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Notre-Dame-Besucher
Einer unter Millionen

Blick zu Notre Dame in Paris, eine Fotografie vom Besuch im Jahr 2017.
Blick zu Notre Dame in Paris, eine Fotografie vom Besuch im Jahr 2017. © Foto: Wolfgang Hundt
René Wernitz / 18.04.2019, 17:07 Uhr
Premnitz (MOZ) Auch Wolfgang Hundt kann es immer noch nicht fassen. Die Kathedrale Notre Dame de Paris ist durch einen Brand zerstört. Vermutlich wurde das Feuer am Abend des 15. April bei Renovierungsarbeiten ausgelöst. Das laizistische, aber katholisch geprägte Frankreich steht unter Schock. Und mit ihm all jene, die wie Hundt den Verlust aus tiefstem Herzen bedauern.

Der Premnitzer (Jahrgang 1941) gehört mit Sicherheit zu den Havelländern, die am häufigsten Frankreich besuchen. In der Regel so etwa dreimal jährlich, meint er. Das hat natürlich einen Grund. Wolfgang Hundt ist Mitglied der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) in Premnitz. 1997 war er Gründungsinitiator, inzwischen ist er DFG-Ehrenpräsident.

Deutsch-französische Beziehungen haben lange Tradition in der Havelstadt. Seit 1967 besteht eine Partnerschaft zwischen Premnitz und der Stadt Petit-Quevilly, die sich etwa 110 Kilometer nordöstlich von Frankreichs Hauptstadt Paris befindet. Von diesen Kontakten ausgehend, ergab sich eine interessante Verbindung nach Bolbec, die von den Mitgliedern der Deutsch-Französischen Gesellschaft gepflegt wird. Bolbec liegt etwa 40 Kilometer nordöstlich von Petit-Quevilly, die Region nennt sich Caux valleé de Seine (zu Deutsch: Seine-Tal). Wer die Gegend besucht, wird um einen Abstecher nach Paris nicht herum kommen wollen.

Wer  die Hauptstadt besuchte, den zog es sicher auch zur Kathedrale, die insbesondere durch Victor Hugos 1831 erschienenen Roman "Der Glöckner von Notre Dame" weltberühmt wurde. In Berichten nach der Feuersbrunst war von jährlich etwa 14 Millionen Besuchern die Rede. Wolfgang  Hundt betrat schon drei Mal die Kathedrale, zuletzt 2017. Der Havelländer war tief beeindruckt von der "majestätischen Architektur", auch von der Größe: "Man fühlt sich sehr klein."

Notre Dame soll wieder aufgebaut werden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von fünf Jahren, in denen das gelingen soll. Die Kosten werden immens sein. Einzelspenden in Höhe von 100 Millionen Euro und mehr waren schon unmittelbar nach dem Brand in Aussicht gestellt worden. Mit Sicherheit wird die Tragödie auch Thema sein, wenn die DFG am 5. Mai Vertreter ihrer Partnerorganisation aus Bolbec im westlichen Havelland begrüßt. Die Gäste bleiben bis 12. Mai.

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