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Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger spüren Zeugnisse vergangenen Lebens auf und unterstützen Archäologen bei Grabungen.

Denkmalpflege
Schatzsucher im Auftrag der Geschichte

Fundstück: Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger der Uckermark fachsimpeln über einen mittelalterlichen Tonkrug, den Eckhard Walther (2.v.r.) nach einer Scherbe nachgestalten ließ.
Fundstück: Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger der Uckermark fachsimpeln über einen mittelalterlichen Tonkrug, den Eckhard Walther (2.v.r.) nach einer Scherbe nachgestalten ließ. © Foto: Daniela Windolff
Daniela Windolff / 23.04.2019, 21:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Eine unscheinbar wirkende Tonscherbe tritt beim Buddeln einer Wasserleitung in einem privaten Garten zu Tage. Reste eines Blumentopfs oder eines alten Tonrohres? Oder doch eine Hinterlassenschaft früherer Siedlungsepochen? Der herbeigerufene Bodendenkmalpfleger Eckhard Walther identifiziert die Scherbe tatsächlich als archäologisches Fundstück eines mittelalterlichen Tonkruges mit schöner Verzierung. Der Fundort in der Nähe der Angermünder Stadtmauer am Pulverturm lässt vermuten, dass hier noch viele stumme Zeugnisse der Vergangenheit in der Erde ruhen.

Eckhard Walther lässt nach einer Skizze den Krug in einer Töpferei sogar nachbauen und überrascht damit seine Kollegen beim diesjährigen Treffen der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger des Landkreises Uckermark in Angermünde. Sogleich wird gefachsimpelt, werden Erfahrungen ausgetauscht und über neue Fundstellen berichtet.

Schatzsuche ohne Finderlohn

25 ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger gibt es im Landkreis Uckermark. Sie suchen wie Eckhard Walther die geschichtsreiche uckermärkische Erde nach Hinterlassenschaften früherer Kulturen ab, kartieren Fundstellen oder unterstützen Archäologen bei Ausgrabungen, zum Beispiel auf Baustellen an historisch geprägten Orten, von denen es in der Uckermark reichlich gibt. Sie tun es unentgeltlich aus reiner Leidenschaft für Geschichte, nicht aus dem Drang, den großen Schatz finden zu wollen. Auch wenn das für jeden Bodendenkmalpfleger schon die Krönung wäre und hin und wieder auch vorkommt. So wurde vor einigen Jahren ein slawisches Fürstengrab in Stolpe oder der Goldschatz von Biesenbrow entdeckt. Die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger dürfen jedoch weder auf eigene Faust graben, noch erhalten sie Finderlohn, und sei der Schatz noch so wertvoll.

Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger erhalten nach einem Lehrgang einen Ausweis und damit die Genehmigung, im Auftrag der unteren Denkmalpflege und des Landesamtes für Denkmalpflege Brandenburg mit Karte, GPS, Sonden und vor allem mit dem richtigen Gespür und ihrer fundierten Ortskenntnis auf Spurensuche zu gehen. Das ohne Genehmigung auf eigene Faust zu tun, ist verboten. Doch gerade diese illegalen Schatzsucher sind ein zunehmendes Problem.

Illegale Sondengänger

Kreisarchäologe Matthias Schulz im Landkreis Uckermark beobachtet besorgt die immer aggressivere Vorgehensweise illegaler Schatzsucherbanden, die mit Metalldetektoren systematisch die Uckermark abgrasen und gezielt nach Münzen, Schmuck oder auch Kriegsmunition suchen, um solche Funde zu Geld zu machen. Doch während zum Beispiel in Polen dafür harte Strafen drohen, reagiere man in Brandenburg zu lasch. Die Polizei nehme zwar Anzeigen auf, doch zur konsequenten Verfolgung der Täter fehlten oft Kapazitäten.

Die Jahrestagung bietet Gelegenheit, auch über solche Probleme zu diskutieren. Darüber hinaus geht es auch um Weiterbildung, zum Beispiel zum exakten orten und datieren von Fundorten. Neben moderner Technik wie GPS müssen die Ehrenamtlichen auch Fundorte klassisch per Hand und Auge einmessen und kartieren können, um Fehlerquellen zu minimieren. Martin Petzel vom Landesdenkmalamt gibt den Ehrenamtlichen dafür praktische Tipps.

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