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Kultur
Ein Festival zum Osterfest

Holger Rudolph / 23.04.2019, 10:00 Uhr
Rheinsberg Die ersten Osterfestspiele der Kammeroper Schloss Rheinsberg zogen am Wochenende gut 800 Besucher an.

Der Künstlerische Direktor der Kammeroper, Georg Quander, zeigte sich am Montag mit der Resonanz sehr zufrieden. Viele Gäste hätten das Gesamtpaket aus der Haydn-Oper "L’isola disabitata", dem Sinfoniekonzert sowie Schauspiel, Schlossführung, Osterspaziergang und Osterbrunch gebucht und seien somit für mehrere Tage in der Stadt geblieben, freute sich Quander.

In neuer Form knüpfe die Kammeroper an die von der Musikakademie veranstalteten früheren Festtage der Alten Musik zu Ostern im Schlosstheater an, sagte Quander. Diese seien seinerzeit nach dem Weggang von Musikakademie-Leiterin Dr. Ulrike Liedtke eingeschlafen, auch weil es keine Fördermittel mehr gegeben habe. Dank der 2019 aufgestockten institutionellen Förderung aus öffentlicher Hand seien mit einem Teil dieses Geldes auch die neuen Osterfestspiele finanziert worden.

Sehr gut angekommen sei beim Publikum die thematische Ausrichtung der Festspiele, berichtete Quander. Alles habe unter dem Oberbegriff "Der ferne Geliebte" gestanden. Dabei wurden immer wieder Bezüge zum Rheinsberger Musenhof hergestellt. So wurden im Rahmen des Osterbrunches am Montag Briefe Friedrich II. an seine Lieblingsschwester Wilhelmine von Bayreuth verlesen. Die Kommunikation zwischen Brandenburg und Bayern funktionierte erstaunlich schnell. Die Briefe erreichten Bruder oder Schwester oft binnen 24 Stunden, weil sie mit berittenen Eilboten verschickt wurden. Nicht nur der Schriftwechsel der Königskinder spielte am Montagmittag eine Rolle. Es ging auch um die kompositorischen Fähigkeiten Wilhelmines. Einige ihrer Flötensonaten sowie jene ihres Bruders Friedrich erklangen. Auch mit dem französischen Philosophen Voltaire stand Friedrich im Briefwechsel. Das Publikum erfuhr, was sich die beiden Männer zu den Themenkomplexen Wissenschaft, Politik und Kunst zu sagen hatten. Um entfernte Liebende ging es auch bei der Oper "L’isola disabitata", die am Karfreitag gespielt wurde. Sie dreht sich um ein frischvermähltes Paar, das nach einem Seesturm auf einer Insel landet, auf der der Ehemann von Piraten entführt und versklavt wird. Weitere Bezüge zum Rheinsberger Hof wurden beim Sinfoniekonzert mit dem Orchester der Lautten Compagney Berlin am Sonnabend hergestellt. Es erklangen Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, der bei Friedrich als Hofcembalist tätig war.

Mit den Osterfestspielen sei es gelungen, die Kammeroper-Saison schon im Frühjahr zu beginnen, freute sich Quander. Dabei sei das Interesse durchaus überregional. Viele Besucher kamen  aus Hamburg und Berlin sowie weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns. Etwas geringer sei bisher die Nachfrage für das zweite Wochenende der Osterfestspiele, stellte Quander fest. Sinfoniekonzert, Musenhof-Schlossführungen, das Schauspiel "Ein Gespräch im Hause Stein …" von Peter Hacks sowie die Haydn-Oper wird es dann abermals zu erleben geben. Quander hofft, dass viele Musik- und Kulturfreunde sich noch kurzfristig für eine Aufführung entscheiden. Es werde sich lohnen.

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