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Nach jahrelangem Ringen haben die Trepliner Gemeindevertreter die letzten Beschlüsse zum Windradbau gefasst.

Umstritten
Grünes Licht für den Windpark Treplin

Genehmigt: ein windpark für Treplin
Genehmigt: ein windpark für Treplin © Foto: Laue
Ines Weber-Rath / 12.04.2019, 06:15 Uhr
Treplin (MOZ) Der Weg zum Bau des Windpark Treplin ist frei. Die Gemeindevertreter haben in dieser Woche den städtebaulichen Vertrag, den Abwägungsbeschluss zum Bebauungsplan sowie zum Teilflächennutzungsplan "Windenergie" der Gemeinde gefasst. Nur einer hat allen Beschlussvorlagen widersprochen: Timo Lück. Der Bundespolizist ist Bewohner des Neubaugebietes "Naglers Berg". Die drei, jeweils rund 240 Meter hohen Windkraftanlagen im Windpark sollen nicht weit vom Wohngebiet entfernt stehen.

Lücks Abgeordnetenkollegen sehen die Forderungen der Gemeinde erfüllt: Dass die Wohngebietsstraße auf Naglers Berg nach der Inanspruchnahme durch die Windpark-Baufahrzeuge wiederhergestellt werden muss, sei in den städtebaulichen Vertrag aufgenommen worden, erklärte Vize-Bürgermeister Mike Lipke.

Als Feuerwehrchef fragte er die anwesenden Vertreter des Windpark-Investors UKA aus Cottbus, warum der Löschwasserbrunnen so relativ weit vom Waldrand entfernt geplant sei? Die UKA-Vertreterin verwies auf vorgeschriebene Abstände von 500 bis 1000 Metern zu den Anlagen. Das werde eingehalten.

Auf Timo Lücks Frage nach noch laufenden Untersuchungen zu geschützten Arten im Baugebiet sagte die Vertreterin des Investors: Ja, die gebe es sowohl zum Fledermausquartier als auch zum Rotmilan. Fledermäuse haben im Keller der Ruine eines einstigen Wohnhauses ihr Winterquartier. Ob die Rotorblätter die Flugschneisen überstreifen, soll nach dem Anlagenbau kontrolliert werden. Zum Rotmilan habe die Naturschutzbehörde bis Mai Untersuchungen angeordnet, ob anstelle des verlassenen Altnestes ein neues gebaut wird. Bislang sei im 1000-Meter-Radius kein neues Nest entdeckt worden, so die UKA-Vertreterin.

Dass in Kurvenbereichen der Zufahrtstraße zum Windpark "größere Rodungen" von Wald nötig sind, solle zusammen mit den Ersatzmaßnahmen in einem Zusatz zum B-Plan geregelt werden, hieß es. Timo Lück verwies darauf, dass die neuen Anlagen die WHO-Lärmschutznorm wohl nicht einhalten werden.

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