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Aktion
Die Couchgarnitur in der Havel

Müllsammelaktion "Saubere Havel": Ein 1.000-Liter-Fass wird auf den Sammelcontainer gehievt.
Müllsammelaktion "Saubere Havel": Ein 1.000-Liter-Fass wird auf den Sammelcontainer gehievt. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 10.04.2019, 15:49 Uhr
Ketzin/Havel Angler und Fischer sind es gewohnt, so manches Mal auch ungewöhnliche Dinge an Land zu ziehen. Was sie am vergangenen Wochenende in der Ketziner Havel und in der Bruchlandschaft aus den Gewässern bargen und an den Ufern einsammelten, übersteigt alles bisher erlebte.

Der Ketziner Anglersportverein HKW startete am vergangenen Samstag gemeinsam mit der Ketziner Fischerinnung und in diesem Jahr auch mit den Jagdpächtern vom EJB-Trebelsee zur fünften Müllsammelaktion "Saubere Havel". Punkt zehn Uhr verließen rund ein Dutzend Bootsbesatzungen das Vereinsgelände in der Nähe des ehemaligen Kraftfuttermischwerkes. "Im fünften Jahr unserer Müllsammelaktion wird wohl nicht mehr so viel wie in den Vorjahren zusammenkommen", war Jens Zschirnt zu dieser Zeit noch optimistisch.

Das änderte sich in weniger als einer Stunde, als die ersten Boote mit ihrer Müllfracht wieder anlegten. Säckeweise Kleinmüll, aber auch eine komplette Autositzbank, Toilettenbecken noch mit dem Holzdeckel drauf, Regner und eine Couchgarnitur gehörten ebenso zu den "Fängen", wie verrottete Rettungsringe, Eisenkarre, Reifen und vieles mehr.

Nach gut eineinhalb Stunden dann der Höhepunkt: Lutz Beier schleppte mit seinem Schlauchboot mühsam ein bis zur Hälfte mit ausgehärtetem Bauschaum gefülltes 1.000-Liter-Plastefass zum Gelände des Angelvereins. "Wir hatten Mühe, es aus dem Modder zu ziehen", sagte er. Vier Männer hievten das Fass auf einen Bootstransporthänger und in naher Entfernung auf den Sammelcontainer. Zu dieser Zeit war dieser mit seinen dreizehn Kubikmeter Fassungsvermögen bereits so gefüllt, dass die Müllgegenstände weit über die Bordwände ragten.

Fast 20 Kubikmeter Müll bargen die Angler, Fischer und Jäger mit ihrer Aktion "Saubere Havel" in zwei Stunden. "Selbst Alufenster habe ich schon geborgen", meinte Conny Giersberg. Manche fahren mit dem Auto bis ans Wasser, Tür auf und die Müllbeutel fliegen ins Wasser oder auch in Straßengräben, habe er schon beobachtet.

Aber es gab auch positive Informationen. "Die Sichttiefe in der Havel wird immer besser", berichtete Jörg Valjeur. Sie betrage zeitweilig zwei, manchmal sogar drei Meter. Auch der Aalbestand habe sich gut stabilisiert, meinte der Fischer. Dazu beitragen würde die Aktion des Schutzvereins Havel Potsdam, der Fischerinnung und vom Plauer Fischermeister Lutz Schröder, während der alljährlich mehrere Millionen Jungaale in die Havelgewässer entlassen werden.

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