Sirene liegen. Dort sei der Schallpegel noch am niedrigsten. Die Heuler seien so konzipiert, dass der Schall von ihnen weggetragen wird.

Sirene

■ Eine Sirene soll in einem Notfall die Feuerwehr alarmieren, aber auch die Bevölkerung bei Katastrophen warnen. Im Fall eines Kriegs sollen die Anlagen die Bevölkerung auch vor drohenden Luftangriffen warnen.

■ Weil nicht jeder Feuerwehrmann einen Pieper hat, mit dem er zu einem Einsatz gerufen werden kann, sind Sirenen auch wichtig, um die Retter zum Einsatz zu rufen.

■ Das Signal für einen dringenden Einsatz ist ein einmütiger Dauerton.⇥ (bk)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG