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Kirchensanierung
Kostenfaktor Königsweg

Marco Marschall / 11.04.2019, 07:30 Uhr
Joachimsthal (MOZ) Pfarrerin Beatrix Spreng ist ein großer Fan der neuen schinkelschen Kirchenfarbe, die das Gotteshaus auf West- und Südseite bereits seit dem vergangenen Jahr wieder ziert. "Eine absolut geniale Farbe, übrigens dem Mischungsverhältnis in den alten Urkunden entnommen", verrät die Pfarrerin. Die Südseite ist die Schmuckseite des Gotteshauses. Dort wurde ganz besonders auf Details geachtet, in akribischer Kleinarbeit Zahnfries ums Rundfenster und an den Zwillingstürmen freigelegt. Deren Turmspitzen sind wie die Dachrinne nicht mehr aus Zink sondern aus Kupfer. Details, die offenbar auch der Firma Arxes-Tolina am Herzen lagen. Sie spendete 75 000 Euro, um diese Elemente originalgetreu wiederherstellen zu lassen.

"Schinkel hatte es raus, mit wenigen Verzierungen viel zu erreichen", sagt Beatrix Spreng. Nach seinen Plänen wurde die 1814 nach einem Brand schwer beschädigte Kirche von 1817 bis 1820 wiederhergerichtet. Doch die Genialität Karl-Friedrich-Schinkels wurde im Zuge von Ausbesserungen zu DDR-Zeiten verdeckt. Herauskam ein laut Pfarrerin ziemlich grauer Bunker. "Erst im Laufe der Bauarbeiten haben wir entdeckt, was unter dem dicken Putz versteckt war", sagt sie.

Malern wäre Minimalvariante

Vergleichen lassen sich Vorher und Nachher immer noch sehr gut, denn Nord- und Ostseite harren noch ihres alten Glanzes. Die Ostseite ist schon eingerüstet. Die Arbeiten laufen. An der Nordseite, deren Eingang im Zuge der Sanierung erst wieder geöffnet wurde, soll das Gerüst in den nächsten Wochen gestellt werden, dann die Farbe folgen – so zumindest sähe die Minimalvariante aus. Doch Pfarrerin Beatrix Spreng hofft, dass noch ein bisschen mehr geht. Die Nordseite, sagt sie, sei ihre Sorgenseite. Denn um sie ähnlich aufwändig herzurichten, fehlt noch Geld im Klingelbeutel. Für 40 000 Euro ließen sich die Zinnen und die Dachkrönung ähnlich aufarbeiten wie auf der Südseite. Das wäre aus Sprengs Sicht der Königsweg. Für insgesamt 80 000 Euro wären auch die Vertiefungen in der Fensterumrandung mit drin – der Kaiserweg, sagt die Pfarrerin. Von dem habe sie sich eigentlich schon verabschiedet. Bei der Nordseite, so meint sie, wäre das vielleicht auch nicht ganz so schlimm.

Welche Variante es auch wird, eines stehe fest: "Im Herbst sind wir auf jeden Fall fertig", sagt Beatrix Spreng. Eigentlich sollte die Sanierung schon abgeschlossen sein. Die Fassadenarbeiten sind nur einer von mehreren Bauabschnitten. 2015 wurden marode Dachbalken ausgetauscht, daraufhin das Dach neu eingedeckt. 900 000 Euro, überschlägt die Pfarrerin, seien in die Sanierung der Schinkelkirche geflossen. Realisiert werden konnte die Frischzellenkur nur dank Fördermitteln und der vielen Spenden von Unternehmen und Privatpersonen. Einige sind am Banner zu lesen, das auf der Westseite des Hauses angebracht ist. Außerdem gab es Pfandbonaktionen.

Ob es für die Wünsche an der Nordseite reicht, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass nach den Fassadenarbeiten noch die Türen an die Reihe kommen. Dafür gebe es schon einen Sponsor.

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