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Herberge des Kienitzer Vereins Rehkitz hat sich seit der Wende zur Erfolgsgeschichte entwickelt

Heimatkunde
Ferien in der alten Schule

Ulf Grieger / 23.03.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 24.03.2019, 13:44
Kienitz (MOZ) Die Landherberge des Vereins "Rehkitz" in Kienitz ist startbereit für die neue Saison. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert erholen sich dort vor allem Berliner Schulklassen  und erkunden das Oderbruch. "Rehkitz" ist eine erfolgreiche Nachwendegeschichte.

Karola Wiesinger und ihr Mann Dietmar können mit Fug und Recht sagen, dass sie ihr Leben lang mit der Kienitzer Schule verbunden sind. Vor mehr als 50 Jahren waren beiden in dem 1836/37 erbauten Gebäude, das nach seiner Kriegszerstörung 1945 bis 1951 umfangreich rekonstruiert  worden war, zur Schule gegangen.

Seit 1991 ist Karola Wiesinger dort "Herbergsmutter". Die gelernte Schuhfacharbeiterin, die im Kienitzer Zweigwerk von "Goldpunkt Berlin" als Näherin gearbeitet hatte, begann im Zuge des absehbaren Endes der Fabrik als ABM-Kraft des Vereins "Heimat und Landschaft". Der hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Schulhaus, in dem nach dem Ende des Schulbetriebs 1983 provisorische Wohnungen eingerichtet worden waren, zu einer Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche zu machen. Daraus entwickelte sich dann der Verein "Rehkitz". Der Name steht für die Ziele, die die Gründer um Klaus Hammerlik damit verbanden: ein Ort für Rehabilitation, Kommunikation, Integration als touristisches Zentrum. Aus diesem Zentrum wurde eine Herberge, die ihren jungen Gästen neben dem unabdingbaren W-Lan einiges zu bieten hat. "Wir sind sehr gut in der Region vernetzt", sagt die Herbergsmutter, die bei ihrer Arbeit auch von ihrem Mann Dietmar unterstützt wird. In der Saison kommen zwei weitere Mitarbeiterinnen hinzu. Die Gemeinde Letschin, der das Haus gehört, hat Zug um Zug alles modernisiert.

Mit den meisten Berliner Schulen, aus denen die Klassen nach Kienitz kommen, bestehen seit langem Kontakte. Die Kapazität der Herberge reicht gerade für eine Klasse und ihre Begleiter. Die Kinder fahren vom Oderdeich, den sie von den Fenstern aus sehen, gern zum Letschiner Eisenbahnverein, zur Skaterbahn nach Groß Neuendorf, zum Erlenhof oder zur Bockwindmühle Wilhelmsaue. Naturerlebnisse gibt es in Kooperation mit dem Ferienhof "Uferloos".

Für die Vollverpflegung ihrer Gäste sorgt Karola Wiesinger meist selbst. Frühstück, Mittag und Abendbrot für rund 30 Personen zu machen – das hat sie im Laufe der Jahre gelernt. Von der Schreibtischarbeit bis zum Wäschewaschen reichte ihr Arbeitsprogramm. Ihre beiden Kinder, so lange sie klein waren, haben das Herbergstreiben ebenso miterlebt wie die anderen Dorfkinder. Eigener Urlaub hingegen war meist erst im Winter oder in der Nachsaison möglich.  Jetzt, mit 59 Jahren, gehen die Gedanken der Herbergsleiterin und des von Edgar Petrick geleiteten siebenköpfigen Rehkitz-Vereins schon in die Richtung einer Nachfolgeregelung. Denn diese Arbeit ist nicht ein Job wie jeder andere, ist allen Beteiligten klar. Karola Wiesinger jedenfalls würde sich freuen, wenn sie jemanden dafür langsam einarbeiten könnte.

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