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Seit Anfang dieser Woche ist die Fahrbibliothek des Landkreises Oder-Spree in einem nagelneuen Fahrzeug unterwegs.

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Leihbücher aus den Volvo-Bus

Sie bringen die Bücher aufs Land: Susann Klose und Edgar Bunde stehen am Mittwoch in Müllrose vor der neuen Fahrbibliothek des Landkreises Oder-Spree, die dank des Chassis’ von Volvo ein echter Bücherbus ist.
Sie bringen die Bücher aufs Land: Susann Klose und Edgar Bunde stehen am Mittwoch in Müllrose vor der neuen Fahrbibliothek des Landkreises Oder-Spree, die dank des Chassis’ von Volvo ein echter Bücherbus ist. © Foto: Frank Groneberg
Frank Groneberg / 12.04.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 12.04.2019, 15:38
Müllrose (MOZ) Sie ist mit ihrer leuchtend lindgrünen Lackierung und ihrer künstlerischen Gestaltung ein echter Hingucker, die neue Fahrbibliothek des Landkreises Oder-Spree. Seit dieser Woche ist das schmucke Fahrzeug auf Premierenfahrt in der Region. Und egal, wo es hält – der meist gesprochene Satz jener Besucher, die das Gefährt zum ersten Mal sehen und betreten, lautet: "Der ist aber schick."

Wenn sie "der" sagen, dann reden sie vom "Bücherbus". So wurde die rollende Bibliothek schon in der bisherigen, mittlerweile 20 Jahre alten Ausführung allgemein genannt. Doch ein echter Bücherbus war das alte, weinrot lackierte Fahrzeug genau genommen gar nicht, sondern ein Bücher-Lkw. Denn: Bücher, CDs, DVDs und Spiele waren bisher in einem Lkw von MAN mit Bibliotheksaufbau untergebracht, erklärt Edgar Bunde, der die Fahrbibliothek gemeinsam mit Susann Klose betreut. Das neue Fahrzeug ist dagegen wirklich ein Bus, einer des schwedischen Herstellers Volvo, vom finnischen Unternehmen Kiitokori mit einem Spezial­aufbau versehen. Sozusagen eine skandinavische Koproduktion.

Dass sie jetzt einen echten Bus steuern, bringt den beiden Fahrern Susann Klose und Edgar Bunde auch echte Vorteile. Zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen. "Früher saßen wir vorn im separaten Lkw-Führerhaus und mussten erst aus diesem aussteigen, um dann hinten in den Bibliotheksaufbau wieder einsteigen zu können", sagt Edgar Bunde. Im neuen Bus könnten sie von vorn bis hinten durchlaufen.

Nächstes Beispiel: das Fahrverhalten. "Der alte Lkw hatte einen sehr langen Radstand", erläutert Edgar Bunde, "damit war die Fahrt durch kleinere Kreisverkehre, von denen es hier in der Re­gion einige gibt, durchaus schwierig." Der neue Volvo-Bus habe einen kürzeren Radstand, lasse sich leichter auch an engen Stellen manövrieren. Und die größeren Räder sorgten für mehr Bodenfreiheit des Fahrzeugs, "was gut ist auf unebenen Strecken".

Auch Susann Klose ist des Lobes voll. "Ein sehr schöner Bus, der sich sehr schön fahren lässt", sagt sie und nennt als Beispiel das Getriebe. "Mit dem Automatikgetriebe ist das Fahren sehr viel angenehmer." Die alte Fahrbibliothek habe eine schwergängige Handschaltung gehabt. Für mehr Sicherheit von Pasanten, die sich vor, neben oder hinter dem lindgrünen Bus aufhalten, sorgen drei Kameras über der Frontscheibe, im Bereich des toten Winkels und am Heck. Dank ihnen können die beiden Fahrer beim Rechtsabbiegen Radfahrer auf einem Bildschirm sehr gut erkennen.

Was sowohl die beiden Mitarbeiter als auch die Bibliotheksnutzer spätestens dann, wenn die Tage wieder sommerlich warm sein werden, schätzen werden, ist die Klimaanlage. Eine solche gab es zwar auch in der alten Fahrbibliothek, aber nur im Führerhaus. Der Bibliotheksaufbau hatte sich schnell extrem aufgeheizt. "Wir hatten da im Sommer oft 35 Grad Celsius oder noch höhere Temperaturen", erzählt Edgar Bunde. Dank einer Vollklimatisierung gehört solche Hitze nun der Vergangenheit an. Höhenverstellbare Tresen erleichtern Susann Klose – sie ist ausgebildete Bibliothekarin und hat einen Lkw-Führerschein – und Edgar Bunde – er ist Berufskraftfahrer und hat sich als Quereinsteiger zum Bibliotheksmitarbeiter weitergebildet – die Arbeit im Inneren des Busses.

Dort ist alles viel heller und freundlicher als in der alten Fahrbibliothek. Neu ist eine Lesecouch, eine "Kuschelecke". Die beiden Freunde Alex und Sa­muel, die am Mittwoch in Müllrose spontan "einfach mal reingucken", finden diese durchaus bequem. Und für einen barrierefreien Zugang ist auch vorgesorgt: Bei Bedarf kann ein Rollstuhllift nachgerüstet werden. Der Eingang lässt sich schon jetzt entsprechend verbreitern.

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