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Immobilienmarkt
Bodenpreise auf Rekordniveau

Investition in Betongold: 25 Grundstücke hat die Stadt Eberswalde im dritten Bauabschnitt auf den Ostenden Höhen 2017/18 verkauft. Der aktuelle Bodenrichtwert liegt dort jetzt bei 70 Euro/qm. Weitere Grundstücke sind in Vorbereitung.
Investition in Betongold: 25 Grundstücke hat die Stadt Eberswalde im dritten Bauabschnitt auf den Ostenden Höhen 2017/18 verkauft. Der aktuelle Bodenrichtwert liegt dort jetzt bei 70 Euro/qm. Weitere Grundstücke sind in Vorbereitung. © Foto: Thomas Burckhardt
Kai-Uwe Krakau / 18.04.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 18.04.2019, 11:47
Bernau (MOZ) Mit einer gewissen Sorge blickt der Bürgermeister von Werneuchen in die Zukunft. "Für viele Familien ist der Traum vom kleinen Eigenheim in weite Ferne gerückt", sagt Burkhard Horn angesichts der steigenden Grundstückskosten. In der "alten" Stadt seien die Bodenrichtwerte im vergangenen Jahr von 60 auf 110, im Ortsteil Seefeld von 70 auf 90 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

Im gesamten Kommunalgebiet lag die durchschnittliche Steigerung bei  20 Prozent. "Wir haben das Problem erkannt, müssen aber bei den Verkaufspreisen mindestens den gutachterlichen Verkehrswert erreichen", so der Linken-Politiker. Für ein neues Wohngebiet habe man daher einen Grundstückspreis von 21 Euro pro Quadratmeter (Rohbauland) ausgeschrieben. Der Verkauf solle dann unter anderem nach wohnungspolitischen, städtebaulichen und verkehrsbezogenen Kriterien erfolgen. "Nach der Veräußerung an den Investor haben wir keinen Einfluss mehr auf den weiteren Verkaufspreis", betont Horn. Dieser orientiere sich am Markt und seinen Aufwendungen. Der Gutachterausschuss Barnim sammle diese Verkäufe, daraus ergebe sich der Bodenrichtwert für die Folgejahre im Stadtgebiet, so der Rathauschef.

Die Ergebnisse für 2018 liegen nun für den Barnim vor. Danach hält der Immobilienboom vor allem im südlichen Landkreis unvermindert an. Während im Berliner Umland deutliche Steigerungen bei den Bodenpreisen zu verzeichnen sind, gibt es im sogenannten weiteren Metropolenraum oft stagnierende Preise. Insgesamt wurden für die Gemeinden und Gemeindeteile 279 allgemeine Bodenrichtwerte beschlossen: 208 für Wohnbauflächen/gemischte Bauflächen, 34 für gewerbliche Bauflächen, 37 für Sonderbauflächen (Erholung, Einzelhandel) sowie sechs für die Land- und Forstwirtschaft. Für Wohnbauland liegt die Spanne bei den Bodenrichtwerten zwischen neun (Stolzenhagen/Oder) sowie 240 Euro pro Quadratmeter in Zepernick. Bei Wassergrundstücken am Wandlitzsee wurden aber auch 410 Euro/Quadratmeter gezahlt. In die Bewertung sind fast 840 Verkäufe eingegangen.

Im Durchschnitt 15 Prozent mehr

Im Vergleich zum Dezember 2017 sind im Bereich Wohnen, gemischte Bauflächen, Gewerbe und Erholung 44 Prozent der Werte gestiegen, 56 blieben gleich. Im Berliner Umland (Ahrensfelde, Bernau, Panketal, Wandlitz und Werneuchen) liegen  drei Fünftel der Bodenrichtwerte nun höher. Die durchschnittliche Steigerung lag bei 15 Prozent. Im weiteren Metropolenraum, dazu gehört  das Amt Biesenthal-Barnim, kletterten 45 Prozent der Bodenrichtwerte nach oben (durchschnittlich um 15 Prozent).

Bei den Gewerbegebieten ist im Barnim ein überwiegend konstantes Wertniveau zu verzeichnen. Dort liegen die Bodenrichtwerte den Angaben zufolge im Berliner Umland zwischen zwölf und 80, im weiteren Metropolenraum zwischen neun und 20 Euro pro Quadratmeter. Bei Ackerland gab es Steigerungen um zehn (Hauptstadtnähe) beziehungsweise fünf Prozent (nördlicher Barnim). Die absoluten Zahlen liegen bei 1,30 oder 0,95 Euro pro Quadratmeter.

"Der Anstieg bei den Grundstückspreisen in unserer Gemeinde wird mit Herausforderungen verbunden sein", sagt die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant. Dies könnte eine stärkere Verdichtung zur Folge haben. "Hier müssen wir als Gemeinde aktiv sein, um den ganz eigenen Charakter unserer Ortsteile zu erhalten", so Radant.

Bernaus Baudezernent Jürgen Jankowiak kann der Entwicklung zunächst eine positive Seite abgewinnen. Sie sei Ausdruck einer hohen Nachfrage und Attraktivität Bernaus als Ort zum Wohnen und Leben. "Ein beständiger Preisanstieg ist aber auch bedenklich, da die Grundstücke irgendwann für die Allgemeinheit unerschwinglich werden", erklärt Jankowiak. Der Fokus liege daher nicht mehr bei der weiteren Schaffung von Wohngebieten, sondern bei der Ertüchtigung von städtischer Infrastruktur.

Bodenrichtwerte online abrufbar unter www.boris-brandenburg.de

Preise für Baugrundstücke mit einem Eigenheim

Bodenrichtwerte (per 31. Dezember 2018) in ausgewählten Gebieten im Landkreis Barnim:

Ahrensfelde (OT Ahrensfelde) ⇥180-220 Euro/qm

Bernau (nur Stadtgebiet) ⇥110-200 Euro/qm

Biesenthal (nur Ortslage) ⇥55-120 Euro/qm

Panketal (Zepernick, Schwanebeck) ⇥125-240 Euro/qm

Wandlitz (ohne Wassergrundstücke)⇥110-200 Euro/qm

Wandlitz (Wassergrundstück)⇥410 Euro/qm

Eberswalde (nur Stadtgebiet)⇥40-75 Euro/qm

Schorfheide (OT Finowfurt)⇥70 Euro/qm

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