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Gastronomie
Neue Wirtsleute wollen Bärenklauer Dorfkrug im April eröffnen

Marco Winkler / 26.03.2019, 11:30 Uhr
Bärenklau (MOZ) Sie erfüllen sich nicht nur den eigenen Traum: Wenn Joanna und Gregor Künzel im April den Dorfkrug in Betrieb nehmen, wird dem Wunsch der Bärenklauer nach verlängerten Öffnungszeiten Rechnung getragen.

Sie wissen um die zahlreichen Streitigkeiten zwischen Pächter und Gemeinde, mit denen der Dorfkrug in den vergangenen Monaten Schlagzeilen machte. Die Gaststätte wurde zum Politikum. Selbst der Ortsbeirat sehnte sich einen Betreiberwechsel herbei. "Die Vergangenheit hat mit uns aber nichts zu tun", sagt Joanna Künzer. "Wir ziehen einen Schlussstrich und wagen einen Neustart, verbunden mit der Hoffnung, dass die Bärenklauer uns dabei begleiten." Die 43-Jährige ist zuversichtlich, dass das gelingen wird.

Zusammen mit ihrem Mann Gregor wird sie den Dorfkrug künftig betreiben. Für diese Woche ist die Übergabe mit der Gemeinde, Eigentümer der Immobilie, angesetzt. "Unser Ziel ist es, Mitte April die ersten Gäste im Restaurant empfangen zu können, spätestens zu Ostern soll der Betrieb laufen", sagt Gregor Künzer. Der 48-Jährige ist seit 28 Jahren Koch; seine Frau arbeitet als Hotelfachfrau. "Wir wollen einen Familienbetrieb etablieren", sagt er. Er in der Küche, sie im Service. Die zwei Söhne, 17 und 19 Jahre alt, helfen aus. "Deshalb ziehen wir bald nach Oberkrämer, wir wollen hier unsere ganze Energie reinstecken", sagt Joanna Künzer.

Noch wohnt die Familie in Berlin, bald steht der Umzug nach Klein-Ziethen an. Von der hektischen Großstadt ins Landleben: eine echte Umstellung. "An die Ruhe werde ich mich gewöhnen müssen", sagt Joanna Künzer. "Wir werden den Kopf frei kriegen", schiebt ihr Mann nach. Seine Rezepte für den Dorfkrug hat er schon im Kopf: Eisbein, Haxe, Rinderrouladen. Bürgerliche Küche, Saisonales und Regionales wie Matjes und Spargel sollen das Angebot ergänzen. "Die Karte wird übersichtlich sein. Wie bieten keine 188 Speisen an. Die könnten wir alle gar nicht frisch zubereiten", sagt Gregor Künzer. "Die Gerichte gibt es in unserer Heimat auch, es ist quasi kulinarisch kaum ein Kulturunterschied." Worauf er anspielt: Die Familie kommt aus Oberschlesien, aus der Nähe von Breslau. Seit bald 25 Jahren ist das Paar verheiratet. "Wir haben uns in einem Hotel kennengelernt und sind 2001 nach Berlin gezogen", sagt Joanna Künzer. Sie zog ihrem Mann nach, der seine Wurzeln in Deutschland hat. "Ursprünglich kommt meine Familie aus Bayern und Hamburg. Die Sehnsucht nach Deutschland war immer da", sagt er. Zumal die finanzielle Unterstützung in der Gastronomie besser sei als in Polen.

In Bärenklau schlagen sie einen neuen Weg ein: "Uns und der Gemeinde ist es wichtig, dass wir auch unter der Woche Gäste bedienen können", sagt die neue Pächterin. Geöffnet hat der Dorfkrug künftig also nicht nur am Wochenende, sondern immer dienstags bis freitags von 15 bis 21 Uhr sowie am Wochenende von 12 bis 21 Uhr. Damit entsprechen die Künzers und die Gemeinde einem lang gehegten Wunsch der Bärenklauer.

Innen bleibt jedoch alles beim Alten: Es gibt den Restaurant-Bereich wie bisher, die Bar und den großen Festsaal, der weiterhin für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Erste Anfragen kann Familie Künzer schon verbuchen. Hinzu kommen sollen ein Biergarten im hinteren Teil und ein kleiner Sommergarten vor der Gaststätte. Der Wintergarten soll im Herbst erneuert werden. Was ebenfalls bleibt: der Name. "Der hat Tradition in Bärenklau, daran rütteln wir trotz unseres Neustarts nicht", sagt Gregor Künzer.

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