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Übung
Einblick in Feuerwehralltag

Probierten die neuen Koffer aus: Die jungen Brandbekämpfer experimentierten mit verschiedenen Werkstoffen und Löschmitteln. Gespendet wurde das Spezialmaterial durch die Fehrbelliner Kakaofabrik Tulip Cocoa.
Probierten die neuen Koffer aus: Die jungen Brandbekämpfer experimentierten mit verschiedenen Werkstoffen und Löschmitteln. Gespendet wurde das Spezialmaterial durch die Fehrbelliner Kakaofabrik Tulip Cocoa. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 08.04.2019, 07:12 Uhr
Königshorst Am besten lernt es sich in der Praxis. Getreu dieser altbewährten Erkenntnis veranstalteten die Jugendfeuerwehren der Gemeinde Fehrbellin am Sonnabend und Sonntag einen 24-Stunden-Tag für die Kinder und Jugendlichen ihrer Wehren.

"Wir wollen die alltägliche Arbeit der freiwilligen Feuerwehren möglichst realistisch simulieren", erklärte Gemeindejugendwart Manuel Jaffke das Ziel der Übung. Die Einsatzzentrale befand sich auf dem Gelände von Kita und früherer Grundschule in Königshorst.

45 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 17 Jahren nahmen an der Übung teil. Vormittags lernten sie die Fahrzeugtechnik näher kennen. Anders als sonst, waren viele Einsatzwagen der verschiedenen Wehren vor Ort.

Nach dem Mittagessen wurden die Nachwuchs-Brandbekämpfer aus den Jugendwehren Dechtow, Fehrbellin, Lobeofsund, Linum, Manker, Wall und Wustrau-Altfriesack-Langen zum ersten Einsatz gerufen. Bei einem Königshorster Agrarbetrieb hatte sich  Öl aus einem Traktor selbstständig gemacht. Es galt, die Fahrbahn zu reinigen, um Unfällen vorzubeugen. Auch wenn das angebliche Öl nur aus verdünntem Geschirrspülmittel bestand und als Bindemittel Sägespäne verwendet wurden, galt es doch, die Arbeitsabläufe einzuhalten. Einen Schritt nach dem anderen, immer schön der Reihe nach.

Um 17 Uhr dann der zweite simulierte Einsatz. In Lobeofsund war in einem Haus ein Brand ausgebrochen. Das Feuer wurde mittels einer Nebelmaschine simuliert, wie sie sonst in kleineren Discos zum Einsatz kommt. Alles klappte sehr gut. Auch das Verlegen der langen Schläuche bis zum entfernt gelegenen Wasserentnahmepunkt funktionierte.

Wegen einer brennenden Mülltonne in Fredenhorst mussten die Kinder und Jugendlichen um 21 Uhr ein drittes Mal ausrücken. Auch dieser Brand war natürlich nur simuliert.

Als wohl fast alle schon in der Turnhalle schliefen, mussten sie am Sonntagmorgen um 1.30 Uhr blitzschnell ihre Behelfsbetten verlassen. Doch der angebliche Brand erwies sich als Fehlalarm. Als die jungen Wehrleute in den Einsatzwagen saßen, erfuhren sie, dass sie wieder ins Bett dürfen. Jaffke: "Auch mit so etwas müssen die Kinder Bekanntschaft machen. Tatsächlich werden unsere Wehren auch leider immer wieder alarmiert, obwohl es gar nichts zu löschen gibt."

Am Sonntag um 6.30 Uhr mussten dann noch ein paar größere Äste von einer Straße geräumt werden. Lange ausschlafen konnte also niemand.

Jaffke zeigte sich mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden. Möglich wurde sie nur, weil viele Wehrfrauen und -männer sich bereit erklärt hatten, den Einsatztag zu unterstützen. Ob in der Küche, am Lenkrad oder als Aufsicht in der als Schlafsaal genutzten Turnhalle, es gab jede Menge Arbeit.

Ganz nebenbei blieb für die erwachsenen Wehrleute genug Zeit, den Kindern zu erklären, welche Werkstoffe über welche Brenneigenschaften verfügen. Ebenso ging es um den Einsatz verschiedener Löschmittel in Kleinstmengen. Möglich waren diese Übungen durch den Experimentier- sowie den Arbeitsplatzkoffer, welche der Fehrbelliner Kakaohersteller Tulip Cocoa jüngst spendiert hat.

Alle zwei Jahre soll es künftig solch einen 24-Stunden-Einsatztag geben. Schließlich möchten die Fehrbelliner den Nachwuchs so gut und realitätsnah wie möglich ausbilden.

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