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Aufgrund der schnell steigenden Zuzügler- und Kinderzahlen besteht Bedarf an einer weiterführenden Schule in Neuenhagen.

Schule
Weitere Bildungsstätte notwendig

Die Bauarbeiten laufen: Am Gruscheweg in Neuenhagen werden weitere Einfamilienhäuser errichtet. Bis 2023 soll dort unter anderem auch eine Grundschule entstehen.
Die Bauarbeiten laufen: Am Gruscheweg in Neuenhagen werden weitere Einfamilienhäuser errichtet. Bis 2023 soll dort unter anderem auch eine Grundschule entstehen. © Foto: Gerd Markert
Annika Funk / 24.04.2019, 06:45 Uhr
Neuenhagen (MOZ) Es ist ungewöhnlich, bereits ein Jahr nach der ersten Fortschreibung mit der Zweiten fortzusetzen", berichtete Fachbereichsleiter Gunter Kirst bei der jüngsten Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses.

Nachdem im Mai 2017 die Schulentwicklungsplanung für Grundschulen – in Trägerschaft der Gemeinde – für den Zeitraum der Schuljahre 2016/2017 bis 2021/2022 und schon ein Jahr später, im Juni 2018, die erste Fortschreibung für den Zeitraum bis 2027/2028 beschlossen wurde, stand wider Erwarten die zweite Fortschreibung auf der Tagesordnung.

Anders als die erste Beschlussvorlage, bezieht sich die Fortschreibung nun auf die weiterführenden Schulen. "Daran sieht man, wie die ganze Schullandschaft in Bewegung ist", sagt Kirst. Danach seien die Zuzügler- und Kinderzahlen schneller gestiegen, als noch im vergangenen Jahr prognostiziert wurde.

Die Planungen der Schulentwicklung bezogen sich bisher vorwiegend auf den Grundschulbereich und beinhalteten die dafür notwendigen Maßnahmen zur Deckung des zukünftigen Bedarfs. Im Ergebnis des dazugehörigen Beschlusses erfolgt nun an der Goethe-Grundschule ein Anbau und im Gruscheweg soll eine dreizügige Grundschule gebaut werden, die im Sommer 2023 eröffnen soll.

Die Schüler, die jetzt in den Grundschulen sind, benötigen jedoch später auch einen Platz an einer weiterführende Schule. Dabei sei bekannt, dass etwa die Hälfte der Schüler das Gymnasium für ihre weitere Schullaufbahn wählen. Die andere entscheidet sich demnach für eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe oder für eine Oberschule.

"Wir gehen zum einen davon aus, dass wir nach den derzeitigen Zahlen die Zehnzügigkeit früher erreichen werden als ursprünglich angenommen, und zum anderen, dass wir ab 2022  – von derzeit 140 – etwa  250 Übergänger in die weiterführenden Schulen haben werden", betont Kirst. Wenn man dann damit rechne, dass nach wie vor die Hälfte der Schüler die Schulform Gymnasium wählen, dann bleiben immer noch 125 übrig, die eine andere weiterführende Schule besuchen werden.

Daher sei das Schüleraufkommen in Neuenhagen bereits jetzt ausreichend, um neben dem Einstein-Gymnasium und der IB-Oberschule einen Bedarf für eine notwendige, mindestens zweizügige, weitere Schule anzumelden. Auch aus der Elternschaft der drei kommunalen Grundschulen gab es immer wieder die Forderung, eine weitere staatliche allgemeinbildende Schule in der Gemeinde zu bauen.

Aktuell würden die Schulen in Hoppegarten, Altlandsberg und Fredersdorf angewählt, da diese in der unmittelbaren Umgebung liegen. Darunter seien auch etwa 50 Schüler aus Neuenhagen. "Auch das zeigt, dass wir  in unserer Gemeinde noch Bedarf haben", begründet Bürgermeister Ansgar Scharnke.

Neubau am Gruscheweg

Als geeignetes Grundstück schlägt die Gemeinde Neuenhagen den Schulcampus Gruscheweg vor, auf dem derzeit die dreizügige Grundschule und eine Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt vorangetrieben werden. "Das hätte neben Synergieeffekten auch den großen Vorteil, dass sich die Grund- und weiterführende Schule auf demselben Campus befinden", heißt es in der Beschlussvorlage. So würden die Schüler bereits sechs Jahre lang Erfahrungen in der benachbarten Schule sammeln können.

Zunächst wurde die Schulform, ob Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe oder Oberschule, noch offen gelassen. Jedoch sprach man sich am Ende der Sitzung des Ausschusses, mit nur einer Gegenstimme und ohne Enthaltung, für eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe aus, für die der Bürgermeister nun alle notwendigen Schritte in die Wege leiten soll.

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Jeannette Rüdiger 24.04.2019 - 14:20:28

Weitere Bildungsstätte notwendig

Ja, eine weitere Bildungsstätte (weiterführende Oberschule) ist in Neuenhagen notwendig. Eher, bitter nötig! Neuenhagen trägt den Titel "Familien freundliche Gemeinde". Zur Familie gehören auch Schüler ab 7. Klassenstufe. Ich fahre mit der S-Bahn zur Arbeit. Wenn ich sehe, wie Schüler mit ihren schweren Rucksäcken sich in die Bahnen quetschen müssen, nur weil in der Vergangenheit, trotz stetig steigender Grundschülerzahl, in Neuenhagen der Fokus auf die Grundschule gelegt wurde, frage nicht nur ich mich, was ist daran Familien- freundlich? Die Auffassung " kurze Beine, also kurze Wege" greift zu kurz. Wohin sollen unsere Oberschüler fahren, wenn sie eine staatliche Oberschule besuchen wollen/sollen? Bis die gewünschte Oberschule steht, werden noch Jahre ins Land gehen. Es wurden Jahre verschlafen, vertagt und vertröstet. Es sind Schüler und keine Bittsteller, die für ihre und unsere Zukunft möglichst gute Lern-und Lebensumfelder benötigen. Wenn es nun vorerst und nicht so bald, eine weiterführende Oberschule in Neuenhagen geben wird, so sollte man über einen gezielten und ausschließlichen Schulbus nachdenken. Machbar ist es, wenn man denn wollte. Es wäre eine Entlastung der betroffenen Schüler und eine Entlastung der Familien, deren Kinder zu den umliegenden Gemeinden reisen müssen.

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