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Schulstandort
Trockenrasen frisst Fördersumme

Draufsicht: Durch den geplanten Schulstandort auf dem jetzigen Fußballplatz in Vogelsdorf rückt der Kunstrasen für die TSG in den Trockenrasenbereich. Für den muss dann eine teure Ausgleichsmaßnahme verwirklicht werden.
Draufsicht: Durch den geplanten Schulstandort auf dem jetzigen Fußballplatz in Vogelsdorf rückt der Kunstrasen für die TSG in den Trockenrasenbereich. Für den muss dann eine teure Ausgleichsmaßnahme verwirklicht werden. © Foto: Google
Uwe Spranger / 30.03.2019, 09:45 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Der Bau eines Kunstrasenplatzes am Sportstandort Försterweg erscheint derzeit äußerst fraglich. Im Hauptausschuss ist eine erforderliche Ausgleichsmaßnahme für ein Biotop durchgefallen. Zugleich wurden erneut Zweifel am dort geplanten Schulstandort laut.

Wenn es einzig und allein um den Kunstrasenplatz in Vogelsdorf ginge, wäre der mit rund 370 000 Euro veranschlagte Kompensationsvorschlag nicht erforderlich, bestätigte Bürgermeister Thomas Krieger am Donnerstagabend im Hauptausschuss auf Nachfrage eindeutig. Dann könnte das Spielfeld nämlich dort entstehen, wo jetzt schon ein Fußballplatz ist. Die Mehrheit der Gemeindevertretung hat jedoch dafür plädiert, dass an dem Standort eine neue Oberschule gebaut werden soll. Damit die jetzige in der Tieckstraße freigezogen wird, um Platz für die Fred-Vogel-Grundschule zu gewinnen. Die ist schon voll und die Schülerzahl wächst weiter.

Durch den geplanten Schulbau rückte der Kunstrasen weiter nach hinten auf eine Fläche, auf der geschützte Arten und ein Trockenrasenbiotop existieren. Für den Eingriff in die Natur muss ein Ausgleich geschaffen werden. Im eigenen Ort hatte die Gemeinde keine passenden Flächen gefunden. Nach langer Suche war die Verwaltung auf einen Flächenpool für derlei Aktivitäten bei Königs Wusterhausen gestoßen. Und hatte eine entsprechende Beschlussvorlage präsentiert. Die stieß nun auf Widerspruch.

"Ich bin erstaunt, wo plötzlich all die Gelder herkommen", äußerte Katrin Werner (Linke) und fügte hinzu, dass man die 370 000 Euro auch gut für andere Zwecke einsetzen könnte. Aus ihrer Sicht wird immer deutlicher, dass die Idee, dort einen Schulstandort zu initiieren, nicht funktioniere. "Wir sehen immer mehr Stoppzeichen." Reinhard Sept (SPD) kann sich zwar vorstellen, dass eine Baugenehmigung zu erlangen sei, erwartet dafür aber noch weit mehr Auflagen. "Wir wollten das Beste für die Kinder, aber das wird nicht der beste Standort", sagte er und verwies darauf, dass baurechtlich der Standort Landstraße "unproblematisch" wäre.

Wenn die Schule nicht komme, sei auch der Sportkomplex Vogelsdorf gestorben, hielt Torsten Paulus (CDU & Unabhängige) entgegen. Deshalb werde man an dem Projekt festhalten. Volker Heiermann (SPD) konterte, der vorgesehene Neubau eines Funktionsgebäudes sei nur "gestorben", weil die Schule dazwischenkam. Sonst könnte alles auf den vorhandenen Flächen passieren, müsste nicht in geschützte Gebiete eingegriffen werden. Ralf Haida vom Naturschutzbund hatte für den Bürgerbeirat Fredersdorf-Süd deswegen auch von "erheblichen Hindernissen und naturschutzrechtlichen Risiken" gesprochen.

Jutta Schramm (Linke), Vizepräsidentin der TSG Rot-Weiß, die sich seit 2016 um Fördermittel für den Kunstrasen bemüht, machte deutlich, dass der 2018 zugesagte Zuschuss fast 1:1 für die Ausgleichsmaßnahme benötigt werde. "Wir hätten schon längst angefangen", sagte sie. Und äußerte Zweifel, dass der Verein die Fördermittel nutzen könne. Zwar war kürzlich eine Verlängerung eingegangen, allerdings nur bis Ende Mai. Bis dahin sei der Bau nie zu schaffen, weil erst nach einem Beschluss der Gemeindevertretung zu der Kompensation der Bau ausgeschrieben werden könne, hieß es. Selbst bis zum Jahresende wäre die Zeit knapp.

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