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über die Einsamkeit alter Männer
Mehr Spaß am Leben

Andreas Wendt
Andreas Wendt © Foto: MMH
Meinung
Andreas Wendt / 23.04.2019, 19:00 Uhr
Potsdam. (MOZ) Brandenburg redet über Demografie, über fehlende Fachkräfte und freut sich darüber, dass die Menschen im Land immer älter werden. Wohl wissend, dass sie dennoch früher oder später gebrechlich sein werden und Pflege benötigen.

Die Psyche der Älteren bleibt dabei außen vor – und das ist die Kehrseite des Seniorendaseins, für das auch die Landesregierung eine Strategie haben sollte. Wenn Kinder und Enkelkinder weit weg, Freunde und Bekannte nicht mehr am Leben sind, kehrt sich die Freude darüber, länger auf dieser Welt zu verweilen, sehr schnell ins Gegenteil.

Land, Städte und Gemeinden müssen auf die Frage vorbereitet sein, wie sie denn ihren Bürgern die steigende Lebenserwartung schmackhaft, eben lebenswert machen wollen. Allein den Pflegedienst zu festgelegten Zeiten vorbeizuschicken, ist ein gesellschaftliches Armutszeugnis.

Andere Länder machen es vor: In Kanada leben Waisenkinder mit Senioren unter einem Dach. Deutschland versucht es mit Mehrgenerationenhäusern und Senioren-Wohngemeinschaften. Alt zu werden ist kein Selbstlauf, wenn das Leben auch im hohen Alter weiter ein wenig Spaß machen soll. Es ist eine gesellschaftliche Verantwortung der Jüngeren.

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Werner Matzat 24.04.2019 - 13:20:48

Mehr Spaß am Leben? - Der Tod kommt aus Deutschland - Ältere Männer besonders häufig suizidgefährdet!

Einsamkeit, Krankheit, die Angst vor Abhängigkeiten – im Alter steigt das Suizidrisiko. Mediziner und Therapeuten schlagen Alarm angesichts der großen Zahl von Senioren, die ihrem Leben ein Ende setzen. Eine Gruppe ist besonders gefährdet. Alte Menschen sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) besonders stark selbstmordgefährdet. Rund 10.000 Menschen nehmen sich in Deutschland pro Jahr das Leben. Der Anteil der über 60-Jährigen, die Suizid begehen, nehme zu, sagte der Mediziner Reinhard Lindner am Rande der Jahrestagung der DGS am Wochenende in Hamburg. 35 Prozent der Selbsttötungen werden nach Angaben der DGS von über 65-Jährigen verübt. Die Altersgruppe macht einen Anteil von 21 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus. Besonders gefährdet sind Männer im hohen Alter. Im Jahr 2015 setzten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1065 Frauen und 2715 Männer über 65 Jahren ihrem Leben ein Ende. „Die Suizidraten der hochbetagten Männer sind bis zu fünfmal höher als der Durchschnitt der Normalbevölkerung“, sagte Tagungsleiter Lindner. Von 100.000 Menschen nehmen sich pro Jahr 12 das Leben, bei den Männern über 80 Jahren sind es rund 60. An dieser Entwicklung habe sich in den vergangenen Jahren nichts geändert. Der Oberarzt für Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie betonte jedoch: „Das ist etwas, was wir nicht hinnehmen können.“ Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/aeltere-maenner-besonders-haeufig-suizidgefaehrdet-15245942.html --- Dieser neuerliche Artikel des Redakteurs, Andreas Wendt, zur Einsamkeit älterer Menschen, macht mich sehr Nachdenklich. Das ist bedauerlich, aber insbesondere die Regierungs - Spitze, in Brandenburg, scheint das nicht erkennen zu wollen. Politikversagen? Aber nein, hier kommt ein Satz aus Merkels Märchen von der Superregierung im Jahre 2012. "Diese Bundesregierung ist die erfolgreichste seit der Wiedervereinigung": Das sagte Angela Merkel im Rededuell mit ihrem Herausforderer Peer Steinbrück. So abgestumpft ist nicht nur die Politik, 2019, sondern die ganze Gesellschaft. Manche allerdings wollen nicht auf solche katastrophalen Zustände, in Deutschland, aufmerksam gemacht werden. Sie wollen einfach in ihrer Blase nicht gestört werden. Sehr geehrter Redakteur, Andreas Wendt, wir sind nicht nur ein kaputtes Brandenburg sondern ein ganz kaputtes Land. Schon mal darüber nachgedacht? Oder etwa doch nicht?

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