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Eröffnung
Neustart im Liebenwalder Stadthafen

Tordis und Lutz Holzendorf betreiben jetzt den Stadthafen.
Tordis und Lutz Holzendorf betreiben jetzt den Stadthafen. © Foto: Burkhard Keeve
Burkhard Keeve / 19.04.2019, 06:22 Uhr
Liebenwalde (MOZ) Erst einmal durchatmen. Tordis und Lutz Holzendorf haben aufregende Wochen hinter sich, damit der Neubeginn am Liebenwalder Stadthafen am Donnerstag klappt. Hat er, wenn auch knapp. Erst am Vormittag war die neue Sitzgarnitur aus Holz angekommen. Vier schwere Tische und acht Bänke. "Nur hatte der Lieferant keinen Stapler dabei, wie versprochen", sagte Lutz Holzendorf. Doch die hilfsbereite Nachbarschaft (Kabel-Metall-Recycling) zögerte nicht langee und kam mit einem Stapler um die 130 Kilogramm schweren Möbel abzuladen und aufzustellen. "Sie haben uns gerettet", so Tordis Holzendorf.

Die Inneneinrichtung ist neu

Seit Januar sind die beiden Grüneberger neue Pächter des Stadthafens am Langen Trödel. Durch eine Freund haben sie von der offiziellen Ausschreibung durch die Stadt Liebenwalde erfahren. "Drei Bewerber gab es", sagt Martina Schnur. Die Vize-Bürgermeisterin war am Donnerstag am Hafen, um den Pächtern alles Gute für den Start zu wünschen.

Gut 30 000 bis 40 000 Euro haben Holzendorfs in die Inneneinrichtung gesteckt. Es gibt auch einen neuen Tresen. "Nur eine Woche haben sie für die Granitplatte gebraucht", schwärmt Lutz Holzendorf. Sie liegt frisch verlegt im Schankbereich, nur eine Schraubzwinge muss noch einen Tag alles festhalten, bis alles sitzt.

Gegen 15 Uhr kommen die ersten Gäste. Es sind Hanelore und Werner Holzendorf, die Schwiegereltern aus Liebenwalde. Sie haben Blumen und Kaffeedurst mitgebracht. Nichte Emelie ist fürs Kinderschminken engagiert und schon bald renne die ersten Kinder mit Tiergesichtern übers Gelände. DJ "Steini" aus Liebenwalde lockt weitere Gäste zum Stadthafen. Außerdem gibt es eine Hüpfburg und viel Platz um sein Bier im Freien zu genießen. "Die Lage ist perfekt", ist Tordis Holzendorf sicher. Sie hat in der Gastronomie gelernt, hat aber bis vor zwei Tagen bei einem Taxibetrieb in Oranienburg gearbeitet, 25 Jahre lang. "Das Büro mache ich weiter, so viel Treue muss sein", sagt die 49-Jährige. Ihr Mann war bis Ende 2018 selbstständiger Fenstermonteur.

Der erste Liegeplatz ist belegt

Von den 32 Liegeplätze für Boote ist der erste belegt. Ein Zwickauer ist hier gestrandet. Er wollte nach Berlin, kommt aber nicht weiter, weil Oranienburg durch die Bombenfunde gesperrt ist. Andere Freizeitkapitäne haben sich angemeldet, weil durch eine Bombenfund der Oranienburger Stadthafen blockiert ist. Der Lange Trödel und der Finowkanal sind hingegen frei und durchgängig schiffbar. Das könnte sich herumsprechen und das Geschäft im Liebenwalder Hafen ankurbeln.

Die neuen Pächter setzen auf Touristen, egal, wie sie zum Hafen kommen. Mit dem Rad, dem Auto, dem Kanu, dem Boot oder zu Fuß aus der Nachbarschaft. Noch ein anderes Standbein versteckt sich in einem der vier Achtecke des Hafengebäudes. Es dient der Stadt Liebenwalde als barrierefreies Standesamt.

Hintergrund zumLangen Trödel

Im März 2014 wurde der Stadthafen Liebenwalde offiziell eröffnet, allerdings war der Lange Trödel nicht durchgängig schiffbar.

Der Lange Trödel ist ein Abschnitt des Finowkanals. Er beginnt in Liebenwalde, reicht bis Zerpenschleuse und ist rund zehn Kilometer lang.

Im Juni 2016 wurden die Bauarbeiten entlang des Finowkanals abgeschlossen und der Lange Trödel eröffnet. Seitdem war der Weg zum Werbellinsee und zur Oder auf einer Gesamtlänge von 42 Kilometern wieder frei. Allerdings sorgten Schleusensanierungen am Finowkanal immer wieder für Sperrungen.

Die Bezeichnung "Langer Trödel" ist ein Wortspiel aus "Treideln" (Ziehen von Schiffen auf Wasserwegen durch Menschen oder Zugtiere) und "Trödeln" (Bummeln, Langsam sein).⇥bu

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