Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fußball
Tore-Wahnsinn in den letzten fünf Minuten der Verlängerung

Ganz in Grün: Die Gramzower hatten Ostersonnabend beim Pokal-Hit im Templiner Stadion der Freundschaft jede Menge Fan-Unterstützung. Am Ende konnten Mannschaft und Anhänger gemeinsam den Einzug ins Finale am 1. Mai in Prenzlau feiern.
Ganz in Grün: Die Gramzower hatten Ostersonnabend beim Pokal-Hit im Templiner Stadion der Freundschaft jede Menge Fan-Unterstützung. Am Ende konnten Mannschaft und Anhänger gemeinsam den Einzug ins Finale am 1. Mai in Prenzlau feiern. © Foto: Burkhard Bock
Burkhard Bock / 23.04.2019, 02:15 Uhr
Templin Fußball-Fan, was willst Du mehr? In einem echten Pokal-Fight hat sich Landesklasse-Tabellenführer VfB Gramzow nach einem 2:1 nach Verlängerung bei Victoria Templin das Final-Ticket für den 1. Mai im Prenzlauer Uckerstadion gesichert. Alle Treffer fielen in den letzten fünf Minuten der Zusatzspielzeit.

Genau sechs Tage lagen zwischen dem Punktspiel mit gleicher Ansetzung und dem Pokalhit in der Kurstadt. Die gastgebende Victoria-Elf hatte vor Wochenfrist den Tabellenführer aus Gramzow noch mit 3:1 bezwungen. Nun waren die Karten neu gemischt – beide Trainer hatten in der zurückliegenden Woche genug Zeit, um sich ein Spielsystem auszudenken, mit dem man den Gegner besiegen könnte.

Erneut konnten die Verantwortlichen personell aus den Vollen schöpfen. "Wir werden gegenüber dem Punktspiel unsere Defensive verstärken", meinte Gramzows Maik Zürner vor dem Anpfiff. Das Spiel lief schon fünf Minuten, da strömten immer noch Zuschauer ins Stadion – am Ende sollten offiziell 433 Fans gezählt worden sein! Von der ersten Minute an war es eine körperbetonte Partie, in der sich beide Vertretungen nichts schenkten. Die erste gute Chance besaß Victorias Joan Völker, als sein Torschuss von Mateusz Silewicz gerade noch zur Ecke abgewehrt wurde (14.). Kurz danach bekamen die Gramzower einen Freistoß: Am langen Pfosten köpfte Danny Blume am Tor vorbei (17.).

Im Spiel der Kurstädter sahen die Zuschauer viele individuelle Fehler im Spielaufbau. Hinzu kam, dass auch die Defensive nicht ganz "sattelfest" war. Doch das Spiel fand meist zwischen den Strafräumen statt. In der zweiten Halbzeit wurde es ein Kampfspiel. Dadurch schlichen sich immer wieder Fehlabspiele ein, die aber der jeweilige Gegner nicht ausnutzte. Beide Mannschaften wollten als oberste Devise unbedingt Tore verhindern. So endete die Partie (fast) folgerichtig nach 90 Minuten 0:0 – Verlängerung.

Zu hitzig: Rot für Michael Grosch

Hier überschlugen sich dann die Ereignisse. Der Gast besaß die Mehrzahl der Möglichkeiten: Der eingewechselte Pascal Lange eröffnete die Reihe der Chancen, zielte aber knapp am Tor vorbei (97.). Max Frenzel, der unermüdlich kämpfte, setzte sich an der Außenlinie einsatzstark durch. Sein Flankenball erreichte erneut Lange, der den Ball über den Keeper ins Tor brachte – der Gast führte mit 1:0 (115.). Hinzu kam, dass Templins Michael Grosch – mit einer Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden – die Rote Karte sah (116.). Alles aus für die Victoria?

Mitnichten: Die Gastgeber glichen zum 1:1 aus. Ein Freistoß von der Mittellinie flog vor das Gästetor, wo Jalalodin Arabzada und Denny Kilian frei standen – plötzlich lag der Ball im Netz (117.). Viele Zuschauer dachten nun natürlich bereits an ein Strafstoßschießen, doch den Gästen sollte noch der Siegtreffer gelingen: Nach erneutem Freistoß sprang Danny Blume am höchsten und drückte den Ball zum Siegtreffer in die Maschen (1:2/119.).

Die Templiner saßen mit hängenden Köpfen auf dem Rasen. Der Gast feierte mit seinen Fans den Einzug ins Pokalfinale – Coach Maik Zürner hatte letztlich das richtige Rezept gefunden.

Templin: Kevin Franzen, Oswaldo Proenca, Joan Völker, Robert Sikorski (51. Jalalodin Arabzada), Matthias Böge (115. Denny Kilian), Alexander Grosch, Johannes Collin, Lukas Berkner (46. Sebastian Baugatz), Markus Schauseil, Christoph Barth, Michael Grosch

Gramzow: Mateusz Silewicz, Florian Andres, Max Frenzel (120. Thomas Friese), Alexander Fischer (91. Miguel Hartwig), Christopher Vorwerk, Sören Seethaler (120. Robin Sy), Marcel Blume, Danny Blume, Robin Palow, Paul Rausch, Enrico Bressel

Uckermark-Endspiele seit der Saison 2014/15

Nach der Fusion der beiden Fußballkreise Ost- und Westuckermark 2014 gibt es seit dem Spieljahr 2014/15 den gesamtuckermärkischen Lübzer-Kreispokal bei den Männern. So endeten die vier bisherigen Finalpartien:2014/15: Blau-Weiß Gartz – Schönower SV 2:0 nach Verlängerung2015/16: Blau-Weiß Energie Prenzlau – Schönower SV 4:02016/17: Fortuna Schmölln – Blau-Weiß Energie Prenzlau II 1:22017/18: Victoria Templin – Schönower SV 1:4

Vor zwei Jahren gab es also das Novum, dass kein Landesklasse-Team (in den anderen Jahren immer zwei), sondern ein Dähn-Ligist und sogar ein Kreisligist das Finale bestrittten.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG