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In Neuzelle kann man die Kugeldinger in Natur und bunt verziert bewundern.

Ausstellung
Ach, du dickes Ei!

Für Kinder
Antje Scherer / 20.04.2019, 12:00 Uhr
Neuzelle (MOZ) 100 Portionen Rührei – aus einem Ei … Meinst du, das geht? Theoretisch ja – wenn man einen Elefantenvogel hätte.

Leider sind diese riesigen Vögel ausgestorben. Sie lebten angeblich noch vor 400 Jahren auf einer Insel vor Afrika und noch heute werden dort am Strand manchmal XXL-Schalenreste gefunden.Mehr als zehn Kilo schwer waren ihre Eier.

Heutzutage legt die größten Eier der Strauß: bis zu zwei Kilo, fast so viel wie ein Baby. Mit einem davon kann man immer noch eine Großfamilie sattkriegen. Die Eier, die wir normalerweise essen, sind deutlich kleiner und stammen vom Huhn. Aber auch alle anderen Vögel (und die meisten Reptilien, etwa die Schildkröte) legen Eier. In denen entwickeln sich neue Tierkinder.

Wie unterschiedlich sie aussehen, kann man sich gerade in Neuzelle (Oder-Spree) angucken: In einem kleinen Museum sind richtig viele Vogeleier ausgestellt – vom dicken Kullerding des Strauß´ über Schwan, Fasan, Pfau, Kiebitz, Sperling, Nandu bis zu winzigen gefleckten Wachteleiern … Das allerkleinste ist das Wellensittich-Ei. Gesammelt hat sie die Familie Keller aus Neuzelle.

Zu manchen Ausstellungsstücken können die Mitarbeiterinnen des Bauernmuseums Geschichten erzählen,etwa die von den Teufeleiern: So nennt man faltige Eier, bei denen die Schale nicht glatt ist, sondern aussieht, als wären einem die Socken verrutscht. Das passiert manchmal, wenn der Kalkgehalt nicht stimmt. "Früher glaubten die Menschen, dass der Teufel da seine Hand im Spiel hat", erzählt Birgit Kuchlingvom Museum, "deswegen nahmen sie die Eier nicht mit ins Haus, sondern schleuderten sie rückwärts über die Schulter." Und es gibt fast kreisrunde Eier, die aussehen wie ein Ball, gelegt von der Henne Berta-Erika aus Lieberose, einem Ort im Süden von Brandenburg.

Im Nebenraum und auch in einem zweiten Museum in Neuzelle– dem Strohhaus – sind dann noch richtig bunte Eier ausgestellt: sie sind kunstvoll verziert und kommen aus allen möglichen Ländern. Sie sind fast wie Bilderbücher, mankann auf ihnen Märchengeschichten wie "Frau Holle" oder "Tischlein deck dich" oder Sternzeichen entdecken; es gibt sorbische Eier; große Emu-Eier, die Ureinwohner Australiens bemalt haben und sogar eins, auf dem die Kirche Neuzelle mit Blattgold dargestellt ist.Wer Lust hat, kann anschließend ja probieren, das zu Hause nachzumachen.

Neuzeller Bauernmuseum

Bauernmuseum (Lindenpark 1, Neuzelle) geöffnet Mo-Fr von 10 bis 14 Uhr, bis 2. Mai; Strohhaus (Slawengrund 11, Neuzelle) geöffnet Di-So von 11 bis 16 Uhr, bis 5. Mai; am Ostersonntag werden im Strohhaus verschiedene Techniken zum Verzieren gezeigt (13-16 Uhr); außerdem gibt es im Kindermuseum MACHmit! in Berlin die Oster-Ausstellung"Weißt du, wie der Hase läuft?" (bis 12. Mai, www.machmitmuseum.de)

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