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Pflanzung
Ein Apfelbaum für den Garten des Buches

Drei Religionen vereint: Der Rabbiner Naham Presman, Stiftsvorsteherin Kara Huber und der Imam Kamal Mohammed Abdallah (von links) haben gemeinsam einen Apfelbaum im Lindower Kloster gepflanzt.
Drei Religionen vereint: Der Rabbiner Naham Presman, Stiftsvorsteherin Kara Huber und der Imam Kamal Mohammed Abdallah (von links) haben gemeinsam einen Apfelbaum im Lindower Kloster gepflanzt. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 29.03.2019, 08:30 Uhr
Lindow Es war ein ganz besonderer Baum, der am Mittwochnachmittag auf dem Areal des Klosterstifts Lindow gepflanzt wurde. Dort entsteht auf einer früheren Brachfläche ein sogenannter Garten des Buches. Rund 80 Gäste, darunter Mitglieder der Stiftsgemeinschaft des Klosters und Einwohner der Stadt Lindow, machten sich am Mittwoch ein Bild davon, wie der Garten Gestalt annimmt.

Nach einem Lied über die vier Jahreszeiten, vorgetragen von Mädchen und Jungen der Lindower Kita, begrüßte der Kapitelvorstand des Klosterstifts, Horst Borgmann, die Gäste. Dabei erklärte er, dass bei der Baumpflanzung die abrahamitischen Religionen berücksichtigt werden. Aus diesem Anlass seien mit Naham Presman, der Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde aus Potsdam, Kamal Mohamed Abdallah, der Imam und Vorsitzende des Vereins der Muslime aus der Landeshauptstadt, sowie der Berliner Pfarrer Sascha Gebauer nach Lindow gekommen.

Dann ergriff Kara Huber, die Stiftsvorsteherin, das Wort. In ihrem Grußwort sprach die Frau des früheren evangelischen Landesbischofs Wolfgang Huber     von einem "großen Geschenk", das im Klostergarten langsam Form annimmt. Sie verwies aber auch auf den "Dschungel der Bürokratie" der überwunden werden musste, um zum Beispiel neue Sichtachsen zu schaffen und das Gelände zu verändern. "Es mussten Anträge gestellt, überarbeitet, nochmal überarbeitet und wiederum überarbeitet werden", erklärte sie das schwierige Verfahren. Huber sprach die Erwartung aus, dass dieser Platz einmal ein Ort für die Stiftsgemeinde, für die Bewohner und Gäste des Altenheims und für alle Besucher der Stadt wird.  Huber erklärte, dass es sich beim Garten des Buches um ein besonderes Areal  handelt, auf dem einmal Pflanzen wachsen, die in den heiligen Schriften des Christen- und Judentums sowie des Islam erwähnt werden.

Dieses Anliegen fand auch in den Grußbotschaften von Naham Presman und des Iman vom Verein der Muslime Potsdam seinen Ausdruck, die betonten, dass es darum geht, miteinander in Frieden zu leben und einander zu achten. Lindows Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU), die ebenfalls das Wort ergriff, hob die Bedeutung ihrer Stadt als Erholungsort hervor, der mit der Klosterruine, den Seen und der Region einen Ort besitzt, der jährlich von vielen Touristen besucht wird. Deshalb unterstütze die Stadt das Projekt.

Zum Höhepunkt wurde ein Apfelbaum gepflanzt, der an seinen Haupttrieben bereits veredelt wurde. Das Besondere daran ist, wie Horst Borgmann versicherte, dass, wenn der Baum einmal Früchte tragen wird, fünf verschiedenen Apfelsorten an den Zweigen wachsen.(jr)

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