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Golmer Feuerwehr bekommt ausgemustertes Fahrzeug aus Frankfurt am Main

Überraschung
Geschenkt vom Flughafen

Oliver Schwers / 26.03.2019, 06:45 Uhr
Golm (MOZ) Der Flughafen Frankfurt am Main hat dem uckermärkischen Dorf Golm eine Feuerwehr geschenkt. Das Löschfahrzeug ist nach 800 Kilometern Anreise bis in die Garage gerollt. Der willkommene Ersatz entspannt die Fahrzeugsituation im Amtsbereich Gramzow.

Autos mit mehr als 100 000 Kilometern Laufleistung und vier Jahrzehnten auf dem Buckel sind keine Ausnahme in Dorffeuerwehren in Brandenburg. Weil aber allerorts das Geld fehlt für teure Neubeschaffungen, wird oft improvisiert. Es gibt immer noch Wagen aus DDR-Beständen, für die kaum noch Ersatzteile zu beschaffen sind. Und so kümmern sich die Freiwilligen oft selbst.

Gerade die kleine Ortswehr von Golm ist aber pfiffig. Hier sitzen Leute mit Verbindungen in alle Welt. Und rein zufällig hat Klaus Moritz, der bei der Berufsfeuerwehr auf dem Flughafen Frankfurt am Main arbeitet, familiäre Wurzeln in der Uckermark. Er fährt auch häufig quer durch Deutschland, wird bei Festen und Jubiläen gesehen. Als ihm zu Ohren kommt, dass gleich drei Fahrzeuge auf dem Flughafen ausgesondert werden, denkt er sofort an die vielen Bemühungen der Golmer freiwilligen Kollegen, an halbwegs moderne Autos zu kommen. Und die Sache klappt. Gegen eine Spendenbescheinigung darf Klaus Moritz einen Mercedes LF 8/6 mitnehmen. "Als ich die Situation auf dem Lande geschildert habe, handelte die zuständige Kollegin sofort", berichtet der Feuerwehrmann.

Ausgemustert ist das völlig intakte Fahrzeug wegen seines Alters. Es hat aber nur 19 Jahre und 35 000 Kilometer auf dem Tachometer. Es diente ausschließlich für Schulungszwecke, hat nie ein echtes Feuer gesehen hat. Und weil die Typenvielfalt den Schulungsaufwand in die Höhe treibt, wurde es abgerüstet. Ein Teil der Beladung bleibt aber an Bord – ebenfalls ein Geschenk für die Golmer. Und da sich Klaus Moritz in seiner Heimatgemeinde Hirzenhain umgesehen hat, entdeckte er in der dortigen Wehr auch noch Brauchbares, darunter Flaschen für Atemschutz oder einen kompletten hydraulischen Hilfeleistungssatz.

Nach zehn Stunden Fahrt landet die Fracht in Golm. Dort steht der Ortsvorsteher und lang gediente Brandschutzexperte Günter Rohde schon mit dem Zollstock. Denn es kommt die bange Frage: Passt der große Wagen ins doch sehr schmächtige Gerätehaus? "Zentimetergenau", sagt Rohde. Für ihn ist das Löschfahrzeug ein Segen. Künftig können neun Leute ausrücken statt nur sechs, Und es gibt einen 600-Liter-Wasser-Tank.

Der Feuerwehrverein Golm übernimmt den Ersatzwagen, lässt TÜV und technische Prüfung machen und stellt ihn dann per Vertrag in den Dienst des Amtes Gramzow. Das alte und kleinere Fahrzeug wird aber deshalb nicht verschrottet. Es ist gleichaltrig, hat aber schon über 200 000 Kilometer auf der Uhr – ein umgebauter Straßendienstwagen. Zu Ehren von Günter Rohde trägt es sogar den Vornamen des Ortsvorstehers auf dem Blech.

"Wir übergeben es ans Amt", sagt Rohde. Es könne dann Ersatz für die abgebrannte Zichower Wehr sein oder als Austausch für einen der immer noch in Dienst stehenden Robur aus DDR-Tagen dienen.

Zur fröhlichen Einfahrt in die Garage hat die Golmer Wehr auch noch einen kompletten Satz Jacken von der Firma Kayo Security Prenzlau bekommen.

Nur ein Problem ist offen: Wie das neue Auto heißen soll, steht bis jetzt noch nicht fest.

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