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Gertrud Kaiser wurde am Donnerstag 100 Jahre alt – und Harri undHelga Ziegler begingen das Fest der Diamantenen Hochzeit.

Familienfeste
Letschiner Jubilare gefeiert

Ulf Grieger / 12.04.2019, 06:45 Uhr
Letschin (MOZ) Die Wiege von Gertrud Kaiser stand im April 1919, kurz nach Kriegsende, im ostpreußischen Kaltecken bei Tilsit. Nun wird sie seit sechs Jahren von ihrer Enkeltochter Jeanette Stoytchev in Letschin gepflegt. Die Enkeltochter hatte auch das große Fest zum 100. Geburtstag vorbereitet, zu dem neben den vier Kindern  etliche der sieben Enkel und 16 Urenkel kamen. Natürlich ließen es sich Bürgermeister Michael Böttcher und Letschins Ortsvorsteher Manfred Neubauer nicht nehmen, der Jubilarin zu gratulieren.

Dabei erfuhren sie, auf welch ein ereignisreiches Leben die Jubilarin zurückblicken kann. Nach ihrer Geburt zog die Familie schon  bald nach Landsberg an die Warthe. Dort starb die Mutter, als Gertrud Kaiser elf Jahre alt war. Sie kam in die Lehre als Verkäuferin zur Tante nach Tilsit und von dort wieder nach Potsdam in Stellung. Dort lernte sie ihren Mann kennen, dessen Vater eine Tischlerei in Berlin-Mitte hatte. Im ersten Kriegsjahr kam das erste Kind zur Welt. Eines ihrer Kinder, das im Bombenhagel 1945 geboren wurde, überlebte die Kriegs- und Nachkriegsnot nicht. Gertrud Kaiser wurde Verkäuferin bei der HO (Handelsorganisation der DDR). Noch im Jahre 2000 zog sie von Berlin-Friedrichshain nach Schönow ins grüne, wo sie  die Diamantene Hochzeit feiern konnte. Heute besucht Gertrud Kaiser gern die Tagespflege der Diakonie "Haus Auguste". Deren Besucher wollen "ihre Hundertjährige"  natürlich auch noch hochleben lassen, berichtete Betreuerin Elke Schulze. Ansonsten genießt die Jubilarin auf dem Grundstück ihrer Enkelin den großen Garten. Das Anwesen, das Stoychevs vor zehn Jahren gekauft haben, ist den älteren Letschinern noch als das von "Vogel-Lehmanns" bekannt. Tipps zum langen Leben gibt die Enkeltochter weiter: "Oma hat schon immer wenig Fleisch gegessen und viel Sport getrieben."

Von dieser Gratulation ging es für den Bürgermeister gleich zur nächsten. In Philipps Kleiner Gaststätte feierten Harri und Helga Ziegler ihr Diamantenes Hochzeitsfest. Getraut hatte das Paar, das sich bei Tanz und beim Fußball kennen und lieben gelernt hatte, 1959 Pastorin Ilse Biedermann. Gefeiert wurde auf dem Grundstück der Brauteltern. "Harri war leidenschaftlicher Fußballer. Deshalb bin ich hier auch in meiner Funktion  als Grün-Weiß-Präsident", erklärte Michael Böttcher. Wenn Harri Ziegler von seiner Fußballer-Zeit spricht, leuchten seine Augen. Meist als Libero eingesetzt, hat er für die BSG Traktor Letschin und für den Fontane-Sportverein Falkenberg gekickt. In Falkenberg vor allem, weil er als Müllergeselle in der Roten Mühle arbeite, einer später auf Motorkraft umgebauten ehemaligen Wassermühle. Noch bis Anfang der 1990er Jahre hat Harri Ziegler dann in der Letschiner Mühle gemahlen. Seine Frau Helga war als Betriebswirtin viele Jahre in der Voßberger Zuckerfabrik tätig, danach in der Gemeinde und bei der Sparkasse. Zum Diamantenen Jubiläum waren die beiden Kinder, vier Enkel und ein Urenkel gekommen.

Auf die Frage, wie man es 60 Jahre lang miteinander aushalten kann, waren sich die beiden recht einig. So richtig seien sie über die vielen Jahre nicht aneinander geraten, verrieten sie. Wenn es doch mal Meinungsverschiedenheiten gab, dann habe jeder ein Stück nachgegeben. Als schwierigste Zeit benannte Harri Ziegler aber schuldbewusst die seiner aktiven Fußballerzeit. "Da bin ich dann aber auch mit auf den Sportplatz gekommen", lenkte Helga Ziegler ein. Aber Harri Ziegler wusste es besser: Problematisch war weniger die Spielzeit, als die Zeit der Auswertung des Spieles abends im Sportlerheim beim Bier.

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