Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die vom Tourismusverein Spreeregion Beeskow-Schwielochsee betriebene Touristinformation im Beeskower Rathaus schließt Ende Mai. Von Olaf Gardt

Fremdenverkehr
Touristinfo Beeskow schließt

Symbolfoto
Symbolfoto © Foto: pixabay
MOZ / 18.04.2019, 09:00 Uhr
Beeskow (Olaf Gardt) Nach der Trennung von Geschäftsführerin Silke von Lonski hatte Tourismusvereinschef Thomas Hähle erklärt, dass die Stelle nicht einfach nachbesetzt wird, sondern man die gesamte Arbeit des Vereins auf den Prüfstand stellen werde. Dazu hatte von Lonskis Amtsvorgängerin Kathrin Paul-Weckewitz, heute Betreiberin des Bootshauses auf dem Beeskower Kietz, eine Studie erarbeitet. Das Fazit: Um ein Tourismusbüro mit Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr, wie sie von der Stadt Beeskow gewünscht seien, zu betreiben, brauche man mindestens 3,5 Vollzeitstellen. Das könne sich der Verein aber nicht leisten, so Hähle.

Zu wenige Vollzeitstellen

Am Montag habe der Vereinsvorstand, neben Friedlands Bürgermeister Hähle gehört dazu unter anderem sein Beeskower Amtskollege Frank Steffen, mehrheitlich beschlossen, die Touristinformation zu schließen, die Mitarbeiter zu entlassen. Der Verein, so Hähle, werde auch das Älteste Haus in Beeskow nicht mehr betreiben. Man werde zunächst ehrenamtlich weiterarbeiten. Wie genau, das soll auf einer Mitgliederversammlung im Mai, zu der er in den nächsten Tagen einlade, besprochen werden. Auf alle Fälle wolle er den Erlebnisführer weiter herausgeben. Denkbar sei, die Infopunkte mit dem Grünen I zu verstärken, mehr davon einzurichten. Das Grüne I sei das Internationale Zeichen für Touristinformationen und werde dementsprechend gut erkannt. Fakt sei allerdings, dass dort die Arbeit ehrenamtlich gemacht werden müsse.

Ob es durch die neue Konstellation zu weiteren Veränderungen im Verein komme, sei für ihn derzeit nicht absehbar. "Das werden wir auf der Mitgliederversammlung sehen", so Hähle. Er hofft, dass die Mitglieder, neben den Kommunen Beeskow, Friedland, Tauche und Rietz Neuendorf sind das mehr als 70 Gastronomen, Campingplatzbetreiber, Hoteliers und Vermieter von Ferienunterkünften, im Verein bleiben. "Es geht ja auch darum, die touristische Infrastruktur in der Region weiter zu entwickeln", nennt er einen Grund. Beeskows Bürgermeister Frank Steffen hat angekündigt, ab dem 1. Juni eine Informationsstelle im Rathaus zu betreiben, die montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und sonnabends von 9 bis 12 Uhr geöffnet hat. Dafür werden jetzt zwei Teilzeitstellen ausgeschrieben. In der Rathausinfo sollen vorrangig Dienstleistungen für die Beeskower angeboten werden. Das reicht von der Ausgabe der gelben Säcke über Bürgerberatung bis zum Ticketverkauf für Veranstaltungen. Denkbar sei auch, so Frank Steffen, dass man als weiteres Grünes I fungiere, touristisches Material verteile, Fragen beantworte. Unterkunftsbuchungen und die Erarbeitung neuer touristischer Angebote werde es dort aber nicht mehr geben.

"Grünes I" im Ehrenamt

Einige Fragen bleiben. Dazu zählt die Öffnung des Ältesten Hauses. Darüber wolle er mit der evangelischen Kirche sprechen. Auch wer künftig Veranstaltungen wie "Beeskow radelt an" organisiert, müsse man in denn kommenden Monaten klären. In diesem Jahr ist das noch Aufgabe des Tourismusvereins. Dabei ist der Bürgermeister selbst mit eingebunden. Frank Steffen ist als Tourführer der großen Tour de MOZ  rund um den Schwielochsee unterwegs.

