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ArcelorMittal
"Wir sehen eine erfolgreiche Zukunft"

Janet Neiser / 26.03.2019, 18:59 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Mit Sorgen haben die Brandenburger auf die Strukturveränderung im Flachstahlbereich von ArcelorMittal (AM) reagiert. Eisenhüttenstadt wird künftig mit Bremen an einem Strang ziehen. Reiner Blaschek, der Vorsitzende des AM-Vorstands in Bremen und wahrscheinlich künftiger Chef beider Standorte, hat Fragen von beantwortet.

Herr Blaschek, in Eisenhüttenstadt sind die Mitarbeiter von ArcelorMittal sowie Lokalpolitiker beunruhigt aufgrund der Strukturveränderungen im Konzern. Müssen sie sich Sorgen machen?

Mit der länderorientierten Organisationsstruktur in Form von so genannten Clustern beabsichtigt ArcelorMittal Europe – Flat Products in allen europäischen Ländern, in denen der Konzern präsent ist, die Zuverlässigkeit, Qualität und den Service aller Werke weiter zu verbessern sowie zusätzliche Vorteile durch gleiche Sprache, Kultur und rechtliche Rahmenbedingungen zu erzielen. Damit sollen die Produktionsstandorte gestärkt werden. In Deutschland sind die Standorte in Eisenhüttenstadt und Bremen, die bislang in der europäischen Ostgruppe mit Polen beziehungsweise der Nordgruppe mit Belgien und Nordfrankreich integriert waren, in diesen Cluster-Prozess eingebunden.

Welche Auswirkungen werden die Veränderungen auf den Standort in Eisenhüttenstadt haben?

Bremen und Eisenhüttenstadt haben bereits seit einigen Jahren eine gemeinsame Einkaufsplattform. Ziel der künftigen Cluster-Struktur ist, die lokalen Standorte zu stärken, um besser auf politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Wo sehen Sie das  integrierte Hüttenwerk in Ostbrandenburg in zehn Jahren?

Der Stahlstandort Eisenhüttenstadt hat eine erfolgreiche Geschichte. Und wir sind überzeugt, dass der Standort ebenso eine erfolgreiche Zukunft vor sich haben wird. Mit der Stärkung der Produktionsstandorte in der Landesorganisation wird dieses Ziel unterstützt.

Es gibt Ängste, dass Investitionen künftig vor allem in den Bremer Standort von ArcelorMittal fließen werden. Was sagen Sie dazu?

ArcelorMittal investiert in Bremen ebenso wie in Eisenhüttenstadt. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind 150 Millionen Euro in Eisenhüttenstadt investiert worden, dieses Jahr sind 30 Millionen Euro geplant.

Werden Sie als Geschäftsführer von ArcelorMittal in Deutschland auch ein Büro in Eisenhüttenstadt haben?

Aktuell bin ich Vorsitzender der Geschäftsführung von ArcelorMittal Bremen und – in enger Abstimmung mit den Kollegen in Eisenhüttenstadt – zuständig für die deutschen Flachstahlstandorte im Europa-Management.

Unter anderem der Bürgermeister von Eisenhüttenstadt ist der Meinung, dass es zu Lasten des ostbrandenburgischen Standortes gehen wird, dass in Bremen Absatzmärkte weggebrochen sind. Was sagen Sie dazu?

Solche Aussagen entbehren jeder Grundlage.

Wo genau liegen die Synergien der beiden Werke?

Synergien sind vor allem zu erwarten in Zuverlässigkeit, Qualität und Kundenservice, aber auch bei den Erwartungen seitens der Politik sind gleiche rechtliche Rahmenbedingungen einer Landesorganisation von Vorteil.

Welche Chancen bietet die Strukturveränderung im europäischen Flachstahlbereich?

Ziel der künftigen Cluster-Struktur ist, die lokalen Standorte zu stärken, um besser auf politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Wo liegen die größten Herausforderungen?

Die Arbeit im Länder-Cluster bietet für unsere Unternehmen, unsere Kunden und Mitarbeiter viele Vorteile, wie gleiche Sprache und Kultur, aber auch gleiche rechtliche Rahmenbedingungen. Die Herausforderung besteht darin, die Vorteile mit unseren Mitarbeitern zu nutzen, indem wir hochwertige Produkte zuverlässig und mit exzellentem Service anbieten, wettbewerbsfähig bleiben und unsere Position weiter verbessern.

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