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Filmprojekt
Drei Wünsche für Joachimsthal

Filmemacher unter Freunden: Ines Venus, Oliver Hohlfeld und Stefan Wachner (Mitte, von links) betreuen die Schüler bei einem Kunstprojekt, das jetzt mit der Präsentation im Kulturhaus Heidekrug seinen feierlichen Abschluss fand.
Filmemacher unter Freunden: Ines Venus, Oliver Hohlfeld und Stefan Wachner (Mitte, von links) betreuen die Schüler bei einem Kunstprojekt, das jetzt mit der Präsentation im Kulturhaus Heidekrug seinen feierlichen Abschluss fand. © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 02.04.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 02.04.2019, 07:38
Joachimsthal (Freier Mitarbeiter) Was bewegt Menschen zur Landflucht – von der Metropole aufs Land? Dieser interessanten Frage sind junge Leute aus Joachimsthal bei einem Filmprojekt nachgegangen. Mit überraschenden Ergebnissen.

Obgleich viele Menschen das Getümmel einer pulsierenden Großstadt wie Berlin immer wieder fasziniert, zieht es sie doch oft aufs Land. Und manche bleiben auch da und bilden dort ihren Lebensmittelpunkt. Einige pendeln täglich zur Arbeit in die Stadt. Warum das so ist und warum die Joachimsthaler gern in ihrer Heimatstadt und in der Schorfheide leben, galt es im Rahmen eines Filmprojektes zu erfahren und darzustellen.

Sechs Monate lang haben sich insgesamt 17 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 18 Jahren unter Anleitung von Oliver Hohlfeld (Regie, Dramaturgie), Stefan Wachner (Kamera) und Ines Venus (Schauspiel) mit dem Thema Film beschäftigt. Sie haben gelernt, Szenen zu entwerfen, mit der Kamera umzugehen, Menschen zu interviewen, zu schauspielern, auf Licht und Ton zu achten, Filme zu schneiden und vieles andere mehr. Am Ende sind ein Dokumentarstreifen, ein kurzer Spielfilm zum Thema "Flucht ins Grüne" sowie zwei Diashows entstanden.

Die Interviews im Rahmen des Dokumentarfilmes endeten stets mit der Frage, was die Befragten sich wünschen würden, wenn sie drei Wünsche für Joachimsthal frei hätten. Manche erwiesen sich als vollkommen zufrieden und hatten nichts zu wünschen. Ein größeres Lob kann man seinem Heimatort wohl kaum machen. Vielfach wurden ein breiteres gastronomisches Angebot und  eine bessere medizinische Versorgung genannt.

Im Spielfilm ging es um zwei junge Mädchen aus Berlin, die aufs Land nach Joachimsthal flüchteten. Aus einem eigentlich kurz angedachten Aufenthalt wurde am Ende ein ganzes Leben. Immer wieder bieten sich dem Betrachter musikalisch sanft unterlegte Aufnahmen des manchmal ein wenig verschlafen wirkenden Städtchens. "Wichtig war uns, dass die Kinder und Jugendlichen alles selbst machen und dort abgeholt werden, wo sie sind", beschreibt Oliver Hohlfeld. Nichts sollte aufgezwungen werden. Das gefiel auch Paula-Marie Winkler und Isabelle Wiese. Die beiden 18-jährigen Schülerinnen zeigten sich begeistert. Sie hatten sich im Laufe des Projektes näher kennen gelernt und sind heute gut befreundet. Für beide war das Kennenlernen neuer Menschen eine der Motivationen an dem Projekt teilzunehmen. "Wir hatten ein cooles Betreuerteam, dem wir danken möchten", so die beiden jungen Frauen. Darüber hinaus wirkt Paula-Marie schon seit Längerem in einer Schultheater-Arbeitsgemeinschaft mit. Isabell sieht gern Filme und würde gern eine Ausbildung oder ein Studium in der Filmbranche aufnehmen. Das Thema Berufswahl ist für die Schülerinnen sehr aktuell, denn sie haben am Donnerstag ihren letzten Schultag. Was sie und ihre Mitstreiter neben den vielen Erlebnissen und den Erfahrungen, die sie vielleicht auch über sich selbst gemacht haben, auch motivieren dürfte, war die große Resonanz bei der Präsentation ihres Projektes. Der Heidekrugsaal war brechend voll – so viele Menschen wollten die Werke der jungen Filmemacher sehen.

Das von Gisbert Amm vom Kulturverein Heidekrug 2.0 geleitete Projekt wurde durch den Bundesverband Jugend und Film im Rahmen des Programms "Kultur macht stark" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

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