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Dramatische Entwicklung
Wald im Trockenstress – schlimmer als der saure Regen

Ein vertrocknete Fläche bei Fichtenwalde
Ein vertrocknete Fläche bei Fichtenwalde © Foto: dpa/Ralf Hirschberger
Ulrich Thiessen / 23.04.2019, 16:33 Uhr
Potsdam (MOZ) Die Kulturen vertrocknen, es sieht dramatisch aus, so schätzt Carsten Leßner, Referatsleiter für Waldschutz im Landwirtschaftsministerium, die Situation in Brandenburgs Wäldern ein. Kommen in den nächsten Wochen keine ergiebigen Regenfälle, seien die diesjährigen Neuanpflanzungen kaum zu retten. Das gilt besonders für diejenigen auf den Waldbrandflächen des vergangenen Jahres, die vor wenigen Wochen in  die Erde gebracht wurden, sagt Leßner. Trockenheit, Waldbrände und Schadinsekten bedeuten für die Wälder einen größeren Stress als das sogenannte Waldsterben in den 80er Jahren, erklärt der Referatsleiter.

Thomas Weber, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg, fordert angesichts der Situation einen nationalen Aktionsplan. Die dafür erforderliche Summe gibt er mit mindestens 100  Millionen Euro an. Laut Leßner erarbeitetet das Bundeslandwirtschaftsministerium gerade eine Förderrichtlinie für Extremwetterereignisse im Wald. Vorgesehen sind je fünf Millionen Euro bundesweit für die kommenden fünf Jahre. Leßner betont, dass es dabei nicht wie im Ackerbau darum geht, ob ein Landwirt durch Ernteausfälle existenziell gefährdet ist. "Es geht darum, ob die Existenz des Waldes gefährdet ist", betont er. Gezahlt werden vor allem Aufforstungsmaßnahmen.

Der  Waldbesitzerverband hofft auf vereinfachte Antragsverfahren. Außerdem fordert er Programme für Brandschutzwege und Waldrandstreifen aus Gebüsch, die verhindern, dass der Wind die Waldböden schnell austrocknet.  Nicht zuletzt fehlen immer noch Löschbrunnen in den märkischen Wäldern.

Das Landwirtschaftsministerium hat in diesem Frühjahr alle Waldbesitzer angeschrieben, gemeinsam mit den Feuerwehren die vorhandenen rund 1400 Wasserentnahmestellen zu überprüfen. 263 weitere Brunnen sind geplant. Dafür stehen jährlich sieben Millionen Euro Fördergeld bereit, die in den vergangenen Jahren jedoch nicht abgeflossen sind.

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