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Jubiläum
Mit 95 Jahren noch im Garten im Einsatz

Freut sich auf seine Gäste: Werner Rossow ist mit seinem Leben rundum zufrieden.
Freut sich auf seine Gäste: Werner Rossow ist mit seinem Leben rundum zufrieden. © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 04.04.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 04.04.2019, 09:47
Großmutz (MOZ) Ferne Reisen sind für Werner Rossow nichts, waren es auch noch nie. "Ich muss den Kirchturm sehen. Dann fühle ich mich zu Hause, dann bin ich zufrieden", erklärt der Jubilar, der heute seinen 95. Geburtstag feiert.

Zahlreiche Gratulanten werden kommen, denn immerhin ist Rossow der älteste Großmutzer. "Und im Dorf kennt man sich schließlich", sagt der Senior mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.

Tatsächlich ist der in Großmutz geborene Rossow, dessen Eltern dort eine Landwirtschaft besaßen, nur einmal wirklich weg gewesen – und das auch nicht aus freien Stücken. Gerade 18 Jahre alt geworden, wurde er zum Wehrdienst einberufen und musste am 8. Mai 1944 in Kriegsgefangenschaft auf die Krim. Erst 1949 kam er zurück. "Meine Mutter hat schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass ich noch lebe", erinnert er sich an das Wiedersehen.

Die Arbeit in der Landwirtschaft bestimmte fortan sein Leben, zuerst zu Hause auf dem Hof, später in der Genossenschaft. Sie bestimmt auch heute noch sein Leben, wie der Jubilar gern zugibt: "Ich bin gern an der frischen Luft." Ein Blick auf den Hof und in den Garten bestätigt das. Hühner gackern zufrieden in ihrem Gehege. Wer frische Eier haben möchte, der ist bei Werner Rossow an der richtigen Adresse. Auch das Beet mit den Erdbeeren ist längst fertig. Akkurat stehen die Pflanzen in Reihen und warten auf Sonne, damit sie später auch viele rote Früchte tragen. Rossow hat sich sein eigenes, kleines Paradies geschaffen, und er hält es auch selbst in Ordnung. "Das mit dem Haushalt war gar nicht so einfach", erzählt  er. "Bis zum Tod meiner Frau konnte ich nicht einmal Kaffee kochen. Das war ihr Reich, meins der Hof und der Garten." Doch ein Blick in die Küche offenbart: Werner Rossow hat alles im Griff. Im vergangenen Jahr stand er noch zwischen den Ästen des Kirschbaums. "Mein Sohn wollte mir helfen. Der ist aber von der Leiter gefallen und hat sich das Bein gebrochen. Da habe ich die Kirschen eben selbst gepflückt", erzählt er gut gelaunt.

Gratulieren werden heute neben den Familien von Tochter Margret und Sohn Erhard, zu denen inzwischen schon drei Enkel und fünf Urenkel gehören, auch der Ortsvorsteher und die Nachbarn. In gemütlicher Runde wird dann an das Gute der alten Zeiten erinnert.

Der Jubilar hat nur einen Wunsch. "Ich habe so viel erlebt, das war alles toll. Ich möchte nur kein Pflegefall werden."

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