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Dritter Einbruch in Feuerwehrdepot

Ist entsetzt über den Einbruch: Gemeindebrandmeister Lutz Strausdat (hier auf einem Archiv-Foto) vor dem betroffenen Depot in Schildow.
Ist entsetzt über den Einbruch: Gemeindebrandmeister Lutz Strausdat (hier auf einem Archiv-Foto) vor dem betroffenen Depot in Schildow. © Foto: Heike Weißapfel
Jürgen Liebezeit / 23.04.2019, 12:37 Uhr
Schildow (MOZ) Wichtige Rettungsgeräte im Wert von 25 000 Euro sind in der Nacht zu Dienstag aus dem Depot der Schildower Feuerwehr gestohlen worden. Das teilte die Polizei am Morgen mit. Die unbekannten Einbrecher schlugen eine Scheibe der Eingangstore ein, um in das Gebäude zu kommen.

"Bei den drei entwendeten Geräten handelt es sich um eine Schere, einen Spreizer und eine Scheren-Spreizer-Kombination", erklärte Gemeindebrandmeister Lutz Strausdat, der vom Hausmeister über den Einbruch informiert worden war und sofort zum Depot gefahren ist, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die hydraulischen Geräte kommen zum Beispiel zum Einsatz, wenn eine eingeklemmte Person aus einem Unfallauto befreit werden muss. Die Schildower Feuerwehr ist trotz der fehlenden Geräte weiterhin einsatzbereit. "Wir organisieren um und holen die Kameraden aus Mühlenbeck oder Schönfließ zur Hilfe. Die sind auch gut ausgerüstet", so Strausdat. Die gestohlenen Geräte sind nach seinen Angaben  versichert. "Es wird aber einige Zeit dauern, bis wir Ersatz haben."

Er bewertet den Einbruch als "absolut dreist und unverständlich. Da werden nicht nur wir als Feuerwehr geschädigt, sondern vor allem Menschen, die unsere Hilfe brauchen".

Strausdat fragt sich auch, wer überhaupt mit den Rettungsgeräten etwas anfangen kann. "Im Normalfall kann das keiner gebrauchen", wundert er sich über das Verschwinden der Geräte. Feuerwehren in Deutschland würden seiner Einschätzung nach niemals auf dem Schwarzmarkt solche Rettungsgeräte kaufen. Möglicherweise würden sie im Ausland verscherbelt.

Inzwischen befürchtet der Gemeindebrandmeister, dass im Südkreis gezielt Feuerwehrdepots angegriffen werden. Erst in der Nacht zum 22. März hatten zwei unbekannte Männer versucht, in das neue Feuerwehrgebäude in Glienicke einzudringen. Sie wurden jedoch von der Alarmanlage verschreckt. Die Männer flüchteten in einem wartenden Auto in Richtung B 96. Auch dort ist eine Scheibe eines Rolltores eingedrückt worden. Zwei Wochen später gab es einen Einbruch in das Hennigsdorfer Depot. Unbekannte sind zwischen dem 8. und dem 11. April in ein Lager eingedrungen. Die Einbrecher zerstörten dabei nicht nur mehrere Türen und Fenster, sondern verstopften auch einen Abfluss, so dass es zu einem Wasserschaden in dem Lager am Waidmannsweg kam. Außerdem wurden 50 Meter Kabel gestohlen.

Die Kriminalpolizei hat jetzt auch im Schildower Fall die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die Beobachtungen in Zusammenhang mit den Einbrüchen bei den drei Feuerwehren gemacht haben, werden gebeten, sich mit sachdienlichen Hinweisen an die Polizeiinspektion in Oranienburg unter der 03301 8510 zu wenden.

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