Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Busfahrt
Stadtlinie wird sehnsüchtig erwartet

Wird bald am Wochenende vom 580er nicht mehr angesteuert.
Wird bald am Wochenende vom 580er nicht mehr angesteuert. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 05.04.2019, 08:00 Uhr
Fredersdorf Bad Belzigs Ortsteil Fredersdorf wird ab dem nächsten Fahrplanwechsel an den Wochenenden nicht mehr von der Buslinie 580 angesteuert. Fahrgastzählungen hatten im Vorfeld ergeben, dass es an Zähltagen keine Nachfrage, d.h. weder Einsteiger noch Aussteiger, an der Haltestelle gab.

Ortsvorsteher Bodo Sternberg informierte in der Sitzung des Ortsbeirats über die Entscheidung der kreiseigenen Regiobus GmbH. Sie sorgte im Dorf für Verwunderung und löste Besorgnis aus.

"Dabei kritisieren wir nicht grundsätzlich, dass eine Strecke mit völlig unsinnigen Fahrzeiten, die nicht genutzt wird, eingestellt wird", so Ortsbeiratsmitglied Achim Wehrle. Was die Fredersdorfer jedoch ärgert ist, dass im November, als regiobus Geschäftsführer Hans-J. Hennig in der Ortsbeiratssitzung Pläne zur Verlegung der Bushaltestelle und Möglichkeiten einer Stadtlinie in die Dörfer vorstellte, die Einstellung der Linie 580 nicht angesprochen wurde.

Erst über eine Anfrage der Stadt Bad Belzig fand die Angelegenheit jetzt offiziell Bestätigung. Hans-J. Hennig verweist in seinem Antwortschreiben darauf, dass auf Ortsterminen "zu keiner Zeit Wünsche oder Kritiken vorgebracht" wurden, die Bedienung der Ortslage am Wochenende zu verbessern. Auch die Stadt Bad Belzig hatte im Rahmen der Anhörung zum Nahverkehrsplan keine Bedenken beziehungsweise keine Kritik angemeldet. Bauamtsleiter Christoph Grund räumte diesbezüglich ein: "Den Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen".

Die Fredersdorfer wiederum sind sauer, weil sie weder von der schlechten Auslastung, noch wussten, dass Wünsche oder Kritiken zur Nahverkehrsplanung hätten eingebracht werden können.

"Die Busse zurückzufordern ist Quatsch, leere Busse sind ökologisch auch nicht sinnvoll", so Wehrle weiter. Deshalb will man das Gespräch suchen und auf die schwierige Situation vor Ort aufmerksam machen. Aufgrund bereits stark ausgedünnter Buslinien müssen Schüler beispielsweise schon jetzt die Haltestelle im 1,6 Kilometer entfernten Nachbardorf Schwanebeck nutzen.

Die in Aussicht gestellte zweite Stadtlinie, die unter anderem über Fredersdorf und die umliegenden Orte zum Bahnhof Baitz angedacht ist, wird indes im Dorf sehnsüchtig erwartet. Über diese Stadtlinie soll dann auch die Anbindung Fredersdorfs an die Plusbuslinien an der Haltstelle in Schwanebeck wieder gesichert werden. "Wir brauchen sie aber jetzt und nicht in vielleicht vier, fünf Jahren", so Wehrle weiter. Deshalb bittet der Fredersdorfer Ortsbeirat um transparente und zeitnahe Informationen in der Angelegenheit und wirbt in den Nachbardörfern um Unterstützung. "Wir sehen den Öffentlichen Personennahverkehr auch in der Verantwortung, bezüglich dem Klimaschutz und der sich verändernden demografischen Altersstruktur, die Infrastruktur in den Dörfern aufrechtzuerhalten und gegebenenfalls auch weiter auszubauen", heißt es in der Positionierung des Gremiums.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG