Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Herzfelder Ziegeleibahnfreunde bauen neben Strecke im Museumspark auch am eigenen Standort

Vereinsleben
Gleisbau mit Muskelkraft

Uwe Spranger / 26.03.2019, 06:45 Uhr
Herzfelde (MOZ) Die Herzfelder Ziegeleibahnfreunde haben am Wochenende auf ihrem Gelände den Gleisbau vorangetrieben. Zum Fahrtag zu Pfingsten soll das Umsetzgleis genutzt werden. Bereits zu Ostern soll die Strecke im Museumspark bereit sein.

"Wir wollen das in Rüdersdorf so weit hinkriegen, dass zwischen Schachtofenbatterie und Karpfenteich gefahren werden kann", verkündet Frank Engel, der Vorsitzende der Ziegelei-bahnfreunde. Man habe schon überlegt, komplett dorthin umzuziehen, aber das schließt er vorerst aus: "Unsere Loks sind alles Oldtimer, die jüngste 50 Jahre alt. Die müssen trocken stehen." Im Museumspark gebe es bislang lediglich einen noch nicht regendichten Container, auf dem ehemaligen Ziegeleigelände in Herzfelde hingegen insgesamt 60 Meter überdachte Gleise in mehreren Gebäuden. Deshalb wolle man beide Standorte parallel weiterentwickeln.

15 Mitglieder hat der Verein derzeit, darunter auch Kleinbahnfans aus der Schweiz, Baden-Württemberg und Sachsen. Etwa eine Hand voll seien richtig aktiv, berichtet Engel. Und für besondere Aufgaben trommele man noch ein paar zusätzliche Helfer herbei.

Am vergangenen Wochenende war indes nur eine kleine Gruppe am Werkeln. Nachdem Anfang März bereits alle betriebsfähigen Loks aus dem Winterschlaf geholt und probegefahren wurden, standen nunmehr Arbeiten im Außenbereich auf dem Programm. Eine Woche zuvor hatten die Bastler bereits die Weiche für ein Umsetzgleis in Position gerückt und die ersten Schienen passend gebogen. Nunmehr sollte die Verbindung hergestellt werden.

Zunächst einmal hieß es aber rangieren, um Loren aus dem Weg oder an die richtige Position zu bekommen. Zum Beispiel, um neue Schwellen herbeizuschaffen. Unter sämtlichen Schienen haben die Ziegeleibahn-freunde bereits die Hölzer ausgetauscht, denn die alten waren über die Jahre verfault. Mit Muskelkraft sowie Gleiszange, Vorschlaghammer, Hebeln und anderen Hilfsmitteln bringen Engel und Dieter Karin die Balken an die richtige Position. Engel, auch im Beruf bei der Bahn, aber nicht im Streckenbau oder in Zügen, kontrolliert mit dem Nivelliergerät die Höhenlage. Damit die Schiene an der richtigen Stelle ankommt. "Er ist wenigstens nicht so übergenau wie ein Kollege", erzählt Karin, der seit vier Jahren dabei ist. "Mein Vater war Eisenbahner", sagt der Neuenhagener. "Es macht einfach Spaß hier", erklärt der Rentner.

Zum Glück stößt dann noch Gerd Lotzin zu den beiden. Auch der Fürstenwalder ist bei der Bahn, sieht das Wirken in Herzfelde als Ausgleich. Über Foren war er auf die Truppe gestoßen.

Nun müssen noch die Schienenstücke herangeholt werden. Die gut zehn Meter langen Stahlstücke wiegen fast 200 Kilo. An eine Lok angekettet, bugsieren die drei Bastler sie zunächst vom Stapel in Gleisnähe und wuchten die beiden Enden dann auf die Lore, mit der sie letztlich zum Bestimmungsort gefahren werden. Das Material stamme von einem Rangierbahnhof in Chemnitz, verrät Engel. Da habe mal jemand einen größeren Posten verkauft. Denn neue Schienen seien sehr teuer, erklärt der Woltersdorfer. Deshalb baue man seine Weichen selbst, auch wenn das aufwendig und langwierig sei.

Zeit braucht auch das Einbauen der neuen Schienen am Umsetzgleis. Verschraubt ist das erste Stück noch relativ schnell, aber dann muss es auf Länge gebracht, angebohrt, mit den Schwellen verschraubt und schließlich auch noch mit Muskelkraft und einer speziellen "Kralle" gebogen werden ... So werden dem mehrstündigen Einsatz an diesem Wochenende noch weitere folgen müssen, damit zu Pfingsten für Besucher alles bereit ist.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG