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Selbstständiger Lichttechniker
Es muss blinken und blitzen

Liebt Lichtblicke: Johann Wilke aus Groß Lindow sorgt dafür, dass beispielsweise Bands bei ihren Konzerten ins rechte Licht gerückt werden und eine schöne Atmosphäre entsteht.
Liebt Lichtblicke: Johann Wilke aus Groß Lindow sorgt dafür, dass beispielsweise Bands bei ihren Konzerten ins rechte Licht gerückt werden und eine schöne Atmosphäre entsteht. © Foto: Patrizia Czajor
Patrizia Czajor / 19.04.2019, 07:00 Uhr
Groß Lindow Lichttechniker ist nicht gleich Lichttechniker. "Man muss auch ein bisschen verrückt sein", davon ist Johann Wilke überzeugt. Zumindest hat ihn diese Eigenschaft, erzählt der 24-Jährige, sogar zum persönlichen Lichttechniker der Fürstenwalder Band Kesh gemacht. "Genau so jemanden haben sie gesucht." Seitdem darf er die Musiker bei allen ihren Konzerten begleiten. Auf seinem Handy zeigt der junge Mann, der in Groß Lindow lebt, ein Video ihres letzten Gigs in Königs Wusterhausen. Die Bühne ist in rotes und weißes Licht gehüllt, der Song ist eine Art melodischer, teilweise rockiger Rap. Dann endet die Musik plötzlich abrupt und es wird dunkel. Doch im nächsten Moment verschwindet die Band hinter einer kalkweißen, blitzenden Wolke und die Musiker drehen noch einmal richtig auf. "Manchmal muss Licht auch wehtun."

Das Mischpult als Werkzeug

Die Aufgabe des 24-Jährigen ist es, für die richtigen Farben sowie die richtige Dosis zu sorgen. "Ohne Licht ist eine richtige Bühnenshow keine Bühnenshow, das Licht hat sozusagen einen sehr großen Wirkungsgrad für das Gelingen einer Veranstaltung." Das Licht, es ist sozusagen seine Profession, eigentlich sogar Leidenschaft, mit der sich Johann Wilke vor zwei Jahren nach seiner Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik selbstständig gemacht hat. "Das war ein hartes Stück." Gerade zu Beginn sei es nicht einfach gewesen. Notwendig sei Startkapital, seien Kontakte, die er auch jetzt noch aufbauen muss. "Das ist ein langwieriger Prozess." Entscheidend sei für ihn auch die Unterstützung durch die Familie gewesen, auch wenn seine Eltern zu Beginn ein wenig skeptisch gewesen sind, wie er sagt. Doch die ersten Aufträge kamen schnell. Seinen ersten hat der junge Mann beim Besuch der Sängerin Vanessa Mai in Eisenhüttenstadt gehabt. "Mein erstes großes Ding."

Um überhaupt freiberuflich arbeiten zu können, musste Johann Wilke viel Geld in sein Equipment investieren. Sein wichtigstes Werkzeug ist dabei sein Mischpult, mit dem er die Farben sowie die Richtung der Lichtkegel steuert. Doch es geht nicht nur um die Technik. "Man muss wissen, was man tut", so drückt er es aus. Notwendig sei ein Händchen, ein bisschen Kreativität. In seinen Augen ist es ein großer Vorteil, dass er seit 15 Jahren Schlagzeug spielt. Denn ähnlich wie das Instrument setze auch das Licht bei einem Song Akzente. Dann muss man eigentlich nur noch die Musik kennen. So habe er auch die Platte von Kesh zwei Wochen lang rauf und runter gehört. "Tag und Nacht."

Die Band begleitet der Groß Lindower im Sommer auch auf das Helene Beach Festival. Gebucht wurde Johann Wilke als Lichttechniker schon für das Lollapalooza-Festival oder für den Hütte-Konzertsommer, bei dem er auch in diesem Jahr wieder mit im Boot ist. Und dann gibt es noch die Shows, die finanziell zwar nicht so lukrativ sind, ihm dafür aber sehr am Herzen liegen. Dazu gehören zum Beispiel auch Kinderfeste.

Derzeit ist es saisonbedingt etwas ruhiger. Doch schon jetzt stellt sich der Veranstaltungstechniker mental auf die Zeit zwischen Mai und September ein, in der er die meisten Shows macht. "Wichtig ist, dass immer etwas passiert, dass es blinkt und blitzt."

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