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Wer als älterer Mensch etwas Hilfe und Pflege im Alltag braucht, ist in einer speziellen Einrichtung gut aufgehoben –  beispielsweise im "Heidehof" in Schönow.

Tagespflege
Streicheleinheiten für Ballou

Kai-Uwe Krakau / 24.04.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 24.04.2019, 11:27
Schönow (MOZ) Alleine zu Hause sitzen und die Wände anstarren? Nein, das entspricht so gar nicht dem Naturell von Else Arndt. "Ich brauche einfach Geselligkeit", sagt die 94-jährige Schönowerin. Vor zwei Jahren fasste sie deshalb einen Entschluss und meldete sich bei der Tagespflege "Heidehof" in ihrem Heimatort an. Zunächst plante Else Arndt nur einen "Schnuppertag", schließlich wollte die Schönowerin wissen, worauf sie sich einlässt. "Es hat mir dort aber sofort gefallen", erinnert sich die 94-Jährige. Die Art und Weise des Umgangs miteinander, die sympathischen Mitarbeiter und schließlich auch das Freizeitangebot sagten ihr zu. Else Arndt kam erst zwei Tage in die Einrichtung an der Berliner Allee 8, dann wurden drei draus und schließlich vier Tage. "Am Dienstag ist mein Haushaltstag", sagt die Schönowerin und lacht.

Die Stunden im "Heidehof" sind für die Seniorin fast wie Erholung. Sie fühle sich gut aufgehoben, könne mit den Mitarbeitern auch mal ein privates Wort wechseln, so die Schönowerin. Sie löse gerne Rätsel, bringe sich aber auch im "Alltag" der Einrichtung ein. "Ich decke den Tisch und räume auch ab". Besonders gern macht Else Arndt das, wenn ihr Lieblingsessen auf dem Speiseplan steht: Milchreis.

Tagesablauf nach Plan

Viele Jahre, bevor die Tagespflege der gemeinnützigen Gesellschaft für Alten- und Behindertenpflege mbH Bernau (GGAB) einzog, hatte der Kleeblatt-Verein die Räumlichkeiten an der Bernauer Allee genutzt. Dieser war 1993 gegründet worden und sollte sich vorrangig um die älteren Einwohner von Schönow kümmern. Es gab einen Computer- und Englisch-Klub, die Frauen machten Handarbeiten und sangen im Chor. An jedem Nachmittag war die "Kaffee-Tafel" gedeckt. Doch der Verein löste sich auf und bei der GGAB kam man auf die Idee, in der altengerechten Wohnanlage eine Tagespflegeeinrichtung zu etablieren.

"Am 1. Februar haben wir eröffnet", berichtet Pflegedienstleiter Andreas Rolle. Bis zu 15 Plätze stehen zur Verfügung, gegenwärtig sind auch alle vergeben. "Wir haben eine Warteliste", so Rolle. Die meisten Gäste kommen (natürlich) aus Schönow, einige auch aus benachbarten Kommunen wie Panketal. Das Alter liegt in der Spanne zwischen "Anfang 60" und "Mitte 90". Die Krankheitsbilder sind so verschieden wie die Menschen selbst.

Die Einrichtung ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet. Um eine gewisse Ordnung in den Tag zu bekommen, gibt es einen Plan, von dem allerdings auch abgewichen werden kann. Der Morgen beginnt zunächst mit einem gemeinsamen Frühstück, das auch schon mal bis 10 Uhr dauert. Anschließend gibt es die "Zeitungsschau". Ein Mitarbeiter oder Gast liest dann den anderen vor, was es in Bernau und Umgebung wieder Neues und Wissenswertes gibt. "Mitunter wird danach freudig diskutiert", weiß der Pflegedienstleiter aus Erfahrung.

Noch vor dem Mittagessen geht es zum Einkaufen. "Es ist wichtig, dass unsere Gäste auch etwas anfassen und riechen können". Später wird gemeinsam gespeist, daran schließt sich eine Ruhepause an. Zwei Mal wöchentlich wird zudem gebacken. Immer mittwochs lädt das "Senioren-Café" von 14.30 bis 16.30 Uhr zum gemütlichen Beisammensein ein. In jedem Quartal steht ein Ausflug auf dem Programm. Die Touren führen zum Zoo Eberswalde, zum Schiffshebewerk in Niederfinow oder zum Spargelhof Kremmen.

Der Tagespflege im "Heidehof" stehen insgesamt rund 210 Quadratmeter zur Verfügung. Es gibt zwei Ruhe- und Aufenthaltsräume, einen großen Gemeinschaftsraum sowie eine Küche. Physiotherapeutische Anwendungen gehören ebenso zum Service wie die Möglichkeit, die Füße pflegen zu lassen. Insgesamt bietet die GGAB, es gibt noch eine weitere Tagespflegeeinrichtung im Seniorenzentrum "Regine Hildebrandt", 37 Plätze an. Zehn Mitarbeiter betreuen und umsorgen die Besucher.

Der Liebling im "Heidehof" ist unbestritten Ballou. Der Hund von Andreas Rolle kommt drei Mal in der Woche mit, wird als Maintrailer ausgebildet und darf gestreichelt und geknuddelt werden.

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