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Jubiläum
26 000 Hennigsdorfer zur Rathaus-Party eingeladen

Roland Becker / 16.04.2019, 13:59 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) In einer so jungen Stadt wie Hennigsdorf werden auch schon kleine Zahlen genutzt, um ein Jubiläum zu feiern. Weil das neue Rathaus 15 Jahre alt geworden ist, wird es am 10. und 11. Mai eine große Party für die mehr als 26 000 Einwohner geben.

Eigentlich ist dieser große Tag bereits Geschichte. Denn die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zogen nach zwei Jahren Bauzeit bereits am 20. Januar 2004 mit Sack und Pack vom Blauen Wunder in den Rundbau am Bahnhof. Doch da sich der Januar für ein Fest, das zu großen Teilen unter freiem Himmel stattfinden soll,  nicht eignet, wurde die ganze Festivität in den mehr Wärme und Sonne versprechenden Mai verlegt.

"Zwölf Millionen Euro hat der Bau damals gekostet. Dafür würden wir heute kein Rathaus mehr bekommen", meint Bürgermeister Thomas Günther (SPD), den aktuell die explodierenden Kosten für die Reaktivierung des Alten Gymnasiums und den Bau der neuen Schwimmhalle plagen.

Statt des sorgenvollen Blickes voraus wird an den beiden Maitagen eher dankbar in die jüngste Vergangenheit geschaut, und das nicht nur am Rathaus. Gefeiert wird überall: Vor dem Gebäude der Stadtverwaltung wird eine Ausstellung über die Segnungen der brandenburgischen Städtebauförderung eröffnet. Der Blick geht dabei unter anderem zurück auf die Sanierungsmaßnahmen im alten Ortskern und auf das Aufblühen des im wahrsten Sinne des Wortes Mauerblümchens Nieder Neuendorf.

Mit der Wiederöffnung des ehemaligen Jugendclubs JFFZ als Gemeinschaftszentrum Conradsberg schafft sich der Bürgermeister eine für diesen Tag ernstzunehmende Konkurrenz. Während die einen noch durch die Büros des Rathauses schlendern und auch einen Blick auf den Schreibtisch des Stadtoberhaupts werfen, wird dessen Besitzer bereits die Eröffnungsrede (13 Uhr) im Conradsberg halten. Danach überschlagen sich die Angebote im neuen Familienzentrum. Der Keramik-Workshop konkurriert mit der Backstube, die Kleidertauschbörse muss sich gegen die ersten Aktivitäten auf dem Bauspielplatz behaupten.

Dieser Bauspielplatz dürfte zu den Lieblingsplätzen kleiner Nachwuchshandwerker werden. Da in dem ganzen Tohuwabohu nicht mit Nägeln und Hammer gewerkelt werden soll, werden an diesem Tag Hütten aus Stöcken und Laub entstehen. "Dann wird der Bauspielplatz immer freitags zum Werkeln einladen, aber natürlich nur mit Helm auf dem Kopf", kündigt Jennifer Burzcyk an, die im Rathaus die Chefin für Familien- und Jugendangelegenheiten ist.

In der hauseigenen Küche wird an diesem Tag eine riesige Gemüsepfanne auf dem Herd stehen, die samt Pellkartoffeln und Quark serviert wird. Wer davon isst, hat fast schon ein Öko-Siegel verdient. Denn die Zutaten stammen von Querfeld, einer Organisation, die sich um die Rettung von Lebensmitteln kümmert. "Die retten Gemüse, Obst und Kräuter, die im Supermarkt nicht verkauft werden, weil sie von der Optik her nicht den Ansprüchen entsprechen", erläutert Burzcyk. Und weil das alles erst einmal kleingeschnitten werden muss, lädt sie am Abend zuvor ab 19 Uhr zur Schnippeldisco ein. Während Rüben und Kohl in mundverträgliche Stücke zerschnitten werden, legt ein DJ auf und sorgt eine Band für die passenden Töne, die den Arbeitseifer anfeuern.

Die Familienbeauftragte hätte am Montag beim Vorstellen des Programms noch Dutzende Kleinigkeiten erwähnen können. Sie kann das Programm aber auch in einem Satz zusammenfassen: "Wir bespielen alle Räume und haben Tanz in allen Sälen." Auf einen Höhepunkt möchte sie aber noch hinweisen. Ab 16 Uhr wird die aus Münster stammende Band Kariburni zu einem Mitmachkonzert einladen. Begleitet von originalen Instrumenten werden Lieder aus aller Welt erklingen, und zwar jeweils in deren Heimatsprache und in Deutsch.

Wen es am 11. Mai vom Rathaus nicht gen Westen zieht, kann auch Richtung Osten pilgern. Im Albert-Schweitzer-Quartier haben bereits die Arbeiten zum Bau des neuen Wohnquartiers begonnen. Von diesen Plänen möchte die Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) an diesem Tag möglichst viel berichten und zeigen. Während den Kindern ein eigenes Programm geboten wird, können sich die Eltern bereits die Grundrisse der Häuser und Wohnungen anschauen, sich über Preise informieren und auf die Warteliste für ein neues Zuhause setzen lassen.

Im Schweitzer-Viertel vorbeigeschaut wird auch während der beiden Stadtspaziergänge, die am 11. Mai angeboten werden und für die man sich ab sofort in der Stadt-Info anmelden kann. Einige der Zahlen, die dabei fallen dürften, hatte der Bürgermeister schon am Montag parat. "Wir haben durch die Städtebauförderung 26,7 Millionen Euro erhalten. Das hat Gesamtinvestitionen von 60 Millionen Euro ausgelöst."

Der Neubau des Rathauses hat es übrigens ermöglicht, dass Thomas Günther wieder dort gelandet ist, wo er einst als Steppke sein Hennigsdorfer Leben begonnen hat: "Genau hier stand meine alte Kita." In der Nachbarschaft seien der Bauhof und eine Arztpraxis ansässig gewesen. Ansonsten: Viel Wiese, viel leere Fläche mitten in einer Stadt, die erst nach dem Mauerfall ihre Mitte gefunden hat.

Höhepunkte im Programm

Am Rathaus wird es an beiden Abenden (10. und 11. Mai) ab 20.40 Uhr eine Lichtershow geben. Am Sonnabend (11. Mai) wird vor dem Sitz der Stadtverwaltung die Open-Air-Ausstellung zu den Ergebnissen der Städtebauförderung eröffnet. Im Laufe des späten Vormittags werden zwei Stadtführungen von 90 Minuten und drei Stunden angeboten.

Das Gemeinschaftszentrum Conradsberg (ehemaliges JFFZ) wird am 11. Mai um 13 Uhr festlich eröffnet. Anschließend findet ein Markt der Möglichkeiten statt. Dabei wird auch der neue Bauspielplatz eingeweiht. Außerdem wird es ein Spielzeug- und Kleiderkarussell als Tauschbörse geben. An Ständen werden die Hilfsangebote der Projektfördergesellschaft PuR vorgestellt.

Im Albert-Schweitzer-Viertel präsentiert die Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft ihr Um- und Neubauvorhaben für das Karree. Außerdem gibt es ein Kinderprogramm samt Mülltrennspiel.

Darüber hinaus bereiten die Stadtverwaltung und ihre Partner weitere Angebote vor. So hat die Bibliothek länger offen. Die Stadtausstellung im Alten Rathaus kann ebenso besichtigt werden wie eine kleine Schau zu den drei Sitzen der Stadtverwaltung, die in der Alten Feuerwache zu sehen ist. Zudem gibt es eine Fahrzeugshow.⇥rol

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