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Sinfoniekonzert
Neuruppin-Premiere für angehende Profimusiker

Auftritt vor großer Kulisse: Für die jungen Musiker sind Konzerte wie jenes in Neuruppin wichtige Erfahrungen.
Auftritt vor großer Kulisse: Für die jungen Musiker sind Konzerte wie jenes in Neuruppin wichtige Erfahrungen. © Foto: Eckhard Handke
Anja Rütenik / 22.04.2019, 22:30 Uhr
Neuruppin Jungen Musikern, die ihr Instrument noch studieren, die Möglichkeit großer Konzerte zu geben – das ist das Ziel der neuen Philharmonie. Das bundesweit einzigartige Projekt wurde 2016 gegründet und hat sich sowohl der Förderung klassischer Musik als auch angehender Orchestermusiker verschrieben. Auftritte hatte das in Berlin beheimatete Ensemble bereits in Schlössern, Theatern und renommierten Konzerthäusern des Landes sowie bei Festen des Bundespräsidenten. Am Ostersonntag war das Ensemble zum ersten Mal in Neuruppin zu Gast. Das Orchester selbst, das in jüngster Zeit 30 Auftritte in Mecklenburg-Vorpommern absolviert hat, hatte dafür die Initiative ergriffen. Denn die Fontanestadt passt perfekt in das Konzept des Projekts, das vorsieht, klassische Musik in kleine und mittlere Städte zu tragen. Rund 250 Menschen hatten bei schönstem Osterwetter den Weg in die Kulturkirche gefunden, um den drei Dutzend angehenden Profi-Musikern unter der Leitung von Gründer und Dirigent Andreas Schulz zu lauschen.

Moderiert wurde das Konzert von der Schauspielerin Katrin Kasper. Die 27-Jährige übernahm auch die Rolle der Sprecherin bei "Peter und der Wolf". Das berühmte musikalische Märchen, das Sergei Prokofjew (1891 – 1953) im Jahr 1936 als Auftragsarbeit für das Moskauer Kindertheater komponierte, eröffnete den Konzertnachmittag. Das viel aufgeführte Stück, das davon erzählt, wie der Junge Peter an einem sonnigen Frühlingstag im Garten seines Großvaters den Wolf austrickst, passte perfekt zum herrlichen Wetter am Osterwochenende. Die Musikstudenten erweckten mit ihren Instrumenten Peter, seinen Großvater, Katze, Ente, Vogel und Wolf zumindest musikalisch zum Leben. Eigentlich für Kinder geschrieben, um diese mit den Instrumenten des Orchester vertraut zu machen, unterhielt Prokofjews Werk aber auch das Publikum in der Kulturkirche, das den Kinderschuhen zum größten Teil längst entwachsen war.

Nicht minder bekannt ist Antonin Dvoráks (1841 – 1904) Sinfonie Nr. 8 G-Dur, die das Ensemble im zweiten Teil des Konzerts spielte. Das Stück gehört zu den meistgespielten Sinfonien des tschechischen Komponisten, der einst von Johannes Brahms entdeckt worden war. 1889 geschrieben und im darauffolgenden Jahr in Prag uraufgeführt, sollte sich die Sinfonie ausdrücklich von den anderen Werken Antonin Dvoráks abheben. In den vier Sätzen entführte die neue Philharmonie die Zuhörer ins Böhmen des späten 19. Jahrhunderts. Inspiriert wurde der Komponist damals von der Landschaft rund um seinen Sommersitz, und so intonierte die Querflöte im Allegro Vogelgezwitscher, während sich im zweiten Satz Hell und Dunkel abwechselten. Fast walzerartig wurde es im dritten Takt, während die Sinfonie schließlich mit einem furiosen Finale endete – einem regelrechten "Kehraus", wie Moderatorin Katrin Kasper zuvor angekündigt hatte.

Ein echter Rausschmeißer war es dann aber doch nicht, denn das Publikum belohnte die jungen Musiker mit lang anhaltendem Applaus. Bevor sich das Ensemble verabschiedete, gab es daher noch Johannes Brahms "Ungarischen Tanz Nr. 5" als schmissige Zugabe, bevor das Publikum in den herrlichen Ostersonntagabend entlassen wurde.

Neue PhilharmonieBerlin

Die Neue Philharmonie wurde 2016 vom  Dirigenten und Pianisten Andreas Schulz gegründet. Das Projekt mit Sitz in Berlin verfolgt das Ziel, angehenden Orchestermusikern eine Bühne zu bieten, die klassische Musik aus dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm zu holen und philharmonische Konzerte in kleine Städte zu bringen. Mehr unter www.neue-philharmonie.net⇥rue

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