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Hühnerhaltung
Das große Gegacker

Huhn sucht Familienanschluss: Holger Mercier aus Schmargendorf mit einem Lohmann-Brown-Huhn. Die junge Henne ist 22 Wochen alt und kostet 9 Euro. Als Gegenwert bekommt man auch nach Ostern noch Eier. Rund 280 Eier pro Jahr sind zu erwarten.
Huhn sucht Familienanschluss: Holger Mercier aus Schmargendorf mit einem Lohmann-Brown-Huhn. Die junge Henne ist 22 Wochen alt und kostet 9 Euro. Als Gegenwert bekommt man auch nach Ostern noch Eier. Rund 280 Eier pro Jahr sind zu erwarten. © Foto: Thomas Burckhardt
Susan Hasse / 18.04.2019, 07:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Für die Hühner herrscht derzeit Hochkonjunktur, denn das Ei steht im Mittelpunkt des Osterfestes. Im Barnim gibt es noch immer Tausende Hühnerhalter.

Ein Großteil der privaten Halter wird dabei vom Schmargendorfer Hühnerhof beliefert. Alle 14 Tage fährt Holger Mercier mit seinem Hühnermobil über insgesamt 39 Dörfer und Städte des Barnims: Glambeck, Neugrimnitz, Senftenhütte bis nach Lichterfelde, Klobbicke und Niederfinow führt ihn die Tagestour. Sieben Hühnerrassen, verschiedene Entenrassen und Wachteln sind an Bord des Lieferwagens. Am beliebtesten ist hierzulande das braune "Lohmann Brown"-Huhn, erzählte der mobile Hühnerhändler. Im Angebot sind aber auch Grünleger und Meran-Hühner, die grünliche Eier bzw. schokobraune Eier legen. Ein Geheimtipp seien allerdings Wachteln: Die kleinen Eier sind sehr geschmacksintensiv und bei Kindern der Renner, so Hühnerhändler Mercier. Wenn er am späten Nachmittag zurück auf den Geflügelhof rollt, hat er mehrere Hundert Hühner, Wachteln und Enten unters Volk gebracht. "Barnimer lieben Hühner", so seine Einschätzung. Während in der Uckermark auch Enten und Gänse beliebt sind, bleiben die Barnimer dem Huhn treu. "Der Trend zum eigenen Hühnerstall ist ungebrochen", so seine Einschätzung. Auch 30 Jahre nach der Wende würden in den Dörfern viele auf Selbstversorgung setzen. Allerdings haben viele Hühnerhalter nur noch eine handvoll Tiere. Auch junge Leute, darunter Familien mit Kindern, zählt Holger Mercier zunehmend zu seinen Kunden. Gerade in Zeiten, in denen die industriell-organisierte Tierhaltung in der Kritik steht und viele Menschen wissen wollen, woher ihre Lebensmittel stammen, bietet sich die Selbstversorgung an.

Aufgezogen werden die Junghühner im Geflügelhof Füchtenschnieder in Schmargendorf. In der Hühnerschmiede werden die Küken 23 Wochen gehegt und gepflegt bis sie die Legereife erreichen. Rund drei Jahre leistet ein Huhn beim privaten Hühnerhalter gute Dienste, danach würde die Legeleistung nachlassen, weiß Mercier zu berichten. Ein gesegnetes Lebensalter ist dabei nicht allen Hühnern vergönnt: Fuchs, Marder und Habicht fallen allzu gern über die fleißigen Eierleger her. Gerade wenn die Raubtiere Nachwuchs haben, holen sie sich gern wehrloses Federvieh. "Habt ihr einen Vertrag mit dem Fuchs?", wurde Holger Mercier schon öfter gefragt, wenn er mal wieder neue Hennen liefern musste.

Hygiene und etwas Auslauf

Um die Hühner glücklich zu machen, hat Holger Mercier auch einige Tipps für die Halter parat: Hühner brauchen eine Sitzstange sowie erhöhte Legenester. Die Hühner legen ihre Eier ungern auf dem Boden, sie bevorzugen es stattdessen auffliegen zu können, erklärt Mercier. Auch genügend Auslauf ist notwendig, um dem Federvieh ein glückliches Leben zu bescheren. Die Stallhaltung sei im Übrigen in Deutschland längst verboten. Auch beim Futter würden viele Hühnerhalter Fehler machen: Allein mit Weizen kann ein Huhn nicht ernährt werden. "Das ist als würde ein Marathonläufer nur Knäckebrot essen", so Holger Mercier. Das Federvieh sollte am besten einen Mix aus Hühnermehl und Weizen bekommen. Von Küchenabfällen rät der Hühnerexperte ab. Das sei aus hygienischen Gründen verboten und kann die Tiere krank machen. Grundsätzlich seien die Tiere allerdings sehr robust und pflegeleicht. Macht man alles richtig, liefert eine Henne schon bald rund 280 Eier pro Jahr. Die Eierversorgung für das nächste Osterfest ist gleich mitgesichert.

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