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Das Löwen-Männchen Smart verbringt das Osterfest mit zwei Damen. Macht er alles richtig, gibt es im Sommer Nachwuchs bei den Raubkatzen.

Tierisch
Löwenliebe zum Osterfest

Susan Hasse / 20.04.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 23.04.2019, 08:36
Eberswalde (MOZ) Eine Einladung zur Paarung bekommt man nicht alle Tage: Im Zoo Eberswalde haben derzeit die beiden Löwinnen Besuch von einem höchst attraktiven Löwen-Kater. Smart wohnt zwar bereits seit Ende 2017 im Nachbargehege, hatte aber noch nie das Vergnügen mit den beiden. Erste Kontaktversuche endeten schmerzlich für den jungen Löwen, erzählt Tierpfleger Uwe Fanke.

Doch nun hat seine große Stunde geschlagen: Derzeit seien nämlich beide Raubkatzen "heiß", zu deutsch paarungsbereit und -willig. Den Hauskatzen ähnlich, sind die Tiere dann anhänglich, quasi handzahm, und rollen sich auf dem Rücken. Die Männchen können dies mit Flehmen geruchlich wahrnehmen und reagieren entsprechend. Smart näherte sich den beiden Damen am Donnerstag auch ganz interessiert. Vor allem Xenia scheint es ihm angetan zu haben. Die etwas ältere und erfahrene Löwendame Kismet hielt dagegen zunächst Distanz zum Jüngling im Gehege. Sie beobachtete ihn dennoch  mit gewissem Interesse aus der Ferne.

Zum Äußersten kam es in den ersten Stunden dieses außergewöhnlichen Dates allerdings nicht, aber immerhin zu ersten zarten Kontakten zwischen den Artgenossen.

"Wir sind zuversichtlich, dass sich die Löwen paaren", sagt Zoo-Direktor Bernd Hensch optimistisch. Jungkater Smart gefiel sich schon ganz gut in seiner neuen Rolle. Löwen leben in freier Wildbahn als familiäres Rudel, Oberhaupt der Sippe ist ein starkes Männchen, das so lange bleibt, bis ein stärkerer Löwe ihm den Platz streitig macht und ihn vertreibt oder tötet. Vor Konkurrenz braucht sich Smart im Zoo nicht fürchten, er kann die Damen ganz in Ruhe erobern. "Er hat in den vergangenen Wochen viel Persönlichkeit entwickelt und ist selbstbewusster", so Tierpfleger Fanke. Seine Mähne ist mächtig gewachsen und sein kräftiger Körperbau sei vielversprechend. Zwar ist er noch etwas schlaksig unterwegs, aber das werde sich noch verwachsen, wenn aus dem Jungspund bald ein "König der Tiere" werde. "Er muss ein echter Macho werden", sagt Fanke. Anders habe er bei den Löwendamen keine Chance, so der erfahrene Raubtier-Pfleger, der im Zoo den wohl gefährlichsten Job hat.

Es war die erste Zusammenführung der beiden stolzen Löwinnen mit dem jungen Männchen. Vor allem Kismet zeigte eine Zeitlang aggressives Verhalten, wenn sie den Jungspund am Nachbarzaun entdeckte. Doch kürzlich habe es bei ihr Klick gemacht, erzählt Tierpfleger Fanke. Plötzlich stand kein Teenager am Zaun, sondern ein ansehnlicher Kerl.

Nachwuchs in 110 Tagen möglich

Die Drei Löwen werden nun ein paar Tage zusammenbleiben, so Hensch. Tagsüber können sie sich beschnuppern und vielleicht kommt es auch zum Geschlechtsakt. Löwen paaren sich in der heißen Phase für gewöhnlich sehr oft: Vierzig Mal am Tag sei nicht ungewöhnlich. Dem Löwen stehen also durchaus harte Tage rund um Ostern bevor. Den Besuchern im Zoo werden dagegen vielleicht Einblicke in ein Naturschauspiel besonderer Art gewährt. Wenn Smart seine neue Rolle erfolgreich meistert, würden rund 110 Tage später zwei bis drei Löwen-Babys das Licht der Welt erblicken. Die Sportvereine der Stadt stünden sicher, analog zum Berliner Eisbären Hertha, auch in Eberswalde zur Namenspatenschaft parat.

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