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Streit
Drohung mit dem Faustrecht

2. Müllroser Kinderfest: Annemarie wurde am 9. März in der Schlaubetal-Halle in einen Schmetterling verwandelt.
2. Müllroser Kinderfest: Annemarie wurde am 9. März in der Schlaubetal-Halle in einen Schmetterling verwandelt. © Foto: Jörg Hanisch
Frank Groneberg / 13.04.2019, 07:30 Uhr
Müllrose (MOZ) Wem gehört die Schlaubetal-Halle?", fragt der Unternehmer Martin Geue am 12. März die Stadtverordnetenversammlung (SVV).  "Einer einzelnen Person? Und ist es üblich, dass körperliche Gewalt angedroht wird zur Durchsetzung eigener Interessen?" Auslöser dieser Fragen ist einer, der selbst Stadtverordneter ist: Peter Palwitz, Präsident der HSG Schlaubetal-Odervorland. Er soll Martin Geue vor dem 2. Müllroser Kinderfest am 9. März in der Schlaubetal-Halle Prügel angedroht haben. Der HSG-Präsident bestreitet das und lässt das der MOZ durch die Rechtsanwälte der HSG übermitteln. Doch Martin Geue bleibt bei seinen öffentlich geäußerten Vorwürfen. Die Gewaltandrohung sei trauriger Höhepunkt einer langen Auseinandersetzung im Vorfeld des 2. Kinderfestes, das er mit seinem Unternehmen Kinderspaß & Ranzenshop in der Schlaubetal-Halle veranstaltete, gewesen.

Am 24. Januar hat Martin Geue in der Amtsverwaltung einen Nutzungsvertrag für die Halle, die der Stadt Müllrose gehört, unterschrieben. Dieser besagt: Er darf am Freitag, dem 8. März, ab 15 Uhr sein Fest aufbauen. Die Amtsverwaltung hatte zuvor in der HSG-Geschäftsstelle angefragt, ob es Konflikte mit Trainingszeiten geben könnte, und von dort am 15. Januar per E-Mail das Einverständnis bekommen.

Einige Tage nach dem Vertragsschluss habe Peter Palwitz ihn angerufen, berichtet Martin Geue. "Er hat mir wütend gesagt: Freitags gehöre die Halle grundsätzlich den Handballern. Das seien seine Zeiten. Es interessiere ihn nicht, was ich mache. Ich dürfe erst Sonnabend in die Halle."

Zwei, drei Tage nach diesem Anruf sei er in der Postagentur auf Peter Palwitz getroffen. "Er war sehr aufgebracht", erzählt Martin Geue. Draußen vor der Post sei es dann zum verbalen Eklat gekommen. "Er hat laut zu mir gesagt: ,Wenn du nicht machst, was ich sage, dann haue ich dir ein paar aufs Maul!‘ Ich antwortete: ,Das ist jetzt nicht Ihr Ernst.‘ Daraufhin er: ,Pass auf, die Halle gehört uns.‘ Ich habe gesagt: ,Gewalt anzudrohen, das geht gar nicht.‘" Peter Palwitz habe ihn noch gefragt: "Bist du überhaupt Müllroser? Du bist doch neu hier, hast hier nichts zu suchen!‘"

Das alles habe ihn sehr belastet, sagt Martin Geue. Er habe nach einem Kompromiss gesucht. Er habe sich an eine Betreuerin der HSG gewandt und angeboten, sie könne bis 19 Uhr mit den Kindern trainieren. "Sie hat daraufhin angeboten, dass mir dann einige Sportler beim Aufbau helfen. Darauf haben wir uns geeinigt. Das habe ich Herrn Palwitz per E-Mail mitgeteilt." Wenig später habe Amtsdirektor Matthias Vogel ihn angerufen. "Peter Palwitz war bei ihm und bestand darauf, die Halle bis 20 Uhr zu nutzen. Ob ich bis 20 Uhr warten könne? Ich sagte: ,Okay, wenn ich Hilfe bekomme.‘" Kurz danach habe Peter Palwitz über den Amtsdirektor mitteilen lassen, er werde trotzdem bis 20.30 Uhr bleiben.

"Ich hatte die Nase voll", sagt Martin Geue. "Fakt ist: Das Training war um 19.30 Uhr beendet. Danach hat Herr Palwitz noch bis 20.30 Uhr Fußball spielen lassen – um seinen Willen zu bekommen. Geholfen hat mir trotz anderer Absprachen kein Spieler."

Am 28. März gab es in der Amtsverwaltung ein Gespräch aller Beteiligten, um Terminkonflikte bei der Hallennutzung künftig zu verhindern. Dabei sei "der Sachverhalt abschließend geklärt worden", sagt Matthias Vogel. Für den Vorwurf der Gewaltandrohung und die anderen Ausfälle treffe das aber nicht zu, betont Martin Geue. "Ich warte nach wie vor auf eine Entschuldigung von Herrn Palwitz." Am 9. April teilen die Rechtsanwälte mit, Peter Palwitz werde sich zu den Vorwürfen nicht weiter äußern.

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