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Verkehr
Malzer fühlen sich von der Außenwelt abgeschnitten

Friedhelm Brennecke / 05.04.2019, 08:00 Uhr
Malz/Freienhagen (MOZ) Michael Richter schlägt Alarm. "Malz wird mehr und mehr von der Außenwelt abgetrennt", sagt der SPD-Stadtverordnete, der auch Mitglied des Ortsbeirates ist. "Es kann doch nicht angehen, dass die Freienhagener Straße plötzlich dauerhaft für den Verkehr gesperrt wird", kritisiert er die Entscheidung der Stadt, dort das Schild "Durchfahrt verboten" mit der Einschränkung "Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei" aufzustellen. "Die Verwaltung hätte den Ortsbeirat wenigstens über diese Maßnahme informieren müssen", ärgert sich Richter – wie viele Malzer –, plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Schon am Dorfplatz in Malz wird auf das Durchfahrtsverbot hingewiesen. Im Wald, wo der marode Zustand der Buckelpiste  Freienhagener Straße beginnt, sind die Schilder ebenfalls nochmals aufgestellt. Auch das "Achtung: Straßenschäden" lässt schon vermuten, dass die drei Kilometer durch den Wald für die Achsen von Fahrzeugen nicht gerade das reine Vergnügen sein dürften.

Bis nach Freienhagen sind es auf dieser maroden Wegeverbindung gerade mal drei Kilometer. "Wenn ich über Sachsenhausen und Nassenheide nach Freienhagen will, sind es 16 Kilometer", rechnet Michael Richter vor. Er weiß, dass zahlreiche Malzer, die in anderen Orten nördlich von Malz arbeiten, die kürzere Strecke gern wieder benutzen würden. "Manche machen das weiterhin, obwohl es ja nicht mehr erlaubt ist", weiß Richter. Andere meiden diese Strecke, vor allem mit Rücksicht auf ihren fahrbaren Untersatz. Per Kraftfahrzeug sei Malz jetzt nur noch über Friedrichsthal erreichbar.

Doch das kann für Richter und andere Malzer keine Lösung sein. "Wir erwarten, dass die Freienhagener Straße erneut soweit instand gesetzt wird, dass sie wieder befahren werden kann", sagt Richter. Herbert Kürschner, der in Malz ein Wochenendhaus hat, sieht das ähnlich. Er reise aus Oranienburg zwar meistens mit dem Fahrrad an, habe aber großes Verständnis für den Wunsch der Malzer, die Freienhagener Straße, eine Jahrhunderte alte Wegeverbindung, wieder legal nutzen zu dürfen.

In der Stadtverwaltung ist das Thema Freienhagener Straße eher ein "rotes Tuch".    Baudezernent Frank Oltersdorf (SPD) verweist darauf, dass die Freienhagener Straße erst in der zweiten Jahreshälfte 2017 glatt geschoben worden sei. Löcher und Rinnen wurden begradigt, sodass bei vorsichtiger Fahrweise ein Passieren des drei Kilometer langen Weges möglich war. "Wenn dort aber mit hohem Tempo durchgerast wird und oft sogar schwere Lkw den Weg als Abkürzung nehmen, darf man sich nicht wundern, dass er unterdessen wieder sehr zerfahren ist", sagt der Baudezernent.

Für die Stadt Oranienburg habe die Freienhagener Straße angesichts der vielen Aufgaben, die die Kommune ansonsten zu erledigen habe, keine Priorität. Das sagt Frank Oltersdorf ganz klar. Die Stadt könne dort auch nicht Jahr für Jahr die Fahrbahn glatt schieben. "Dafür haben wir keine Kapazitäten und letztlich auch nicht das Geld", sagt er.

Anders könne die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht derzeit nicht nachkommen. Die neue Beschilderung sei eine klare Regelung. Wer die Straße widerrechtlich nutze, handele  auf eigene Gefahr und könne die Stadt später nicht haftbar machen, wenn sein Auto bei der Fahrt durch den Malzer Forst Schaden nimmt.(bren)

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Dirk Boehr 05.04.2019 - 17:27:12

arm dran

Kein Geld, um den Weg einmal im Jahr zu schieben....armes Oranienburg. Der Waldweg nach Neuholland ist nicht gesperrt. Warum eigentlich?

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