Infotitel

Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Paul Hubschmied 23.04.2019 - 20:07:45

Kungelei vom Bürgermeister Steffen -- er will ...

Niemand weiß aber, ob das so bleibe. Bürgermeister Frank Steffen, will das nach einer ersten Vorstellung im vergangenen Jahr vom StadtBüro Hunger noch einmal überarbeitete Stadtumbaukonzept jetzt im Aufsichtsrat der bwv und dann in den Gremien der Stadtverordnetenversammlung besprechen.

Paul Hubschmied 23.04.2019 - 20:00:02

Fürs nichtstun bezahlte Tourist-Mitarbeiter

Die sind dort zu zweit in dem schönen Zimmer. Arbeitszeit zwischen 0,5 und 2 Stunden am Tag. Bezahlt werden aber wieviele Stunden (nichtstun)? Ansonsten private Gespräche und "Schwätzchen". Herr Bürgermeister, so geht das nicht. Steuerzahler sind auch Menschen (und Wähler). So eine "Tourist Information" geht auch besser !!!

Paul Hubschmied 23.04.2019 - 19:47:13

aber diese "Mitarbeiter" sind nicht ausgelastet

Florian Reinke 23.04.2019 - 12:52:03

Ganz schlechtes Zeichen

Wie viele Schließungen hält unsere Region noch aus? Gaststätten, Agrarbetriebe und jetzt die Tourismusinformation, der Anlaufpunkt für die langfristige Zielausrichtung Brandenburgs? Sicher, die "Lange Nacht" ist das Highlight Beeskows, aber vom Mittelstand betrieben, die sich Kundschaft auch an allen anderen Tagen wünschen. Viele betreiben Tourismus nur nebenher, sind auf Organisation und Werbung angewiesen. Dass die Geschäftsführung der Tourismusinformation in den letzten Jahren schnell wechselte, mag viele Ursachen haben. Es muss jemand aus der Region her, der nicht nur auf eine Verbesserung des Lebenslaufs aus ist; jung und mit frischen Ideen oder nicht. Die Schließung wurde mit den Mitgliedern nicht besprochen und somit auch keine Alternativen gesucht, z.B. eine Kooperation mit der Burg Friedland? Wie können die schwierigen Probleme der Zukunft gemeistert werden, wenn die "Mitverwaltungspartner" schon bei diesem Thema scheitern? Die Menschen fühlen sich alleine gelassen. Effektivere Verwaltung und Gefahrenabwehr (Feuerwehr) darf nicht über Finanzmittel-Einsparungen entschieden werden. Beeskow darf zwischen Berlinspeckgürtel-Fürstenwalde und Spreewald-Eisenhüttenstadt nicht weiter an Bedeutung verlieren. Wir sind stolz auf die Stadt mit historischem Stadtkern und freuen uns über jeden, der hierher kommt, Urlaub macht oder gar hierher zieht. Zeigt den Bürgern, dass man für sie da ist.

Frauke Hinrichs 19.04.2019 - 23:34:27

Ein Aprilscherz?! Wo ist der Sachverstand in unserer Region?

Das ist ein Aprilscherz, oder? Nein? Meine Güte, wie schlecht ist diese Entscheidung. Die Kreisstadt des Landkreises Oder Spree ist nicht fähig eine Tourimusinfo zu betreiben? Der Landkreis steht ganz weit oben im Touristischen Zuspruch, wie kann man da zu so einem Entschluss kurz vor Saisonbeginn kommen. Professionalität sieht anders aus. Passt aber in eine Stadt, in der man nach 19:45 Uhr selten etwas warmes zu essen bekommt. Ich würde gerne positiv schließen, klappt nicht. Sowohl der Tourismusverein, als auch die Stadt Beeskow sind an diesem Desaster schuld. So biel Unfähigkeit habe ich selten gesehen. Schön das sie es auch noch so offen zur Schau stellen und sich nicht auf den Hosenboden setzen konnten, um eine sachdienliche Lösung zu finden. Jetzt wird schnell mit unterbezahlten Ehrenamtlichen und Halbtagskräften etwas hungefuscht. Kein Perspektive, kein Plan.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG