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Osterzeit - Schafszeit
Kuschlige Trainingspartner

Innig verbunden: Schäferin Andrea Döring mit ihrem Flaschenlamm Svea und Herdenschutzhündin Katjuscha auf der Koppel in Treplin. Der Kaukasische Owtscharka ist aus Andrea Dörings Welpentest als ein Sieger hervor gegangen.
Innig verbunden: Schäferin Andrea Döring mit ihrem Flaschenlamm Svea und Herdenschutzhündin Katjuscha auf der Koppel in Treplin. Der Kaukasische Owtscharka ist aus Andrea Dörings Welpentest als ein Sieger hervor gegangen. © Foto: Ines Weber-Rath
Ines Weber-Rath / 20.04.2019, 07:00 Uhr
Treplin (MOZ) Katjuscha macht vor Freude Bocksprünge, als sich Andrea Döring der Koppel am Trepliner Ortsrand, hinterm Wohngebiet Naglers Berg, nähert. Die weiße Herdenschutzhündin mit dem braunen Kopf rennt von der einen Seite auf die Schäferin zu. Von der anderen kommt Sveja angesprungen. Es ist Andrea Dörings Flaschenlämmchen, das als Zwilling von seiner Mutter verstoßen worden war. Gierig saugt das weiß-braune Fellbündel an der Milchflasche, die Andrea Döring mitgebracht hat.

"Alle meine Tiere haben einen Namen", sagt die Schäferin. Die Zahl ihrer Tiere ermöglicht das gerade noch so: Die Neu-Treplinerin, die vor etwa einem Jahr mit ihrer Familie aus Teltow ins Oderland gekommen ist, hält nur rund 40 Schafe und Ziegen – in vier kleinen Herden, die sie "Trainingsgruppen" nennt.

Denn Andrea Döring geht es bei der Schaf- und Ziegenhaltung nicht vordergründig um Fleisch, Milch oder Wolle. Ihre Schafe sind Trainingspartner für Herdenschutzhunde. Die 40-Jährige ist mit dem zweiten Standbein Schäferin. Im Erstberuf ist sie Hundetrainerin.

"Mit Herdenschutzhunden kann ich beide Professionen gut miteinander verbinden", sagt Döring, die mit ihrem Mann den Dreiseitenhof am Ortsausgang, in Richtung Alt Zeschdorf, eine ehemalige Geflügelfarm, gekauft hat. Zum Hof gehören fünf Hektar Land. "Das ist ideal für mich", sagt die Schäferin. Sie hat immer zwei "Trainingsgruppen" vor der Haustür.

In der Ausbildung hat Andrea Döring zur Zeit vier junge Herdenschutzhunde. Bei ihnen handelt es sich nicht um die vom Land Brandenburg geförderten Rassen – Pyrenäen-Berghunde und Maremmano Abruzzese –, sondern um Herdenschutzhunde aus Russland und der Türkei – je zwei Kaukasische Owtscharka und Kangals.

Sie habe vor drei Jahren begonnen, Welpen von fünf verschiedenen Herdenschutzhunde-Rassen aus Europa und darüber hinaus je etwa ein Jahr lang zu testen, berichtet die Trepliner Hunde-Expertin. Sie ist auch Dozentin für Hundegesundheit an der Akademie für Tier-Naturheilkunde im holsteinischen Bad Bramstedt. Ihre Welpen-Tests fielen klar zugunsten der russischen und kaukasischen Herdenschutzhunderassen aus.

Inzwischen hat Andrea Döring beim Seelower Veterinäramt die Zulassung als Ausbilderin für Herdenschutzhunde beantragt. Die Trainingspartner stehen bereit: Dörings Coburger Fuchsschafe, eine anspruchslose und widerstandsfähige alte Landschafrasse. Die Schäferin lobt ihr friedliches Wesen und den nicht besonders ausgeprägten Fluchttrieb, der sie für die Ausbildung der Hunde besonders geeignet mache. Ihren Namen verdanken sie dem braunen Fell der Lämmer, das im Laufe der Zeit heller wird.

Dass nicht alle ihrer derzeit 13 Lämmer braun sind, hänge mit einem der Väter, einem Rhönschafbock zusammen, erklärt Andrea Döring. Um es vorweg zu nehmen: Eins der Lämmer wird zu Ostern als Festtagsbraten auf dem Mittagstisch der Familie Döring landen, zu der vier Kinder im Alter zwischen 4 und 15 Jahren gehören. Andere werden lebend verkauft – oder verbleiben in den Trainingsgruppen. Vor allem die Böcke.

Böcke sind einfach furchtloser

Die seien "einfach "furchtloser" und deshalb besser für die Ausbildung der noch stürmisch-verspielten jungen Herdenschutzhunde geeignet, erklärt die Schäferin. Sie hat zwei reine "Bockgruppen". Wie geeignet ein Schaf als Trainingspartner ist, merkt Andrea Döring letztlich auch beim Scheren. "Ich mache das selbst, und zwar mit einer normalen Haushaltsschere. Das dauert eine dreiviertel Stunde je Tier. Wer das nicht mitmacht, wird aus der Herde genommen. Ich brauche nervenstarke Tiere", sagt die Schäferin knallhart.

In dieser Woche hatte sie sich an die Trepliner Gemeindevertreter mit der Bitte um Weideflächen gewandt. Wer der Schäferin damit helfen oder ein Schaf von ihr haben möchte, erreicht Andrea Döring unter der Telefonnummer 01624189445 oder unter der E-Mail-Adresse tapferes.herz@web.de.

Das Osterlamm

Das Lamm ist eines der bekanntesten Symbole zum Osterfest. Seit Jahrtausenden gilt das Schaf als Symbol des Lebens, weil es nicht nur Speise (Fleisch und Käse) und Trank (Milch), sondern auch Kleidung (Wolle) gibt.  Im frühen Christentum was es üblich, Lammfleisch unter den Altar zu legen, das geweiht und schließlich am Auferstehungstag von Jesus als erste Speise gegessen wurde.

Im Neuen Testament ist mit dem Lamm Jesus selbst als Lamm Gottes (lateinisch: Agnus Dei) gemeint. Das Osterlamm steht also als Symbol für die Erlösung, die zu Ostern gefeiert wird. Es ist häufiger Bestandteil der christlichen Kunst und des Oster-Brauchtums.⇥red

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