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Fußball
Trotz 2:0-Führung noch das Aus

Viele Zweikämpfe im Mittelfeld: Der Schönower Mannschaftskapitän Philip Redemann (links) muss sich dem ungestümen Angriff des Bötzowers Armando Görög erwehren.
Viele Zweikämpfe im Mittelfeld: Der Schönower Mannschaftskapitän Philip Redemann (links) muss sich dem ungestümen Angriff des Bötzowers Armando Görög erwehren. © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 23.04.2019, 02:15 Uhr
Bötzow (MOZ) Es war ein schnelles Wiedersehen der beiden Kreisoberligisten. Erst vor einer Woche hatten sie sich im Meisterschaftsspiel an selber Stelle gegenübergestanden, nun gab es die Fortsetzung im Kreispokal. Ein Nachteil für die Schönower, die in der Vorwoche 0:2 unterlagen? "Ganz und gar nicht, so wissen wir, woran wir sind. Wir haben aufgrund der Niederlage unsere Taktik etwas verändert, etwas tiefer stehen und auf unsere Chance warten", erklärte Rot-Weiß-Trainer Tobias Robel vorm Spiel. Auch sein Gegenüber, Marco Meißner, sah das kürzliche Aufeinandertreffen als Vorteil an. Zur Zielsetzung sagte er: "Hauptsache, Wir können uns danach noch im Spielgel anschauen, egal wie das Spiel ausgeht."

Abwartend begannen beide Mannschaften. Schönow machte ab der Mittellinie dicht, Bötzow wartete auf die Lücke. Wenig tat sich vor den Toren, und wenn, dann verlief es harmlos. Die erste nennenswerte Aktion hatten die Gäste, Samuel Troschke schickte Florian Oertel in den Sechzehner der Gastgeber. Mit einer Körpertäuschung entledigte er sich seiner Gegenspieler, doch sein Schuss, oder sollte es ein Querpass werden?, hielt Maurice Huter im Eintracht-Tor. Bötzow mit mehr Ballbesitz, Schönow mit den zwingenderen Aktionen – drei Bötzower waren nötig, um den gut aufgelegten Troschke vorm Eintracht-Sechzehner zu stoppen, jedoch nur auf Kosten eines Fouls.

Rot-Weiß geht in Führung

Troschke täuschte bei der Ausführung an, Alexander Brösel zirkelte den Ball um die Mauer, vom Innenpfosten sprang der zum 1:0 ins Tor (33. Minute). Nur wenig später musste Schönows Keeper Hubertus Zschörlich bei einem Freistoß von Alexander Sturm mächtig lang machen (35.). Der Schönower Kapitän Philip Redemann fing einen schlechten Bötzower Pass an der Mittellinie ab, sofort suchte er Enrico Molkenthin in der Spitze, der das Leder über den hinauslaufenden Huter hinweg zum 2:0 im Tor versenkte (38.). Die Gastgeber wirkten nun etwas ratlos, doch kurz vor der Pause nahmen sie noch eine Einladung der Schönower Defensive an. Niklas Schulz setzte sich rechts durch, zog in den Strafraum und legte zu Sturm quer. Der hatte keine Mühe den Anschlusstreffer zu erzielen (43.). Nach dem Wechsel lief bei Schönow nicht mehr viel zusammen. Sturm konnte sich auf der linken Seite durchsetzen, seine Flanke köpfte Nico Schmidt gegen die Laufrichtung von Zschörlich aus zehn Meter zum Ausgleich ins Tor (53.). Immer häufiger spielte sich das Geschehen nun im Mittelfeld ab.

Kaum noch Spielfluss

Fehlpässe und individuelle Fehler ließen kaum Spielfluss aufkommen. Dann ein langer Ball vors Eintracht-Tor vom Schönower Kevin Hoberitz, Bötzows Keeper läuft unter dem Ball durch, Niclas Jorks beförderte das Leder aus fünf Metern ins Tor. Jubel kam keiner auf, weil ein Abseitspfiff ertönte (64.). "Der Torhüter war mit den Fingerspitzen dran und hat so das Abseits aufgehoben. Deshalb habe ich den Ball auch ins Tor geschossen",erklärte der verhinderte Torschütze nach dem Spiel.

Eigentlich spielte die letzte halbe Stunde nur noch der Gastgeber. Schönow wirkte platt, nach vorn ging nichts Nennenswertes mehr,  nur Torhüter Zschortlich sorgte mit einigen guten Paraden weiterhin für den Torgleichstand. Doch nach einem Sturmlauf vom Bötzower Niklas Schulz war das Glück der Gäste dann doch aufgebraucht. Seine Flanke vor das Schönower Tor konnte noch von Hannes Krüger geklärt werden, doch der  Nachschuss von Schulz zappelte dann im Netz – 3:2 für die Platzherren (84.). Einmal musste sogar noch der Schönower Lukas Lang für seinen bereits geschlagenen Keeper nach Schuss von Sturm auf der Linie retten (87.), dann war Schluss der Pokalbegegnung – Jubel bei Bötzow, lange Gesichter bei den Gästen.

Bötzow: Armando Görog, Philip Krumpholt (46. Gorden Dräger), Nico Neuber, Tom Matuschak, Maximilian Krause, Maurice Huter, Nico Schmidt (86. Leon Lautz), Alexander Sturm, Sven Knut Neuber, Niklas Reibold (65. Tom Sander), Niklas Schulz

Schönow: Hubertus Zschorlich, Kevin Hoberitz, Alexander Brösel, Hannes Krüger, Justin Aerts (60. Lukas Lang), Florian Oertel, Samuel Troschke (78. Steven Hagenah), Philip Redeman, Enrico Molkentin, Niclas Jorks, Christopher Ouart (86. Christopher Karl)

Stimmen zum Spiel

Tobias Robel (Trainer von Rot-Weiß Schönow): "Es war ein typischer Pokalfight. Kein schönes Spiel, weil es von Taktik geprägt war. Am Ende hat der Mannschaft die Kraft gefehlt. Einen Vorwurf kann ich ihnen nicht machen, sie haben alles versucht. Ein Knackpunkt im Spiel war sicherlich der Bötzower Anschlusstreffer kurz vor der Pause. Das hat ihnen Auftrieb für die zweite Hälfte gegeben."Ein Weiterkommen im Pokal wäre schon schön gewesen, weil wir die Meisterschaft ja nun verpasst haben."

Marco Meißner (Trainer Eintracht Bötzow): "Ich denke, der Sieg geht absolut in Ordnung. Es war der erwartete Pokalfight von zwei nahezu gleichwertigen Topmannschaften. Ein dickes Kompliment an meine Mannschaft, die sich auch trotz dem 0:2-Rückstand nie aufgegeben hat. Man hat gerade in den letzten 20 Minuten gesehen, dass wir konditionell besser waren. Das hat dann auch den Ausschlag im Spiel gegeben.Aber eigentlich hätten wir schon in der ersten Hälfte zwei Elfmeter bekommen können oder vielmehr müssen, dann wäre das Ergebnis sicher noch klarer ausgefallen.

Alexander Brösel (Spieler und Sportlicher Leiter Rot-Weiß Schönow): "Es ist schade, dass wir nicht unser bestes Team auf den Platz schicken konnten. Aufgrund vieler Spielerausfälle musste ich aushelfen, obwohl ich derzeit gar nicht mehr im Training stehe. Bei Sprints war zu sehen, dass ich nicht mehr mit den 20-Jährigen mithalten kann. Meine Einsätze sollten eher eine Ausnahme bleiben."⇥ dl

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