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Unbearbeitetes Filmmaterial des ehemaligen Lokalfernsehens dokumentiert 20 Jahre Angermünder Entwicklung. Nun soll alles archiviert werden.

Archiv
Bewegte Dokumente der Stadtgeschichte

Historisches Filmmaterial des örtlichen TV-Senders soll digitalisiert werden
Historisches Filmmaterial des örtlichen TV-Senders soll digitalisiert werden © Foto: Britta Pedersen
Daniela Windolff / 21.04.2019, 06:30 Uhr
Angermünde (MOZ) Man könnte ein Vierteljahr lang ununterbrochen fernsehen oder über 1000 zweistündige Filme über Angermünde sehen, würde man sämtliche Filmkassetten sichten, die seit vielen Jahren in privatem Besitz schlummern. Man würde miterleben können, wie die Blumberger Mühle vom Grundstein bis zur Einweihung gebaut wurde, wie in Angermünde die ersten Fachwerkhäuser in der verfallenen Altstadt saniert wurden, wie Großfeuer den Berliner Hof und die Gaststätte Aktivist vernichteten. Man würde eine musikalische Weltpremiere in der Marienkirche mit Jochen Kowalski noch einmal erleben, ebenso wie Dutzende Blasmusikfeste oder die erste konstituierende Kreistagssitzung nach der Wende mit Landrat Schenk. Überhaupt würde man vielen Menschen begegnen, Menschen des Alltags und Menschen, die zu Personen der Zeitgeschichte wurden, Kunstschmied Wilfried Schwuchow, Manfred Stolpe, Regine Hildebrandt, Otto Graf Lambsdorff, Wolf-Hugo Just oder der erst elfjährigen Britta Steffen, inzwischen mehrfache Olympiasiegerin. Es ist ungeschnittenes Rohfilmmaterial des ehemaligen lokalen Fernsehsenders Angermünde TV, der 1993 gegründet wurde und bis 2011 in Angermünde ansässig war. Das nie gesendete Rohfilmmaterial ist seitdem Eigentum der ehemaligen Gesellschafter. Hunderte Videokassetten bergen einen unwiederbringlichen Schatz an bewegten Bildern über 20 Jahre Angermünder Stadtentwicklung.

Der soll nicht vergessen, sondern bewahrt und archiviert werden. Die Gesellschafter haben der Stadt das gesamte Filmmaterial zum Erwerb und zur Digitalisierung angeboten. Die bereits im TV ausgestrahlten Sendungen betrifft das allerdings nicht, die sind urheberrechtlich geschützt.

Digitalisierung notwendig

Die Stadtverordneten sollen nun entscheiden, wie mit dem unbearbeiteten Filmmaterial umgegangen werden soll. Das Interesse ist groß. Das Filmmaterial sei wie alte Fotos und Zeitungen wichtiges Archivgut. Sequenzen ließen sich als Zeitdokumente auch für das Museum, für Ausstellungen, Schulprojekte, Vereine und vieles mehr nutzen. Voraussetzung ist allerdings eine Sichtung und Beschriftung des  Filmmaterials sowie die Digitalisierung. Damit wäre eine Arbeitskraft über ein Jahr beschäftigt. Die fachliche Einweisung und Technik können die Gesellschafter sicher stellen. Die Entscheidung fällt die SVV am 24. April.

Rechtliche Aspekte

Mit dem Verkauf des Filmmaterials gehen die Filmrechte an die Stadt über. Mit der Übergabe der Bildrechte erwirbt die Stadt die Verwertungsrechte des Rohmaterials in vollem Umfang und kann es damit auch bei Anfragen von Dritten, wie TV-Sender oder Filmproduktionen für gewerbliche Zwecke kostenpflichtig anbieten. Bei einer medialen Veröffentlichung bleibt das Recht am eigenen Bild einzeln stehender Personen unberührt und muss im Einzelfall bei den Betreffenden oder Angehörigen angefragt werden. Bei einer Weitergabe von Material ist in jedem Fall eine Freigabe durch den Archivar notwendig.⇥red

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