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Besonders auf dem Inselgelände sind Wildtiere ein Problem / Stadt verstärkt Zaun um Inselfriedhof

Wildtiere
Futterstellen ziehen Schweine an

Aufgewühlter Rasen: Überall auf dem Inselgelände finden sich Spuren von Wildschweinen.
Aufgewühlter Rasen: Überall auf dem Inselgelände finden sich Spuren von Wildschweinen. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 26.03.2019, 07:30 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Wildschweine, die sich bis in das Stadtgebiet vorwagen, sind nach wie vor ein Problem. Gegenmaßnahmen sind allerdings nur schwer zu realisieren. Das Jagen der Tiere im Stadtgebiet ist nicht möglich.

Kann man noch unbeschwert auf der Insel spazieren gehen, ohne befürchten zu müssen, Wildschweinen zu begegnen? Der Stadtverordnete Dietmar Brauer (Die Linke) erweckte jüngst in der Stadtverordnetenversammlung den Eindruck. "Was ist auf dem Inselgelände los?", fragte er und sprach von einer Wildschweinplage. "Was gedenkt die Stadt zu tun, dass Besucher sich dort frei bewegen können und nicht nur die Wildschweine?", wollte er wissen.

Tatsächlich wüten die Tiere auf der Insel immer wieder, überall sind die Spuren zu sehen. Rasenflächen sind an mehreren Stellen aufgewühlt. Von einer Plage will die Stadtverwaltung aber nicht sprechen. "Eine detaillierte Schadensaufstellung gibt es nicht", sagt Stadtsprecher Frank Eckert. Gleichwohl seien Schäden bekannt, sofern sie denn gemeldet werden. Und das betrifft eben auch die Insel. "In den Staudenanlagen auf der Insel kam es im Sommer des vergangenen Jahres zu massiven Verwüstungen der Beete und Anlagen", nennt Frank Eckert ein besonders drastisches Beispiel, wo tatsächlich der von Dietmar Brauer  angesprochene Bereich betroffen war.

Aber auf der Suche nach Nahrung beschränken sich die Borstentiere längst nicht nur auf das Inselgelände. Frank Eckert nennt weitere Bereiche, die betroffen sind: "Schwerpunkte sind auch der Rosenhügel, der Bereich Diehloer Berge, Gebiete rund um Gartensparten sowie der Inselfriedhof." Im vergangenen Jahr war sogar eine Bache zwischen Saarlouiser Straße und Straße der Republik gesichtet worden und hatte für Unruhe gesorgt. Sie ist ohne Gegenmaßnahmen wieder verschwunden.

Allerdings ist es schwierig, die Tiere zu verjagen. Eine Bejagung im Stadtgebiet sei nur schwer umsetzbar, erklärt Frank Eckert. "Einzig verbleibende Maßnahme ist das Ausbringen von Vergrämungsmitteln", so Eckert. Privatgrundstücke und Privatgärten sollten deshalb in Randgebieten entsprechend und angemessen gesichert werden. So hat die Stadt den Zaun um den Inselfriedhof verstärkt, nachdem es zuvor auf dem Gelände zu Verwüstungen gekommen war.

Vor allem sollten Gartenabfälle nicht außerhalb der Grundstücke – illegal – entsorgt werden, nennt der Stadtsprecher eine weitere Gegenmaßnahme. Und er mahnt: "Es sollte auch davon Abstand genommen werden, Futterstellen in den entsprechenden Gebieten einzurichten. Vor allem auf der Insel hatten wir diesbezüglich in jüngster Vergangenheit Probleme."

Darauf geht auch die städtische Gebäudewirtschaft in ihrer Mieterzeitung ein, wo dem Problem Wildschwein ein eigener Artikel gewidmet ist. Dort gibt es sogar Tipps, wie man sich verhalten soll, wenn man solch einem Tier plötzlich begegnet. "Oftmals riechen Sie die Schweine eher, als dass Sie sie sehen. Liegt Maggi-Würze in der Luft, spricht vieles für Wildschweine. Die Tiere hinterlassen Duftnoten. Bei direkter Begegnung geben Sie den Wildschweinen eine Fluchtmöglichkeit, sie werden diese dem Angriff vorziehen." Das Wildschwein-Problem dürfte sich so schnell nicht lösen lassen. "Die Probleme bestehen seit mehreren Jahren", sagt Frank Eckert. "Auf Grund milder Winter und großem Futterangebot wird das Problem sicherlich auch künftig bestehen bleiben beziehungsweise nicht geringer werden."

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