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Heimatliebe Keiner kennt die Geschichte von Wendemark so gut wie Bärbel Würfel. Die umtriebige Ortschronistin ist das wandelnde Archiv des Dorfes.

Ortschronistin
Ideen am laufenden Band

Party für eine rührige Vereinsfreundin: Bärbel Würfel (links) feiert im Uhu-Nest von Wendemark ihren 70. Geburtstag. Adelgunde Leider, Chefin des Traditionsvereins gratuliert der Ortschronistin und Geschichtsfreundin.
Party für eine rührige Vereinsfreundin: Bärbel Würfel (links) feiert im Uhu-Nest von Wendemark ihren 70. Geburtstag. Adelgunde Leider, Chefin des Traditionsvereins gratuliert der Ortschronistin und Geschichtsfreundin. © Foto: Oliver Voigt
Oliver Schwers / 06.04.2019, 06:30 Uhr
Wendemark (MOZ) Sie sucht und sucht. Und was sie findet, sind alte Akten, Fotos, Lebenserinnerungen. Bärbel Würfel ist das wandelnde Geschichtsarchiv von Wendemark. Sie kennt die Familienläufe in dem 165-Seelen-Dorf. Sie weiß, wer welche Häuser gebaut und verkauft hat. Sie fahndet nach Kriegstoten und abgestürzten Militärflugzeugen. Schuld daran ist ihr Vater, der schon in Kindertagen immer von Wendemark erzählt hat, auf Uckermärker Platt. Der half ihr auch, alte Schriftstücke zu lesen, geschrieben in Sütterlin.

Jetzt ist die umtriebige Ortschronistin 70 geworden. Den Geburtstag feiert sie mit Freunden und Bekannten und natürlich mit Mitstreitern des Traditionsvereins im eigenen Nest – dem Uhu-Nest. Das Vereinshaus mit dem kuscheligen Namen entstand 2011 handstreichartig aus einer uralten Konsum-Bruchbude über eine medienwirksame 96-Stunden-Aktion des RBB. "Das war eines der dollsten Dinger", sagt Vereinschefin Adelgunde Leider. In Windeseile hatte das Dorf plötzlich einen Gemeinschaftsraum.

Wenn Bärbel Würfel mal wieder ein Fest einrührt, Wendemark bekannt macht, Heimathefte verfasst oder den legendären Kindertag – seit 66 Jahren in Folge - mit vorbereitet, findet sie sofort Unterstützer. "Ohne ihr Engagement hätten wir keinen Verein, kein Haus und kein Dorfleben", bringt es Adelgunde Leider auf den Punkt. "Alle helfen zwar mit, aber die Ideen entspringen ihrem Kopf."

Kann ein kleiner Ort so viel Geschichte und Anekdoten liefern? Bärbel Würfel winkt ab. Sie kommt gar nicht hinter ihren eigenen Ideen hinterher. Da ist der berühmte Arzt Otto Rostoski, der 1972 in Wendemark geboren wurde. Oder der Amtmann Schreyer vom Gut. Zuhörer staunen über die ungewöhnliche Aufsiedelung des Gutes, über die Lebenswege von Weggezogenen. Bärbel Würfel holt sie zum Heimattreffen in die Uckermark zurück.

Begonnen hat alles im Jahre 2000, als ihr die alte Schulchronik in die Hände fiel. Sie war so gefesselt, dass von Stund an das Herz einer Ortschronistin zu schlagen begann. Je mehr sie sucht, desto spannender wird es. Neue Idee: Sie will eine Geschichte aller Häuser von Wendemark schreiben – eine gigantische Forschungsarbeit.

Ihr Markenzeichen ist der Name. Sie trägt kleine Würfel als Ohrringe oder Kettenanhänger. Am Hausnummernstein ist einer zu sehen. Und sogar als Ventilkappe am neuen E-Bike, das sie zum 70. Geburtstag geschenkt bekommt.

Ihr gesamtes Leben hat Bärbel Würfel in Wendemark verbracht und "nie bereut". "Wir auch nicht", ruft Adelgunde Leider im Trubel der Party. Mancher von ihnen hätte in Schwedt eine komfortable Wohnung haben können und doch entschieden sie sich bewusst fürs Dorf. Begründen kann Bärbel Würfel das mit einem flotten typisch uckermärkischen Spruch: "Mein geistiger Horizont ist begrenzt, aber meine Heimatliebe geht darüber hinaus." Der geht mit Sicherheit in die Ortschronik ein.

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