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Museum Altranft
Fachwerk und Kunst-Installationen

Werkstatt für ländliche Kultur: Die Künstlerin Kerstin Baudis zeigt ihre Installation "Zwischenraum" im Museum Altranft.
Werkstatt für ländliche Kultur: Die Künstlerin Kerstin Baudis zeigt ihre Installation "Zwischenraum" im Museum Altranft. © Foto: dpa/Patrick Pleul
Jeanette Bederke / 23.04.2019, 07:30 Uhr
Altranft (dpa) Wer durch das Oderbruch fährt, dem fallen unweigerlich die Loose-Gehöfte auf: Einzeln stehende Höfe, die wie Inseln aus den weiten Feldern ragen. Und auf den zweiten Blick wird deutlich, dass nur wenige Gehöfte noch bewohnt sind. Viele stehen leer, sind bereits Ruinen oder nur noch anhand alter Baumgruppen erkennbar.

Volker Seelig hat diesen Verfall dokumentiert. Der ehrenamtliche Frankfurter Bodendenkmalpfleger ist den verlassenen Loose-Gehöften seit Jahren auf der Spur, fotografiert die Überreste, vergleicht die Aufnahmen mit alten Flurkarten. "Einst gab es im Oderbruch rund 600 dieser Hofstellen, die Ende des 18. Jahrhunderts im trocken gelegten Oderbruch an Bauern verlost wurden", erzählt Seelig. Viele verschwanden bereits mit der Kollektivierung der Landwirtschaft in den 1960er Jahren, andere erst nach der Wende, wie er herausfand. Seine Recherchen hat Seelig nun dem Oderbruch-Museum Altranft (Märkisch-Oderland) zur Verfügung gestellt, das zu Ostern in die neue Saison gestartet ist.

Baukultur als Jahresthema

"Wir widmen uns in diesem Jahr der Baukultur im Oderbruch. Und da gehören die Loose-Gehöfte als Besonderheit unbedingt dazu", erzählt Kulturwissenschaftler Kenneth Anders. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Büro für Landschaftskommunikation Schiffmühle (Märkisch Oderland) ist er von der Kreisverwaltung Märkisch-Oderland beauftragt, bis zum kommenden Jahr ein neues Konzept für das ehemalige Freilichtmuseum Altranft zu entwickeln. Sie entschieden sich für ein Oderbruchmuseum, kurz OMA, das vor allem bei den Bewohnern der Region Identität stiften soll.  Ein Konzept, das aufzugehen scheint: Im vergangenen Jahr zählte man bereits 12 000 Besucher.

"Das Bauen war hier immer eine besondere Angelegenheit  – die Hochwassergefahr, der schwankende Boden und die sich verändernde Landschaft haben sich in den Siedlungsstrukturen niedergeschlagen", erläutert Anders. Dazu zählen Fachwerkkäuser. Deren hölzerne Ständer-Bauweise kann wechselnde Grundwasserspiegel ausgleichen.

Geschichten von Oderbrüchern gefragt

Auf die Erinnerungen der Oderbrücher setzt die Programmleitung des Museums ebenfalls. "Wir haben ein Rechercheteam von fünf Leuten, das zu jedem Jahresthema Interviews führt", berichtet der Kulturwissenschaftler Kenneth Anders. "Diesmal reicht das Spektrum vom ehemaligen Denkmalschützer über den Häuslebauer bis zu Zuzüglern, die typische Mittelflur- oder Fachwerkhäuser restaurieren." Wer interessante Geschichten hat, kann sich melden. ⇥dpa

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