Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Trotz Beschluss der ZVWA-Verbandsversammlung  gestaltet sich die Übernahme der Abwasseranlage des Trepliner Wohngebiets Naglers Berg schwierig.

Altanlage
Finale im Abwasserstreit

Corpus delicti: MOZ-Redakteurin Ines Weber-Rath an der Abwasser-Sammelgrube auf Naglers Berg.
Corpus delicti: MOZ-Redakteurin Ines Weber-Rath an der Abwasser-Sammelgrube auf Naglers Berg. © Foto: Beate Kretschmann
Ines Weber-Rath / 10.04.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 10.04.2019, 07:38
Treplin (MOZ) Das Problem sei "zu 98 Prozent gelöst". Das hatte der Lebuser Amtsdirektor Heiko Friedemann während des jüngsten Dialogforums in Lebus auf die Frage von Landrat Gernot Schmidt nach dem Stand im Trepliner Abwasserstreit erklärt. Tatsächlich war im Dezember ein Durchbruch in dem seit Jahren schwelenden Streit zwischen der Gemeinde Treplin und dem Fürstenwalder Wasserverband (ZVWA) gelungen: Die Verbandsversammlung hatte die Übernahme der Abwasseranlage im Trepliner Wohngebiet Naglers Berg beschlossen.

Investor ging 1993 pleite

Die war 1993 im Zuge der Erschließung der Grundstücke durch einen Investor errichtet worden. Zur geplanten Übernahme der zentralen Sammelgrube und Abwasserleitungen durch die Gemeinde kam es damals nicht. Der Investor war in Insolvenz gegangen. Und sowohl der Lebuser als auch der Fürstenwalder Wasserverband, zu dem Treplin jetzt gehört, hatten die Übernahme bislang abgelehnt. Insider sprechen von einer "politischen Entscheidung" der Verbandsversammlung.

"So schnell geht das alles nicht. Da ist noch einiges zu klären", sagt ZVWA-Geschäftsführerin Gisela Scheibe auf Nachfrage. "Wir wissen ja nicht einmal, mit wem wir den Übergabe-Vertrag eigentlich schließen sollen", gibt die Vertreterin des kommunalen Zweckverbandes zu bedenken. – Mit den Bewohnern von Naglers Berg, die ihr Abwasser in die Anlage entsorgen?

Wem gehört das Grundstück?

Scheibe will zudem erst einmal nachgewiesen bekommen, ob sich die Grube auf kommunalem Grund befindet, wie es die Vertreter der Gemeinde versichern. Und sie will prüfen lassen, in welchem Zustand sich die dezentrale Abwasseranlage befindet. Vor fast genau einem Jahr hatte ein Bewohner von Naglers Berg eine Mängelanzeige zur Abwasseranlage gemacht. Treplins Bürgermeister Joachim Kretschmann, selbst Naglers-Berg-Bewohner und Vertreter der Gemeinde im ZVWA, scheiterte damals im Gemeinderat mit dem Antrag, die Gemeinde solle die Zustandsanalyse bezahlen. Die Kosten für Kanalreinigung und Kamerabefahrung waren auf rund 13 000 Euro veranschlagt.

Sonder-Kosten, zum Beispiel für die Instandhaltung der Trepliner Anlage, dürften nicht in die allgemeine Gebührenkalkulation des Verbandes eingehen, erklärt ZVWA-Chefin Scheibe. Und, dass ihr nicht einmal Baupläne für die Grube vorlägen. Davon abgesehen gibt es noch andere, ganz praktische Details zu klären. Vor allem, wer kontrolliert, wann die Sammelgrube voll ist und entsorgt werden muss. "Wir können das nicht", sagt Gisela Scheibe.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG