Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Netzversorgung
Flinkes Internet ist Glückssache in der Steinstraße

Entrollt symbolisch Kabel: Sylvio Wagner, Unternehmer und Familienvater, würde sich über flottes  Internet in seinem Haus freuen.
Entrollt symbolisch Kabel: Sylvio Wagner, Unternehmer und Familienvater, würde sich über flottes Internet in seinem Haus freuen. © Foto: Kerstin Ewald
Kerstin Ewald / 02.04.2019, 07:30 Uhr
Lindenberg (MOZ) Hausbesitzer der Neu Lindenberger Steinstraße wundern sich. Die Telekom hatte allen Anliegern 100.000er-DSL-Leitungen angeboten. Von denen, die die schnelle Leitung beantragten, wurden nur einige beliefert. Andere warten nach zwei Jahren immer noch.

Unternehmer und Familienvater Sylvio Wagner hat keine Geduld mehr. Vor rund zwei Jahren bot ihm die Telekom eine schnelle 100.000-DSL-Leitung an. Als Unternehmer in der Kreditberatung arbeitet er öfters von zu Hause aus und muss dabei per Mail größere Dokumente an seine Kunden Er freute sich und beantragte sofort die flinke Leitung. Inzwischen genießen viele Nachbarn längst die Top-Internetqualität: Mit bis zu 100 MBit pro Sekunde können mehrere Familienmitglieder gleichzeitig surfen oder Filme schauen. Doch Wagners und andere Nachbarn leben weiter im ISDN-Zeitalter und schauen in die Röhre. "Wenn die Tochter einen  Film schaut und die Oma gleichzeitig telefoniert, geht bei mir gar nichts mehr", erzählt Sylvio Wagner. 16 MBit pro Sekunde im Download sind laut Onlinecheck für seine Hausnummer verfügbar. Zwei Häuser weiter sind es schon 50 MBits beim Hochladen. Und der Nachbar noch einmal zwei Häuser Richtung Schaltkasten kann die begehrten 100 MBits/Sekunde herunterladen. Bei einem Rundgang können einige Nachbarn dieses Durcheinander bestätigen. Ursprünglich hatte Wagner überlegt, in den vorderen Teil seines Grundstücks ein kleines Häuschen für sein Geschäft zu bauen. Das kann er nun vergessen.

"Wie kommt das zustande?", fragte sich Wagner und rief bei der Telekom an, nachdem man ihm keine Auskunft erteilen konnte, warum die Steinstraße versorgungstechnisch ein Flickenteppich ist – der eine hat, der andere nicht – schrieb er E-Mails und einen Brief. Einmal kamen auch Monteure und buddelten ein Stückchen Rasenrand der Steinstraße auf, wohl, um den Stand der Leitungen zu prüfen. "Aber eine Antwort, warum wir nicht umgeschaltet werden können, habe ich bis heute nicht", so Wagner. Im Oktober 2017 speiste ihn die Telekom ab: "Leider kann ich Ihnen nicht genau beantworten, warum der Ausbau nicht bis zu Ihrem Haus erfolgt ist. Bitte wenden Sie sich für Ihr Anliegen an ihre Gemeinde." Auf  weitere Anfragen seitens Wagner würde man nun nicht mehr reagieren.

Doch auch die Gemeindeverwaltung, an die sich Wagner wandte, konnte nicht weiterhelfen. Der Stellvertretende Bürgermeister Andreas Knop weiß um die komplizierten Eigentumsverhältnisse der Steinstraße. Die Straße ist nur zum Teil auf Gemeindeland gebaut, teilweise gehört sie den anliegenden Grundbesitzern. Von ihnen haben manche nicht die entsprechenden Überlassungsverträge unterzeichnet, mit denen sie Versorgungsunternehmen freie Hand für ihre Aufgaben erteilen. Darin könnte laut Knop die Ursache des Problems liegen. Sven Schwarz, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, findet in seinen Akten einen langen Vorgang zu diesem Problem. Doch eine Lösung hat auch er nicht.

So wandte sich Wagner direkt an die Miteigentümerin des Straßenflickens, in dem offensichtlich die wenigen Meter der nötigen Leitung zu seinem Haus fehlen. Die freundliche aufgeschlossene Dame will allerdings von der Telekom nie eine Anfrage wegen Kabelverlegung bekommen haben.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG